Microsoft-Aktie: Welche Rolle spielt sie 2026?

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Redaktion

Die Aktie von Microsoft zählt seit Jahren zu den meistbeachteten Werten an den internationalen Börsen. Nach einer Phase außergewöhnlicher Investitionen und operativer Expansion richtet sich der Blick der Anleger zunehmend auf die Frage, wie tragfähig Wachstum und Bewertung in den kommenden Jahren sind.

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Microsoft steht seit geraumer Zeit sowohl bei wachstums- als auch bei wertorientierten Investoren hoch im Kurs. Das vergangene Jahr markierte eine entscheidende Entwicklungsphase, nicht nur im Bereich Künstliche Intelligenz, sondern ebenso im Cloud- und Infrastrukturbereich. Zeitweise näherte sich die Marktkapitalisierung im Jahr 2025 der Schwelle von vier Billionen US-Dollar und positionierte den Konzern damit in einer Liga mit NVIDIA unter den wertvollsten börsennotierten Unternehmen weltweit.

Gleichzeitig bleibt das Meinungsbild geteilt. Neben überzeugten Optimisten verweisen kritische Stimmen auf Risiken rund um hohe Investitionsausgaben, die Abhängigkeit von externen Chip-Lieferanten, offene Fragen zur Monetarisierung von KI-Anwendungen sowie auf ein unsicheres makroökonomisches Umfeld.

Solide Ausgangslage für die kommenden Geschäftsjahre

Für die Jahre bis 2026 ergibt sich dennoch ein positives Gesamtbild. Die Bewertung stützt sich auf robuste Fundamentaldaten, eine hohe Visibilität der Umsätze sowie auf eine anhaltend starke Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten. Treiber dieser Entwicklung sind insbesondere das Cloudgeschäft Azure sowie die enge Zusammenarbeit mit OpenAI, die Microsofts strategische Position im KI-Ökosystem weiter stärkt.

Der Konzern verzeichnete zuletzt ein jährliches Umsatzwachstum von rund 15 Prozent, im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 sogar 18 Prozent. Diese Dynamik dürfte sich fortsetzen, gestützt durch eine stark wachsende Nachfrage. Besonders aussagekräftig ist der Bestand an vertraglich zugesicherten künftigen Umsätzen, der auf rund 392 Milliarden US-Dollar anwuchs und damit um mehr als die Hälfte zulegte. Gleichzeitig stiegen die kommerziellen Buchungen um mehr als das Doppelte.

Entscheidend ist dabei nicht allein das Volumen, sondern die Struktur dieses Auftragsbestands. Die durchschnittliche Laufzeit von etwa zwei Jahren signalisiert eine zeitnahe Umsatzrealisierung. Es handelt sich um konkret geplante Nutzung bestehender Verträge und nicht um langfristige Absichtserklärungen. Damit verfügt Microsoft über eine für einen Konzern dieser Größenordnung ungewöhnlich hohe Planungssicherheit.

Ergebnisse unterstreichen Nachfrage, Kapazitätsengpässe bremsen

Das abgeschlossene Geschäftsjahr brachte neue Bestmarken. Der Umsatz stieg auf knapp 282 Milliarden US-Dollar, das operative Ergebnis wuchs auf rund 129 Milliarden US-Dollar. Das Cloudgeschäft Azure überschritt erstmals die Marke von 75 Milliarden US-Dollar Umsatz und legte um mehr als ein Drittel zu. Diese Zahlen spiegeln die hohe Akzeptanz der Plattformen und das Vertrauen der Unternehmenskunden wider.

Nicht die Nachfrage stellt derzeit die größte Herausforderung dar, sondern das Angebot. Das Management rechnet damit, dass Kapazitätsgrenzen mindestens bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres bestehen bleiben. Der Ausbau von Rechenzentren, Netzwerken und Energieinfrastruktur kommt zwar voran, kann mit dem Nutzungstempo der Kunden jedoch noch nicht Schritt halten.

Diese Engpässe haben konkrete Ursachen. Begrenzte Verfügbarkeit von Grafikprozessoren, spezialisierter Speichertechnologie, Netzwerktechnik und Stromkapazitäten verteuert und verlangsamt den Ausbau. Das erklärt, warum das Wachstum von Azure derzeit unter dem tatsächlichen Nachfragepotenzial liegt und nicht auf eine Abschwächung des Kundeninteresses zurückzuführen ist.

