Micron-Aktie: Ist sie einfach nicht zu stoppen?

Neue Hochs zum Greifen nah

Die Aktie von Micron Technology profitiert weiterhin von der wachsenden Nachfrage nach Speicherlösungen im Zuge des globalen KI-Ausbaus und der massiven Investitionen in Rechenzentren. Steigende Infrastrukturbedarfe, geopolitische Verschiebungen und strukturelle Veränderungen im Halbleitermarkt stärken die strategische Position des US-Konzerns nachhaltig.

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Micron als Schlüsselakteur im globalen Speicherchipmarkt

Micron Technology bleibt einer der wettbewerbsfähigsten US-Hersteller im Speichermarkt und unterstützt damit die Fortsetzung des aktuellen Branchenaufschwungs sowie den Ausbau moderner Netzwerkinfrastruktur. Angesichts geopolitischer Spannungen gewinnen amerikanische Speicherprodukte zusätzlich an Bedeutung, da Handelskonflikte zwischen den USA und China potenziell zu Importbeschränkungen für Rechenzentren führen könnten.

Der Speichersegmentmarkt erreichte 2025 mit einem Volumen von 223,1 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekord und wuchs um 34,8 Prozent. Damit rangiert er weiterhin auf Platz zwei innerhalb der Halbleiterindustrie. Die starke Nachfrage untermauert die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Micron, das parallel seine Investitionen in neue Produktionskapazitäten im In- und Ausland deutlich ausweitet. Mehrere fundamentale Faktoren aus Unternehmensstrategie und KI-Industrie sprechen dafür, dass das Wachstumspotenzial auch 2026 bestehen bleibt.

Rückenwind erhält Micron durch angekündigte Investitionen von rund 200 Milliarden US-Dollar in neue Fabriken innerhalb der Vereinigten Staaten. Vor dem Hintergrund technologischer Souveränität und der Sicherung unabhängiger Lieferketten für die KI-Industrie erscheint diese Strategie zeitlich gut abgestimmt und unterstützt langfristiges Umsatzwachstum.

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Spezialisierung als strategischer Wettbewerbsvorteil

Microns Geschäftsmodell basiert auf einer klaren Spezialisierung auf Speicher- und Datenspeicherlösungen, die eine zentrale Rolle in KI-Anwendungen spielen. Das Portfolio umfasst DRAM für kurzfristige Datenspeicherung, NAND für langfristige Speicherung sowie NOR Flash für besonders schnelle Speicherprozesse. Dadurch deckt das Unternehmen sämtliche Kernsegmente des Speichermarktes ab, von mobilen Geräten bis hin zu Hochleistungsrechenzentren.

Im Mittelpunkt stehen jedoch Betreiber großer Rechenzentren, denen ultraschnelle HBM3E- und künftig HBM4-Speicherlösungen angeboten werden. Der Markt ist stark konsolidiert, wodurch sich die Zahl der Wettbewerber reduziert, gleichzeitig aber technologisch äußerst leistungsfähige Rivalen verbleiben.

Samsung Electronics verfügt über enorme Produktionskapazitäten und ist in allen Segmenten präsent. SK hynix besitzt eine starke Marktstellung im Bereich High Bandwidth Memory und profitiert von der engen Zusammenarbeit mit Nvidia, dessen KI-Beschleuniger auf diese Technologien angewiesen sind. Auch das japanische Unternehmen Kioxia bleibt ein bedeutender Akteur im NAND-Segment.

Während SK hynix aktuell als technologischer Vorreiter bei HBM3E und HBM4 gilt und Samsung Fortschritte bei der Zertifizierung eigener KI-Speicherchips erzielt, verfügt Micron über einen wichtigen Differenzierungsfaktor: Energieeffizienz. Die HBM3E-Speicherlösungen des Unternehmens verbrauchen rund 30 Prozent weniger Energie und könnten damit insbesondere für energieintensive Rechenzentren entscheidend sein.

Parallel wächst der Wettbewerb durch chinesische Anbieter wie YMTC und CXMT, die an heimischen Alternativen für NAND- und DRAM-Technologien arbeiten. Kurzfristig bleiben deren Produkte jedoch technologisch hinter den Marktführern zurück.

Massive Investitionen treiben Produktionsausbau voran

Ein zentraler Wettbewerbsvorteil liegt in Microns enger Ausrichtung auf die US-Industrie sowie in umfangreichen Investitionsprogrammen. Geplant ist der Aufbau neuer Mega-Fabriken im Bundesstaat New York sowie weiterer Anlagen in Idaho und Virginia. Insgesamt sollen rund 200 Milliarden US-Dollar in Produktionskapazitäten und Forschung investiert werden, mit dem Ziel, etwa 40 Prozent der US-Speichernachfrage abzudecken.

Im Januar 2026 begann offiziell der Bau eines neuen Speicherkomplexes im Bundesstaat New York, dessen Kosten sich auf rund 100 Milliarden US-Dollar belaufen und der bis 2030 zur größten Halbleiterfabrik der Vereinigten Staaten werden soll.

