Lululemon-Aktie nach -50% in einem Jahr: Einstiegszeit!
Der anhaltende Verkaufsdruck bei Lululemon hat die Bewertung inzwischen auf ein Niveau gedrückt, das gemessen am erwarteten Gewinn nur noch etwa dem Zehnfachen des Jahresüberschusses entspricht.
Aus Sicht vieler Investoren haben sich die Sorgen rund um das Geschäft in Nordamerika zunehmend in den Vordergrund geschoben. Dennoch erscheint die aktuelle Bewertung im Verhältnis zur operativen Entwicklung des Unternehmens außergewöhnlich niedrig. Zwar bestehen Risiken, doch die negative Marktstimmung wirkt mittlerweile deutlich stärker ausgeprägt als die fundamentalen Herausforderungen.
Internationale Expansion im Fokus
Während die Umsätze in Nordamerika unter Druck stehen, entwickelt sich das internationale Geschäft weiterhin dynamisch. Gerade diese Entwicklung spricht gegen die These, dass die Wachstumsgeschichte von Lululemon bereits beendet sei.
Zudem gelingt es dem Unternehmen trotz eines schwierigeren Marktumfelds regelmäßig, die Erwartungen der Analysten zu übertreffen. Seit dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025 wurde lediglich einmal die Konsensschätzung verfehlt. Das spricht für eine weiterhin solide operative Umsetzung.
Die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 wurden an der Börse zwar negativ aufgenommen, doch die Reaktion scheint vor allem auf einen vorsichtigeren Ausblick zurückzuführen zu sein. Operativ fiel das Quartal weniger schwach aus, als die Kursreaktion vermuten lässt.
Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um vier Prozent. Angesichts der Herausforderungen im amerikanischen Markt ist das ein respektables Ergebnis. Zwar gingen die Erlöse in Nord- und Südamerika um drei Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar zurück, gleichzeitig beschleunigte sich jedoch das Wachstum in anderen Regionen deutlich.
Besonders hervorzuheben ist Festlandchina, wo die Umsätze um 30 Prozent zulegten. Weitere internationale Märkte verzeichneten ein Wachstum von 13 Prozent. Inzwischen entfallen bereits 34 Prozent des Konzernumsatzes auf Regionen außerhalb Amerikas. Damit wird das Unternehmen zunehmend breiter aufgestellt und weniger abhängig von seinem Heimatmarkt.
Neue Filialen stützen Umsatzwachstum
Lululemon setzt seine Expansion konsequent fort und erhöhte die Zahl seiner Filialen gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent. Die zusätzlichen Standorte tragen wesentlich zum Umsatzwachstum bei.
Für eine nachhaltige Trendwende an der Börse dürfte jedoch mehr erforderlich sein. Entscheidend wird sein, dass sich auch die Umsätze bestehender Filialen wieder verbessern. Erst wenn die vergleichbaren Verkaufsflächen wieder Wachstum liefern, könnte dies als Auslöser für eine stärkere Kurserholung dienen.
Weniger erfreulich entwickelte sich hingegen die Profitabilität. Die operative Marge verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, dürfte die Bewertung des Unternehmens vorerst unter Druck bleiben, da Anleger dann niedrigere Gewinnzuwächse erwarten würden.
Aktienrückkäufe stärken Gewinn je Aktie
Positiv fällt die weiterhin aktionärsfreundliche Kapitalallokation auf. Im Berichtsquartal kaufte Lululemon rund 2,2 Millionen eigene Aktien zurück und gab dafür mehr als 358 Millionen US-Dollar aus.
Solche Rückkäufe reduzieren die Zahl der ausstehenden Aktien und können dadurch den Gewinn je Aktie unterstützen. Sollte das Unternehmen diese Strategie fortsetzen, könnte dies die Auswirkungen einer schwächeren Gewinnentwicklung teilweise ausgleichen und langfristig zusätzlichen Wert für die Anteilseigner schaffen.
