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Lululemon-Aktie: Darum ist sie jetzt interessant

Einstiegsniveau attraktiv

Die Aktie von Lululemon Athletica hat nach der Veröffentlichung der letzten Quartalszahlen wieder verstärkt Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Während sich einige operative Schwächen zeigen, könnten sinkende Erwartungen und erste Stabilisierungstendenzen dem Papier des kanadischen Sportartikelherstellers neue Chancen eröffnen. Wir verraten, weshalb wir den Wert mittlerweile für kaufenswert halten.

Lululemon
stock.adobe.com/Robert

Solide Quartalszahlen trotz verlangsamtem Umsatzwachstum

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 übertraf Lululemon die Erwartungen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn je Aktie. Gleichzeitig zeigte sich jedoch eine Verlangsamung der Wachstumsdynamik.

Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um ein Prozent auf 3,64 Milliarden Dollar. Die globalen vergleichbaren Verkäufe legten um drei Prozent zu.

Der nordamerikanische Markt blieb weiterhin der wichtigste Umsatztreiber, entwickelte sich jedoch schwächer als in der Vorperiode. Der Umsatz in Nord- und Südamerika sank um vier Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar und machte damit 74 Prozent der gesamten Erlöse aus. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 77 Prozent. Wird die zusätzliche Kalenderwoche des Jahres 2024 herausgerechnet, blieb der Umsatz in der Region stabil. Damit verbesserte sich die Entwicklung gegenüber dem vorherigen Quartal, in dem ein Rückgang von zwei Prozent verzeichnet worden war.

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Strategische Neuausrichtung im Heimatmarkt

Während der Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen erläuterte das Management seine Strategie zur Stabilisierung des Nordamerika-Geschäfts. Ziel ist eine Rückkehr zu einem höheren Anteil von Verkäufen zum regulären Preis.

Dieses Vorhaben soll durch neue Produktimpulse, eine Reduzierung der Artikelvielfalt und eine striktere operative Steuerung erreicht werden. Ein zentrales Element ist dabei eine bessere Balance der Lagerbestände.

Parallel dazu arbeitet das Unternehmen daran, das Einkaufserlebnis der Kunden weiter zu verbessern. Sowohl in den Filialen als auch im Onlinehandel soll die Ansprache stärker lokalisiert werden. Ergänzt wird dies durch ein überarbeitetes Designkonzept und eine stärker aktivitätsorientierte Präsentation der Produkte, die eine klarere Markenstory vermitteln und das Einkaufserlebnis aufwerten soll.

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Internationale Märkte treiben Expansion voran

Außerhalb Amerikas entwickelt sich das Geschäft deutlich dynamischer. Besonders China und andere internationale Regionen tragen zunehmend zum Wachstum bei.

Auf dem chinesischen Festland stiegen die Umsätze um 24 Prozent auf 528,4 Millionen Dollar. Damit erhöhte sich der Anteil am Gesamtumsatz auf 15 Prozent gegenüber zwölf Prozent im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung der zusätzlichen Kalenderwoche ergibt sich sogar ein Wachstum von 32 Prozent im Jahresvergleich, auch wenn sich das Tempo gegenüber dem vorherigen Quartal leicht abgeschwächt hat.

Auch in den übrigen internationalen Märkten setzte sich die Expansion fort. Dort stiegen die Erlöse um zehn Prozent, beziehungsweise um 16 Prozent ohne die zusätzliche Woche. Der Anteil dieser Regionen am Gesamtumsatz erhöhte sich auf zwölf Prozent nach elf Prozent im Vorjahr. Das Produktangebot sowie die lokal angepassten Marketingstrategien stoßen weiterhin auf hohe Resonanz bei den Kunden.

Gewinnmargen geraten kurzfristig unter Druck

Auf der Profitabilitätsseite musste das Unternehmen Rückgänge bei den Margen hinnehmen.

Die Bruttomarge sank um 550 Basispunkte auf 54,9 Prozent. Hauptursachen waren höhere Importzölle sowie verstärkte Preisnachlässe im Verkauf. Auch die operative Marge ging deutlich zurück und fiel um 660 Basispunkte auf 22,3 Prozent. Ausschlaggebend dafür waren vor allem steigende Vertriebs- und Verwaltungskosten, die im Zuge laufender Investitionen in die Markenbekanntheit stärker ins Gewicht fielen.

