MTU-Aktie -4%: Ist das eine perfekte Einstiegschance?

Zahlen werden verkauft

Für die MTU-Aktie geht es am Dienstag kräftig abwärts. Aktuell verliert der Titel -4,5% und ist damit zweitschwächster Performer im DAX. Sind die Zahlen des Triebwerksbauers wirklich so schlecht ausgefallen oder stellt der Dip eine gute Kaufgelegenheit dar?

MTU Aeroe
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Deutliches Wachstum

Im Großen und Ganzen fallen die Zahlen eigentlich sehr ordentlich aus. Der Münchener Triebwerkshersteller meldete in allen Geschäftsbereichen deutliches Wachstum. Bereinigt um die Effekte aus dem Triebwerksrückruf legten die Umsätze auf Jahressicht um 16% auf 8,7 Milliarden € zu.

Auf der Ertragsseite fallen die Zuwächse sogar noch größer aus, was auf eine wachsende Profitabilität hindeutet. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (EBIT) verbesserte sich um 29% auf 1,35 Milliarden €. Unter dem Strich verdiente der DAX-Konzern mit gut einer Milliarde € sogar 60% mehr als noch 2024.

Der kräftige Gewinnsprung kommt auch den Anlegern zugute, da diese eine deutlich höhere Dividende erhalten. Sie soll von 2,20 auf 3,60 € pro Aktie erhöht werden und damit deutlich stärker als von den Analysten erwartet.

Am Rande erwähnt: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.

Ausblick kommt nicht so gut an

Für 2026 stellte das Management um Neu-CEO weiteres Wachstum bei Umsatz und Gewinn in Aussicht. Während der bereinigte Umsatz auf 9,2 bis 9,7 Milliarden € klettern soll, werden beim bereinigten EBIT 1,35 bis 1,45 Milliarden € erwartet. Damit liegt das Unternehmen im Rahmen der Erwartungen

Von Analysen wird dagegen bemängelt, dass der Ausblick für den freien Cashflow hinter den Erwartungen zurückbleibt. Tatsächlich hat MTU kein direktes Ziel für den freien Cashflow ausgegeben, sondern lediglich eine Cash Conversion Rate (CCR) von 45 bis 55% in Aussicht gestellt. Die CCR misst das Verhältnis von freiem Cashflow zu bereinigtem Gewinn nach Steuern.

Im vergangenen Jahr lag die CCR bei 39,1%, womit die Prognose in meinen Augen eigentlich sehr solide ausfällt. Analysten hatten aber wohl gehofft, dass sich der Cashflow nach den Triebwerksrückrufen schneller normalisieren würde.

Gleichzeitig hält der Konzern an seinen mittelfristigen Zielen fest. Bis 2030 soll der Umsatz auf 13 bis 14 Milliarden € steigen und die bereinigte EBIT-Marge ein Niveau von 14,5 bis 15,5% erreichen. Die Cash Conversion Rate soll dann im hohen zweistelligen Bereich liegen.

Analysten uneins

Während Goldman Sachs, RBC und die UBS die Aktie weiterhin mit Halten einstufen und Kursziele zwischen 370 und 400 € ausgeben, ist JPMorgan mit einem „Overweight“-Rating und einem Zielkurs von 465 € deutlich zuversichtlicher.

Jetzt den Dip zum Einstieg nutzen?

Aufgrund der starken Auftragslage und der guten Aussichten innerhalb der Branche bleibe ich grundsätzlich positiv gestimmt, was die MTU-Aktie angeht. Daher sehe ich im aktuellen Rücksetzer eher eine Nachkaufgelegenheit als ein Verkaufssignal.

Wichtig wird aber sein, dass der Kurs nicht nachhaltig unter die 200-Tage-Linie (SMA200) fällt, denn in diesem Fall könnte sich das Sentiment weiter in Richtung der Bären verlagern.

Ergänzend sei erwähnt: Top 10 Dividenden Picks 2026 zeigt Dir, wie Du mit zehn ausgewählten Dividenden-Titeln ein breit gestreutes Portfolio aufbaust, das sowohl regelmäßige Ausschüttungen als auch Aufwärtspotenzial bietet.

ℹ️ MTU Aero in Kürze

  • MTU Aero Engines, kurz MTU, ist ein weltweit führender Hersteller von Triebwerksmodulen und -komponenten. Diese finden Verwendung im zivilen Flugzeugbau sowie bei Militärflugzeugen und Hubschraubern. Neben dem Triebwerksbau ist die Instandhaltung ein zentrales Geschäftsfeld.
  • Neben dem Hauptsitz in München unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet und wird aktuell mit 21,4 Milliarden € bewertet.
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