Lufthansa-Aktie: Ist der Kurssprung nachhaltig?
Am Mittwoch ist die Erleichterung über die Waffenruhe im Iran-Konflikt deutlich zu spüren. Zweistellige Kurssprünge sind vielfach eingetreten. Auch die Deutsche Lufthansa profitiert von der Waffenruhe. Die Lufthansa-Aktie gewinnt aktuell knapp +10% und steht bei 8,20 €. Ist der Kursrückgang damit gestoppt?
Rückgang bei Energiepreisen
Die Chancen für eine vorübergehende Waffenruhe standen 50:50. Das US-Ultimatum an den Iran lief am Dienstag ab. In letzter Minute wurde durch die Vermittlung von Pakistan eine vorläufige Lösung gefunden. Jetzt sollen Verhandlungen stattfinden.
Verbunden mit einer Waffenruhe ist die Öffnung der Straße von Hormus. Damit können die festsitzenden Tanker wieder den Transport aufnehmen. Eine erste Reaktion waren deutlich gefallene Preise für Erdöl und Gas.
Diese Situation dürfte auch dazu führen, dass Kerosin günstiger wird. Allerdings sollte die Gesamtlage nicht überbewertet werden. Bis die festsitzenden Tanker ihre Ziele erreichen, dauert es.
Insgesamt ist die Entspannung zu begrüßen. Wichtig wird es, dass die Waffenruhe in eine endgültige Lösung übergeht. Ob das der Fall wird, ist offen.
Lufthansa erklärte nach eigenen Angaben, dass 80% des Bedarfs abgesichert sind. Für die restlichen 20% fallen jedoch Mehrkosten von 1,5 Milliarden € an. Es bleibt abzuwarten, ob der Konzern die Situation nutzt, um die restlichen 20% abzusichern. Eine vollkommene Absicherung ist nicht zu erwarten. Damit würde die Gesellschaft sich die Chancen auf weitere Preissenkungen verbauen.
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Flugbetrieb weiter angespannt
Aufgrund der hohen Kerosinpreise und der schwachen Auslastung der Flüge, prüfte der Luftfahrtkonzern, einen Teil der Flotte am Boden zu lassen. Das betrifft insbesondere ältere Flugzeuge, deren Kerosinverbrauch höher ist.
Ob der Flugbetrieb kurzfristig wieder zunimmt, ist fraglich. Die Nachfrage nach Flügen in den Nahen Osten dürfte vorerst weiterhin schwach bleiben. Die Fluggesellschaften dürften das wichtige Drehkreuz Dubai vorerst weiter meiden. Die Lage bleibt unsicher.
Was bedeutet das für die Aktie?
Heute überwiegt die Erleichterung, dass eine vorläufige Waffenruhe eingetreten ist. Es kommt jetzt auf die künftigen Verhandlungen an. Diese werden schwer und kompliziert werden. Iran wird seine Interessen vertreten, gleiches gilt für Israel. Die USA dürften an einer endgültigen Lösung interessiert sein.
Meiner Meinung nach, ist der heutige Kursanstieg nicht nachhaltig. In den kommenden 14 Tagen rechne ich je nach Nachrichtenlage mit einer hohen Volatilität. Lufthansa kämpft neben den hohen Kerosinpreisen auch mit hohen Personalkosten. Wenn es hier zu einem Streik kommt, ist ein Kursrückgang vorprogrammiert. Was momentan für die Aktie spricht, ist die gute Dividendenrendite von 4%.
Die Analysten sind sehr unterschiedlicher Meinungen. Die Deutsche Bank mit ihrem Zielkurs von 7 € und RBC mit 7,50 € sehen das ähnlich. Bernstein Research mit 9,20 € und die UBS mit 9,40 € halten die Aktie für unterbewertet.
Mein Fazit: Anleger sollten vorerst an der Außenlinie abwarten. Die Lage bleibt vorerst weiter unsicher.
Passend dazu: Während viele nur auf die Dividendenrendite schauen, bieten einige Titel derzeit beides – regelmäßige Ausschüttungen und deutliches Aufwärtspotenzial. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten für das kommende Jahr.
ℹ️ Lufthansa in Kürze
- Mit einer Flottengröße von über 700 Flugzeugen und mehr als 200 Flugzielen in der ganzen Welt zählt die Lufthansa zu den zehn größten Fluggesellschaften der Welt.
- Zur Lufthansa-Gruppe gehören auch die Fluggesellschaften Austrian, Brussels Airlines, Air Dolomiti, Eurowings und Swiss.
- Seit Januar 2025 hält die Lufthansa auch eine 41%-Beteiligung an ITA Airways. Eine vollständige Übernahme der italienischen Staatsfluglinie ist geplant.
- Die Lufthansa ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und knapp 10 Milliarden € wert.