Bewertung deutlich unter Branchenniveau
Die aktuelle Bewertung signalisiert erhebliche Skepsis der Anleger. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund zehn wird Lululemon deutlich günstiger gehandelt als viele Wettbewerber und auch deutlich unter dem Durchschnitt des Konsumgütersektors.
Während Wettbewerber wie Nike mit wesentlich höheren Gewinnmultiplikatoren bewertet werden, notiert Lululemon auf einem Mehrjahrestief. Auch auf Basis des erwarteten Gewinnwachstums ergibt sich gegenüber vergleichbaren Unternehmen ein deutlicher Bewertungsabschlag.
Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass der Markt derzeit vor allem die kurzfristigen Probleme einpreist und den langfristigen Wachstumsmöglichkeiten vergleichsweise wenig Gewicht beimisst.
Solide Bilanz schafft finanziellen Spielraum
Ein weiterer Pluspunkt ist die konservative Kapitalstruktur. Den Gesamtverbindlichkeiten von rund 2,14 Milliarden US-Dollar stehen liquide Mittel von etwa 1,51 Milliarden US-Dollar gegenüber.
Dank dieser starken Bilanz verfügt das Management über erhebliche Flexibilität. Gleichzeitig erwirtschaftete das Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar Nettogewinn. Dadurch wäre sogar ein beschleunigter Schuldenabbau problemlos möglich, falls dies strategisch gewünscht wäre.
Die Bilanz stellt somit keinen Belastungsfaktor für die Investmentthese dar.
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Hohe Margen bleiben ein Wettbewerbsvorteil
Auch wenn die Gewinne zuletzt rückläufig waren, zählt Lululemon weiterhin zu den profitabelsten Unternehmen der Branche.
Die Bruttomarge liegt bei rund 56 Prozent und damit deutlich über dem Branchendurchschnitt von etwa 39 Prozent. Noch eindrucksvoller fällt der Vergleich bei der Nettomarge aus. Mit rund 13 Prozent erzielt das Unternehmen mehr als das Dreifache des Sektormedians.
Diese Profitabilität rechtfertigt grundsätzlich eine höhere Bewertung als bei vielen Wettbewerbern. Voraussetzung ist allerdings, dass die Margen künftig stabilisiert werden können.
Wo liegen die Risiken?
Trotz der attraktiven Bewertung sind die Risiken nicht zu unterschätzen. Besonders die Entwicklung in Nordamerika bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Sollte sich der Umsatzrückgang in der wichtigsten Region fortsetzen, könnte die negative Marktstimmung weiter anhalten.
Hinzu kommt der Druck auf die Margen. Eine fortgesetzte Erosion der Profitabilität würde die Erwartungen an das Gewinnwachstum belasten und eine Neubewertung der Aktie erschweren.
Auch das makroökonomische Umfeld spielt eine wichtige Rolle. Sollten die Zinsen länger auf hohem Niveau bleiben, könnte dies die Konsumausgaben dämpfen. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass Investoren rückläufige Umsätze nicht nur als Folge einer schwächeren Nachfrage interpretieren, sondern als Hinweis auf Marktanteilsverluste gegenüber der Konkurrenz.
Langfristige Chancen überwiegen
Auch mit allen Herausforderungen erscheint die langfristige Investmentstory intakt. Das internationale Geschäft wächst dynamisch, die Profitabilität liegt weiterhin deutlich über dem Branchenschnitt und die Bilanz ist solide. Gleichzeitig wird die Aktie aktuell so niedrig bewertet wie seit Jahren nicht mehr.
Für eine nachhaltige Kurserholung müssen sich jedoch die Trends in Nordamerika stabilisieren und der Margendruck nachlassen. Gelingt dies, könnte der Markt die Aktie wieder mit deutlich höheren Bewertungskennzahlen versehen.
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Fazit
Lululemon steht kurzfristig vor mehreren Herausforderungen, doch die operative Entwicklung rechtfertigt die extrem niedrige Bewertung nur teilweise. Vor allem das starke internationale Wachstum, die immer noch hohe Profitabilität und die solide Bilanz sprechen dafür, dass das langfristige Potenzial des Unternehmens weiterhin unterschätzt wird.
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