Meta Platforms-Aktie: Fantastisch, aber nicht fantastisch genug
Mit einem Kursverlust von -7% ist die Meta Platforms-Aktie am Donnerstagmorgen der ganz große Verlierer im S&P 500. Haben der Börse die gestern Abend vorgestellten Quartalszahlen nicht gefallen und was sollten Anleger aus ihnen machen?
Fantastische Zahlen
Die Kursreaktion der Meta Platforms-Aktie auf die vorgelegten Zahlen ist ein klarer Fall von „fantastisch, aber nicht fantatisch genug“. Der Social-Media-Konzern übertraf bei allen wesentlichen Kennzahlen die Erwartungen des Marktes und wurde trotzdem von der Börse abgestraft. Also erst mal ein Blick auf die Zahlen, dann auf die Gründe der Kursreaktion.
Der Umsatz von Meta Platforms stieg im Auftaktquartal 2026 um 33% auf 56,31 Milliarden US$. Dieser Wert lag nicht nur deutlich über der Markterwartung von 55,45 Milliarden US$, es war auch das stärkste Umsatzwachstum seit 2021.
Noch eindrucksvoller war die Gewinnentwicklung von Meta. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um 30% auf 22,87 Milliarden US$, was einer Marge von 41% entspricht. Der Gewinn je Aktie sprang von 6,43 US$ im Vorjahresquartal auf 10,44 US$ und übertraf damit meilenweit die Schätzung der Analysten, die bei 6,79 US$ lag. Gewinntreiber war das gesamte Kerngeschäft mit den Plattformen Facebook, Instagram und WhatsApp.
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Was gibt es da überhaupt zu meckern?
Diese Frage werden sich viele Anleger gestellt haben. Aber es gibt ein paar Probleme, die Meta Platforms auch nicht mit seinen fantastischen Zahlen unter den Teppich kehren konnte.
Zum Ersten kündigte der Social-Media-Konzern an, seine Investitionen im Gesamtjahr auf 125 bis 145 Milliarden US$ zu erhöhen, was eine Steigerung um 10 Milliarden US$ gegenüber der bisherigen Planung bedeutet. Nun ist die Sorge der Börse groß, dass diese Investitionen den freien Cashflow auffressen, während die monetären Vorteile der KI in Form höherer Werbeeffizienz noch nicht schnell genug wachsen. Einige Anleger scheinen eine Wiederholung des „Metaverse-Debakels" zu befürchten, bei dem jahrelang Geld ohne klaren Ertrag investiert wurde.
Zum Zweiten kostet der Ausbau der KI-Infrastruktur nicht nur mehr Geld als bislang veranschlagt, sondern er dauert auch länger. Laut eigenen Angaben hat Meta mit massiven Engpässen bei der Server-Hardware zu kämpfen. Alte Systeme müssen deshalb länger im Einsatz bleiben.
Zum Dritten war die Börse offenbar nicht mit dem Ausblick auf das zweite Quartal zufrieden. Meta Platforms stellte ein weiteres Umsatzwachstum auf 58 bis 61 Milliarden US$ in Aussicht.
Und zum Vierten ging die Zahl der Nutzer, die täglich mindestens eine Meta-App verwenden in den ersten drei Monaten des Jahres leicht von 3,58 auf 3,56 Milliarden zurück. Meta erklärte diesen Nutzerrückgang mit den Internetsperren im Iran und in den Einschränkungen für WhatsApp in Russland.
So sieht der Chart aus
Eine ausführliche charttechnische Analyse der Meta Platforms-Aktie findet ihr bei meinem Kollegen Philipp.
All-in bei KI
Nachdem die Vision des Metaverse gescheitert ist, geht Mark Zuckerberg nun all-in in Sachen KI. Seiner Aussage nach, soll Künstliche Intelligenz bei Meta Tag und Nacht für Nutzer arbeiten, um sie bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen.
Damit meint der Meta-Chef natürlich in erster Linie die Erreichung ihrer Einkaufsziele. Eine Shopping-KI soll zukünftig möglichst früh die Wünsche und Interessen von Menschen abgreifen, um ihnen entsprechende Produkte und Lösungen vorschlagen zu können.
Aber Zuckerberg will Meta Platforms nicht nur auf das Thema Shopping reduziert wissen. Auch die Verbesserung von Beziehungen, Gesundheit und Karriere stehen seiner Aussage nach im Fokus seines Konzerns.
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Das bereitet Bauchschmerzen
Meta Platforms besitzt zweifellos die allerbesten Voraussetzungen für Erfolg in der neuen KI-Welt. Der Konzern schwimmt im Geld und sitzt auf einem der größten Datenschätze der Menschheitsgeschichte.
Trotzdem traue ich der Meta Platforms-Aktie derzeit nicht viel zu. Die Nutzerzahlen haben offenbar einen Zenit erreicht — das heißt, dass der Social-Media-Konzern nur noch über Preis- oder Effizienzsteigerungen wachsen kann. Preissteigerungen dürften in Zukunft aber nicht mehr so einfach durchzusetzen sein, da die Konkurrenz durch TikTok, YouTube und KI-Modelle groß ist.
Hinzu kommt ein weiteres Thema, das mir in Bezug auf die Meta Platforms-Aktie Bauchschmerzen bereitet, und zwar der staatliche und juristische Gegenwind. Meta wird derzeit von Klagen, vor allem im amerikanischen Heimatmarkt übersät. Hinzu kommen Bestrebungen in zahlreichen Staaten, die Nutzung Social-Media-Plattformen des Konzern bei Jugendlichen einzuschränken. Das dürfte die Nutzerzahlen und die Preise von Meta Platforms in Zukunft unter Druck setzen.
Und über all dem schwebt die große Frage, ob Meta Platforms in der Lage sein wird, seine gigantischen Investitionen in KI-Rechenzentren schnell zu monetarisieren. Ich setze ein großes Fragezeichen hinter diese Frage.
ℹ️ Meta Platforms in Kürze
- Meta Platforms (ehemals Facebook) (WKN: A1JWVX) ist ein US-Technologieunternehmen und Mutterkonzern der weltweit größten sozialen Netzwerke Facebook und Instagram.
- Darüber hinaus gehören auch die Instant-Messaging-Apps WhatsApp und Messenger sowie der Virtual-Reality-Gerätehersteller Meta Quest zu Meta Platforms.
- Der Konzern hat seinen Sitz im kalifornischen Menlo Park und ist sowohl Mitglied des Nasdaq 100 auch als des S&P 500 Index.
- Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 1,70 Billionen US$ liegt Meta Platforms gegenwärtig auf Platz 9 der wertvollsten Unternehmen der Welt.