Auch international wird die Produktionsbasis erweitert. In Singapur startete Micron den Bau einer neuen Wafer-Fabrik mit einem Anfangsinvestment von etwa 24 Milliarden US-Dollar, die ab der zweiten Hälfte 2028 die steigende NAND-Nachfrage bedienen soll. Zusätzlich plant das Unternehmen den Erwerb von Produktionsanlagen in Taiwan, um die DRAM-Fertigung ab 2027 deutlich auszuweiten.

Erwartungen an die Quartalszahlen steigen deutlich

Die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 wird für den 19. März erwartet. Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 8,50 US-Dollar, was einem Anstieg von über 445 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Umsatz soll auf 18,9 Milliarden US-Dollar steigen und sich damit mehr als verdoppeln.

Bemerkenswert ist, dass sämtliche der zuletzt überarbeiteten Analystenschätzungen nach oben angepasst wurden. Dies deutet auf eine breite Erwartung hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse die bisherigen Prognosen übertreffen könnten.

Besonders relevant wird sein, ob das Management den schnellen Übergang zu HBM4 bestätigt und ob sich Anzeichen für einen Höhepunkt der durchschnittlichen Verkaufspreise zeigen. Anfang 2026 stiegen DRAM- und NAND-Preise nochmals um rund 30 Prozent. Gleichzeitig gehen Marktbeobachter weiterhin von Angebotsengpässen aus, da führende Hersteller ihre Kapazitäten nicht schnell genug ausbauen können.

Bewertung deutet auf erhebliches Aufholpotenzial hin

Aufgrund der hohen Investitionsausgaben erscheint eine Bewertung anhand klassischer Kurs-Gewinn-Verhältnisse wenig sinnvoll. Aussagekräftiger sind Kennzahlen wie EV zu Umsatz und EV zu EBITDA, insbesondere im Vergleich zu Wettbewerbern sowie anderen Profiteuren der Cloud-Investitionen wie Nvidia, Broadcom und Marvell.

Die Analyse ergibt einen Median von 9,73 beim EV-zu-Umsatz-Verhältnis und 17,09 beim EV-zu-EBITDA-Multiple. Micron wird im Vergleich dazu mit deutlichen Abschlägen gehandelt, was im Durchschnitt einem Bewertungsdiscount von rund 70,5 Prozent entspricht. Daraus ergibt sich rechnerisch ein erhebliches Kurspotenzial innerhalb der kommenden zwölf Monate.

Zentrale Risiken bleiben bestehen

Das größte Risiko für die Aktie liegt in der weiteren Entwicklung des KI-Superzyklus. Prognosen gehen davon aus, dass die Halbleiterindustrie bis 2026 auf ein Marktvolumen von einer Billion US-Dollar anwachsen könnte, getragen durch Rechenzentrumsinvestitionen und technologische Innovation.

Gleichzeitig könnte ein unerwartetes Ende dieses Zyklus die typische Zyklik des Speichermarktes wieder stärker hervorheben. Die derzeit hohen Investitionen der Hyperscaler treiben die Nachfrage nach Hochleistungsspeicher, während Micron seine Strategie zunehmend auf Rechenzentren ausrichtet. Die rekordhohen Investitionen bergen jedoch das Risiko einer Überkapazität ab 2027, falls sich die KI-Adoption im Unternehmenssektor verlangsamt und Speicherpreise unter Druck geraten.

Ausblick: Attraktive Perspektiven trotz zyklischer Unsicherheiten

Die Micron-Aktie zählt weiterhin zu den aussichtsreicheren Titeln innerhalb der KI-Wertschöpfungskette, was sich auch in der vergleichsweise niedrigen Bewertung gegenüber anderen Technologieunternehmen widerspiegelt. Die Unternehmensstrategie bleibt klar auf den Ausbau energieeffizienter Speicherchips und eine deutliche Ausweitung der Produktionskapazitäten ausgerichtet.

Die umfangreichen Investitionen sollen sicherstellen, dass die steigende Nachfrage der Rechenzentrumsbetreiber nach leistungsfähigem Speicher gedeckt werden kann. Vor diesem Hintergrund bestehen gute Chancen, dass die kommenden Quartalsergebnisse die Erwartungen übertreffen und das Unternehmen in eine neue Wachstumsphase eintritt.

Fazit: Obwohl das Micron-Papier ausgehend vom Vorjahrestief bereits auf sagenhafte +600% Performance kommt, bleibt die Kursphantasie ausreichend hoch, um weiterhin ein positive Anlageurteil zu fällen.

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ℹ️ Micron in Kürze

  • Micron Technology Inc. (WKN: 869020) mit Sitz in Boise im US-Bundesstaat Idaho ist ein weltweit führender Anbieter von Computerspeichern, die in einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz kommen.
  • Hauptprodukte des Technologiekonzerns sind dynamische Random-access Memories (RAM), Flash-Speicher und USB-Flash-Laufwerke.
  • Das Unternehmen ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und an der Börse ca. 481 Milliarden US$ wert.
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