Dennoch bestehen gute Chancen, dass sich die Margen in den kommenden Quartalen wieder erholen. Die strategische Rückkehr zu Verkäufen zum regulären Preis im nordamerikanischen Geschäft dürfte ebenso dazu beitragen wie effizientere Prozesse im Lager- und Lieferkettenmanagement. Zusätzlich setzt das Unternehmen verstärkt auf Automatisierung und Anwendungen künstlicher Intelligenz, um operative Effizienzgewinne zu realisieren.

Die Prognosen für den Gewinn je Aktie deuten darauf hin, dass das erste Quartal einen Tiefpunkt markieren könnte. Anschließend wird wieder mit einer steigenden Entwicklung gerechnet. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management allerdings zunächst noch einen Rückgang der Brutto- und operativen Margen um 120 beziehungsweise 250 Basispunkte.

Niedrigere Erwartungen senken die Messlatte

Obwohl Konsensschätzungen weiterhin von steigenden Umsätzen und Gewinnen ausgehen, haben Analysten ihre Wachstumserwartungen zuletzt nach unten angepasst. Damit sinkt die Hürde für positive Überraschungen.

Hinzu kommt eine gewisse Unsicherheit auf Führungsebene. Das Unternehmen hat bislang keinen dauerhaften Vorstandsvorsitzenden ernannt. Derzeit führen Meghan Frank und Andre Maestrini das Unternehmen gemeinsam als Interimschefs neben ihren bisherigen Funktionen als Finanzchefin und Chief Commercial Officer.

Gerade diese Kombination aus gedämpften Erwartungen und operativen Verbesserungen könnte jedoch Chancen eröffnen. Sollten die Quartalsergebnisse über den Prognosen liegen und der Ausblick angehoben werden, könnte die Aktie deutlich neu bewertet werden. Besonders entscheidend wird dabei die Entwicklung im nordamerikanischen Geschäft sein, da dieser Markt weiterhin den größten Umsatzanteil liefert.

Attraktive Bewertung im Branchenvergleich

An der Börse wird die Aktie derzeit mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 13,6 bewertet. Damit liegt die Bewertung rund 56 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Im Vergleich zu Wettbewerbern erscheint das Papier ebenfalls günstig. Die Aktie von Nike wird mit einem erwarteten KGV von rund 30,8 gehandelt, während Deckers Outdoor auf etwa 16,3 kommt.

Sollte sich tatsächlich ein Gewinn-Tiefpunkt im ersten Quartal bestätigen und anschließend wieder ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich einsetzen, wäre eine Bewertung in der Nähe des historischen Durchschnitts des S&P 500 plausibel. Dieser liegt langfristig bei etwa 18,8.

Wird dieses Bewertungsniveau auf eine Gewinnschätzung von 14,39 Dollar je Aktie für das Geschäftsjahr 2029 angewendet, ergibt sich ein theoretisches Kursziel von rund 270 Dollar. Ausgehend vom aktuellen Kurs entspricht das einem möglichen Aufwärtspotenzial von etwa 61 Prozent. Demgegenüber liegt das Risiko bis zum niedrigsten Kursziel der Analysten bei etwa zehn Prozent.

Risiken bleiben kurzfristig bestehen

Trotz der attraktiven Bewertung bleibt die kurzfristige Entwicklung nicht frei von Risiken. Eine nachhaltige Verbesserung bei Umsatz und Gewinn dürfte erst ab dem zweiten Quartal sichtbar werden.

Entscheidend wird dabei die Stabilisierung des amerikanischen Marktes sein, in dem das Management verstärkt auf Verkäufe ohne Preisnachlässe setzt. Gleichzeitig könnte das geopolitische Umfeld die Konsumstimmung belasten. Der Konflikt zwischen Iran und seinen Gegnern hat die Inflationserwartungen steigen lassen, was sich auf die Kaufkraft der Verbraucher auswirken könnte.

Auch aus technischer Sicht steht die Aktie vor einer wichtigen Hürde. Der Kurs muss zunächst den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei rund 185 Dollar überwinden. Eine solche Bewegung dürfte vor allem durch eine verbesserte fundamentale Bewertung unterstützt werden.

Perspektiven für langfristig orientierte Anleger

Der Weg zu einer nachhaltigen Erholung ist noch nicht vollständig geebnet. Entscheidend wird sein, dass sich sowohl Umsatz- als auch Gewinnwachstum tatsächlich beschleunigen.

Gelingt es jedoch, das nordamerikanische Geschäft mit der Strategie der Verkäufe zum regulären Preis wieder deutlich zu stärken, könnte sich für Investoren eine interessante Gelegenheit ergeben. In diesem Szenario würde sich das Chance-Risiko-Profil der Aktie klar zugunsten langfristiger Anleger verschieben.

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