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Microsoft-Aktie: Den Kurseinbruch zum Kauf nutzen?

Schlechtester Monat seit 25 Jahren
Den Monat Juni würden Microsoft-Aktionäre am liebsten aus ihren Kalendern streichen. Seit Monatsbeginn ging es mit dem Kurs des Technologiegiganten um fast -18% bergab — der größte Kursrückgang in einem einzelnen Monat seit April 2000. Was setzt der Microsoft-Aktie so stark zu und können Anleger hier nun ein tolles Schnäppchen machen?

Sorge vor den Capex

Das zunehmend beherrschende Thema an der Wall Street in Bezug auf die Technologiebranche im Allgemeinen und die Hyperscaler wie Microsoft im Besonderen sind die extrem hohen Investitionskosten für den Ausbau von KI-Rechenzentren.

Im zurückliegenden Quartal schossen Microsofts Investitionen im Jahresvergleich um 63% auf atemberaubende 38 Milliarden US$ nach oben. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert der IT-Gigant gigantische Capex von rund 190 Milliarden US$.

Als Folge schrumpfte der Free Cash Flow zuletzt um rund 10%. Investoren strafen die Microsoft-Aktie derzeit ab, weil diese massiven Investitionen noch nicht im erhofften Maße in sichtbare Gewinne durchschlagen.

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Preisexplosion bei Hardware

Zusätzlich zu den KI-Sorgen machten dem Konzern im Juni gestiegene Hardware-Preise zu schaffen. Aufgrund der Preisexplosion bei Speicherchips sah sich Microsoft gezwungen, die Preise für seine Xbox-Konsolen anzuheben. Die Preise für die beliebte Spielekonsole werden je nach Modell zwischen rund 15 und 20% angehoben.

Die Börse befürchtet dadurch einen Dämpfer im für Microsoft wichtigen Gaming- und Hardware-Segment. Anders als Smartphones oder Notebooks werden Konsolen traditionell oft unter oder zu den Herstellungskosten verkauft, um Kunden in das Ökosystem eines Herstellers (Spielekäufe, Abos, Merchandising) zu locken. Wegen der explodierenden Hardware-Kosten kann oder will Microsoft diese Verluste pro verkaufter Konsole nicht mehr auffangen.

Verschiebung des OpenAI-IPOs

Und eine dritte Schlagzeile dürfte sich zuletzt negativ auf die Microsoft-Aktie ausgewirkt haben. Medienberichten zufolge wird der KI-Modellentwickler OpenAI seinen Börsengang verschieben.

OpenAI-Chef Sam Altman beharrt Berichten zufolge strikt auf einer IPO-Zielbewertung von 1 Billion US$ . Die begleitenden Banken haben jedoch signalisiert, dass der öffentliche Markt aktuell nicht bereit ist, diese Summe angesichts der massiven Verluste des Unternehmens zu zahlen.

Da Microsoft der größte finanzielle und technologische Partner von OpenAI ist (mit einer Beteiligung von rund 27% nach der jüngsten Umstrukturierung), färbt diese Skepsis direkt auf Microsoft ab. Investoren fragen sich zu Recht, wenn selbst der OpenAI seine gigantischen Kosten vorerst im privaten Raum verstecken muss, wann rechnen sich dann die massiven KI-Investitionen im Microsoft-Konzern?

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Eine hochkritische Situation

Die Microsoft-Aktie befand sich Ende letzter Woche in einer charttechnisch hochkritischen Situation. Bei knapp über 350 US$ prallte der Kurs auf das 2-Jahrestief aus dem April 2025 — und er prallte nach oben ab.

Dieses Signal könnte nun der Auslöser einer Gegenbewegung sein. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Microsoft-Aktie noch weiter zulegen kann.

Die Bewertung lädt zum Kauf ein

Ich glaube, dass sich Anlegern derzeit eine gute Einstiegsgelegenheit in die Microsoft-Aktie bietet und das liegt an der Bewertung. Mit einem Forward-KGV von 19 liegt sie nicht nur deutlich unter dem Durchschnitt der letzten Quartale, sondern ist für einen führenden Technologiekonzern wie Microsoft sehr moderat.

Microsoft wird in naher Zukunft mit ca. 17% wachsen und ist nach wie vor ein unfassbar profitabler Konzern. Die operative Marge liegt bei rund 45%.

Vor diesem Hintergrund mache ich mir keine Sorgen über die gigantischen KI-Investitionen von Microsoft. Der Tech-Riese hat meiner Meinung nach die finanziellen Ressourcen, diese zu stemmen, und ist zudem gemeinsam mit Alphabet derjenige Konzern, der diese gigantische Investitionen am besten monetarisieren kann.

Auch die Preisexplosion bei Speicherchips sehe ich nicht als Beinbruch für Microsoft. Ich glaube, dass der Konzern aufgrund seiner Positionierung und Marktmacht in allen Geschäftsbereichen in der Lage sein wird, die Preissteigerungen an seine Kunden weiterzugeben ohne größeren Schaden zu erleiden.

ℹ️ Microsoft in Kürze

  • Die Microsoft Corporation (WKN: 870747) ist einer der wichtigsten IT-Konzerne der Welt und der weltweit größte Softwarehersteller.
  • Zu den wesentlichen Produkten des Unternehmens mit Hauptsitz in Redmond im US-Bundesstaat Washington gehören das Betriebssystem Windows, das Büro-Softwarepaket Office, die Tablet-PC-Familie Surface und die Spielekonsole Xbox. Darüber hinaus ist Microsoft der zweitgrößte Cloud-Anbieter der Welt.
  • Die Microsoft-Aktie ist Mitglied im US-Leitindex Dow Jones Industrial und im Technologieindex Nasdaq 100. Mit einem Börsenwert von 2,77 Billionen US$ ist Microsoft aktuell das viertwertvollste Unternehmen der Welt.

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Fazit

Ein Blick auf den Mehrjahreschart der Microsoft-Aktie verrät, dass sich größere Kursrückgänge (von -20% und mehr) langfristig immer als gute Einstiegszeitpunkte erwiesen haben. Ich bin der Ansicht, dass das auch diesmal so sein wird.

Anleger warten am besten auf Tage oder Wochen mit massiven Einbrüchen, um ein kluges Schnäppchen zu machen. Es lohnt sich langfristig.