Mercedes-Benz-Aktie: Kommt sie jetzt wieder unter die Räder?
Autobauer Mercedes-Benz überrascht am Donnerstagmorgen die Börse mit ganz miesen Nachrichten. Nach einem Gewinneinbruch kürzt er die Dividende. Kommt die Aktie von Mercedes-Benz jetzt wieder unter die Räder?
Schwächer als erwartet
Dass die deutsche Autobranche in großen Schwierigkeiten steckt, weiß man nicht erst seit gestern. Aber heute liegt dafür wieder einmal ein Beweis auf dem Tisch. Und zwar von Mercedes-Benz. Die Schwaben haben es „geschafft“, die ohnehin schon geringen Erwartungen der Analysten in allen Belangen zu unterbieten. Ein vorbörslichen Minus von rund 5% bei Tradegate lässt für den heutigen Handelstag nichts Gutes erahnen.
Für das Jahr 2025 meldet der Autobauer einen um 9% gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Umsatz von 132,2 Milliarden €, Analysten hatten im Vorfeld 133,9 Milliarden € erwartet. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) brach um 40% auf 8,2 Milliarden € ein, auch hier hatten die Analysten mehr auf dem Zettel.
Die bereinigte Umsatzrendite betrug nach Unternehmensangaben 5,0% bei Mercedes-Benz Cars und 10,2% bei Mercedes-Benz Vans. Auch das ist eine Enttäuschung.
Das sind die Probleme
Wie die Schwaben mitteilen, sei die Entwicklung belastet worden „durch globale Zölle, negative Wechselkurseffekte und intensiven Wettbewerb in China“. Durch Kosteneinsparungen von mehr als 3,5 Milliarden € bei Mercedes-Benz Cars habe man einen Teil des Gegenwinds kompensieren können.
Infolgedessen werden auch Anteilseigner gebeutelt, denn Mercedes-Benz kürzt die Dividende von 4,30 € auf 3,50 € je Aktie.
CEO Ola Källenius kommentierte:
In einem dynamischen Marktumfeld lagen unsere finanziellen Ergebnisse im Rahmen unserer Prognose, getragen von einem klaren Fokus auf Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität.
Verhaltener Ausblick
Auch mit dem Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr versprüht die deutsche Edelschmiede nicht gerade rasenden Optimismus. Mercedes-Benz geht von einem Konzernumsatz auf Vorjahresniveau aus. Das Konzern-EBIT wird deutlich über dem von 2025 sowie ein Free Cash Flow des Industriegeschäfts leicht unter dem Niveau von 2025 erwartet.
Mittelfristig rechnet Mercedes-Benz Cars mit einem Absatz von rund zwei Millionen Fahrzeugen, einschließlich eines Anstiegs der Top-End-Verkäufe um mehr als 15%, sowie mit einer Verdopplung des xEV-Anteils.
CEO Ola Källenius blickt voraus:
Wir sind bereit für das Jahr 2026: Die Markteinführung von mehr als 40 neuen Modellen in nur drei Jahren wird erneut beschleunigt. Die starke Nachfrage nach dem neuen CLA, dem GLC und der neuen S-Klasse zeigt, dass unsere Kunden von unseren neuen Produkten begeistert sind.
Chartbild nicht unfreundlich
Das Chartbild der Mercedes-Benz-Aktie sieht nicht unfreundlich aus: Kurzfristig neutraler Trend, mittel- und langfristig ansteigend. Mit Blick auf das vorbörsliche Minus der Aktie dürfte die Unterstützung bei 56,53 € ins Blickfeld rücken, die nächste läge bei 54,59 €. Auf der Oberseite wäre der Widerstand bei 61,93 € zu knacken.
Was tun mit der Mercedes-Benz-Aktie?
Ganz ehrlich: Die Mercedes-Benz-Aktie kann mit einem KGV von 8,4 für 2026 noch so günstig bewertet sein, ich persönlich würde sie jetzt nicht kaufen. Für mich wäre der Titel ohnehin nur wegen der Dividende in Betracht gekommen, doch die wird ja nun gekürzt – vermutlich aufgrund der operativen Probleme nicht zum letzten Mal – und andere Werte sind hier einfach besser.
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Warum ich von der Mercedes-Benz-Aktie nicht überzeugt bin: Die Absatzflaute hält an, die Zollproblematik gibt es immer noch und die chinesischen Wettbewerber sind beim Thema Elektromobilität einfach weiter und vor allem günstiger. Was mich am meisten abschreckt: Die bereinigte Umsatzrendite mit den Premiumfahrzeugen liegt nur noch bei 5%, für dieses Jahr werden sogar nur 3 bis 5% erwartet. Das ist in meinen Augen ein Armutszeugnis und spricht nicht für einen operativen Turnaround.
ℹ️ Mercedes-Benz in Kürze
- Mercedes-Benz (WKN: 710000) ist einer der traditionsreichsten Autohersteller der Welt. Mit einem Absatz von rund 2,5 Millionen Fahrzeugen (Pkw und Vans) gehört der Konzern mit Sitz in Stuttgart zu den drei wichtigsten Autobauern Deutschlands.
- Gemessen am Umsatz zählt die Mercedes-Benz-Gruppe sogar zu den größten Autoherstellern der Welt.
- An der Börse wird das im DAX gelistete Unternehmen mit rund 52,6 Milliarden € bewertet.