Künstliche Intelligenz zwischen Erwartung und Realität

Die Debatte um Künstliche Intelligenz prägt die Bewertung großer Technologiekonzerne maßgeblich. Kritiker verweisen auf hohe Bewertungen, enorme Investitionen und noch nicht vollständig sichtbare Renditen. Bei Microsoft wirken diese Faktoren jedoch weniger belastend, als vielfach angenommen.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis bewegte sich 2025 auf einem erhöhten Niveau, dürfte sich mit steigenden Gewinnen in den kommenden Jahren jedoch moderat entspannen. Analystenschätzungen für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 deuten auf eine fortgesetzte Ergebnisdynamik hin, die in der Vergangenheit regelmäßig übertroffen wurde. Selbst unter konservativen Annahmen ergibt sich daraus weiteres Kurspotenzial.

Ein wesentlicher Teil des Auftragsbestands entfällt auf großvolumige Vereinbarungen im Zusammenhang mit OpenAI. Diese Verträge machen einen erheblichen Anteil der zugesicherten Umsätze aus und weisen ebenfalls kurze Laufzeiten auf. Damit dürfte ein Großteil dieser Erlöse bereits in den nächsten Jahren realisiert werden und das Umsatzwachstum zusätzlich beschleunigen.

Hohe Investitionen als Voraussetzung für Skalierung

Die Investitionsausgaben sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und erreichten zuletzt neue Höchststände. Allein im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 beliefen sie sich auf fast 35 Milliarden US-Dollar. Ein erheblicher Teil fließt in Prozessoren und Rechenleistung, die für KI-Anwendungen unerlässlich sind.

Diese Kapitalintensität ist weniger als Risiko denn als Reaktion auf real existierende Nachfrage zu verstehen. Der Ausbau der Infrastruktur bildet die Grundlage dafür, bestehende Verträge zu erfüllen und künftiges Wachstum abzusichern.

Bewertungskennzahlen mit Entspannungspotenzial

Auch auf Basis von Cashflow-Kennzahlen erscheint die Bewertung ambitioniert, aber nachvollziehbar. Der freie Cashflow bleibt trotz hoher Investitionen positiv und dürfte mit zunehmender Auslastung der Infrastruktur überproportional wachsen. Sinkende Multiplikatoren ergeben sich dabei nicht durch einen fallenden Unternehmenswert, sondern durch steigende Cashflows.

Zusätzlich profitieren Aktionäre von einer soliden Bilanz, niedrigen Kapitalkosten und kontinuierlichen Aktienrückkäufen, die den freien Cashflow je Aktie weiter erhöhen.

Die Unternehmensprognosen spiegeln derzeit vor allem Angebotsbeschränkungen wider. Sobald sich diese lockern, könnte aufgestaute Nachfrage schneller in ausgewiesene Umsätze umschlagen als bislang erwartet. In diesem Punkt erscheinen viele Marktschätzungen eher defensiv.

Zu den wesentlichen Risiken zählen anhaltende Kapazitätsengpässe, eine verzögerte Monetarisierung von KI-Anwendungen sowie dauerhaft hohe Investitionsausgaben. Sollten infrastrukturelle Beschränkungen länger bestehen oder sich Erträge langsamer materialisieren, könnte sich das Wachstum temporär abschwächen. Strukturelle Schwächen lassen sich daraus jedoch nicht ableiten.

Warum Microsoft langfristig überzeugt

Die Argumente für eine positive Einschätzung überwiegen. Die Nachfrage nach Cloud-, KI- und Unternehmenssoftware ist hoch, die Umsätze sind gut abgesichert und der Ausbau der Infrastruktur folgt klar erkennbaren wirtschaftlichen Signalen. Bewertungskennzahlen relativieren sich bei Betrachtung des freien Cashflows, während die Investitionen die Basis für nachhaltiges Wachstum legen.

Microsoft ist damit nicht auf ideale Rahmenbedingungen angewiesen. Sichtbare Erlöse, steigende Cashflows und eine starke Marktposition sprechen dafür, dass der Konzern auch mit Blick auf 2026 zu den attraktivsten Technologieinvestments zählt. Insbesondere nach der jüngsten Kurskorrektur ist die Microsoft-Aktie damit wieder kaufenswert.

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ℹ️ Microsoft in Kürze

  • Die Microsoft Corporation (WKN: 870747) ist einer der wichtigsten IT-Konzerne der Welt und der weltweit größte Softwarehersteller.
  • Zu den wesentlichen Produkten des Unternehmens mit Hauptsitz in Redmond im US-Bundesstaat Washington gehören das Betriebssystem Windows, das Büro-Softwarepaket Office, die Tablet-PC-Familie Surface und die Spielekonsole Xbox. Darüber hinaus ist Microsoft der zweitgrößte Cloud-Anbieter der Welt.
  • Die Microsoft-Aktie ist Mitglied im US-Leitindex Dow Jones Industrial und im Technologieindex Nasdaq 100. Mit einem Börsenwert von 3,42 Billionen US$ ist Microsoft aktuell das wertvollste Unternehmen der Welt.
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