Lufthansa-Aktie: Das könnte jetzt ratsam sein
Wie gewonnen, so zerronnen, so lässt sich der Kursverlauf der Lufthansa-Aktie zuletzt beschreiben. Nach dem gestrigen Kursanstieg verliert sie am Donnerstag aktuell -2,8% und steht bei rund 7,50 €. Maßgebend für die Kursschwankungen sind überwiegend Meldungen zum Iran-Konflikt. Was ist hier zu erwarten?
Hohe Kerosinpreise belasten
Was an den Tankstellen zu sehen ist, betrifft auch die Flugbranche, so auch die Deutsche Lufthansa. Der Iran-Konflikt und die Sperrung der Straße von Hormus für viele Tanker führen zu deutlich gestiegenen Preisen beim Kerosin.
Lufthansa erklärte nach eigenen Angaben, dass 80% des Bedarfs abgesichert sind. Für die restlichen 20% fallen jedoch Mehrkosten von 1,5 Milliarden € an. Selbst wenn die Tanker wieder sofort fahren könnten, ist mit einer schnellen Preissenkung nicht zu rechnen.
Ebenfalls beschäftigt sich der Konzern mit dem Gedanken, einen Teil der Flotte am Boden zu lassen. Das betrifft insbesondere ältere Maschinen, mit einem höheren Kerosinbedarf. Hierzu gibt es jedoch noch keine konkreten Beschlüsse.
Um die gestiegenen Kosten weiterzureichen, dürften höhere Flugpreise kommen. Das kann sich negativ auf das Flugverhalten auswirken. Ob die Touristen ihr Reiseverhalten ändern, bleibt abzuwarten. Insgesamt dürfte sich die Nachfrage nach Flügen jedoch reduzieren.
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Flugticketsteuer gesenkt
Um die deutschen Luftfahrtkonzerne wieder wettbewerbsfähiger zu machen, wird die Steuer auf Flugtickets ab Juli reduziert. Die jeweilige Reduzierung ist dann abhängig von der Entfernung des Ziels zu dem deutschen Startflughafen.
Der Konzern bemängelt die Steuersenkung als zu gering. Gleichzeitig wird auf die hohen Kosten an deutschen Flughäfen hingewiesen. Die Kosten lägen hier bei 4.531 € pro Start; bei europäischen Flughäfen bei 2.326 €. Das belastet hauptsächlich Lufthansa. Frankfurt und München sind die beiden Hauptstandorte.
Was bedeutet das für die Aktie?
Der Kursrückgang beruht fast ausschließlich auf dem Iran-Konflikt. Solange hier kein Ende des Krieges eintritt, dürfte es auch bei der Aktie zu keiner gravierenden Erholung kommen. Selbst nach einem Waffenstillstand bleibt der Preis für Kerosin hoch. Was momentan für die Aktie spricht, ist die gute Dividendenrendite von 4,4%.
Unter diesem Aspekt halte ich die Aktie vorerst für uninteressant. Krisenzeiten sind zwar gut für günstige Einstiege, hier halte ich das vorerst jedoch für wenig ratsam. Die Lufthansa leidet auch unter hohen Personalkosten.
Die Analysten sehen das ähnlich. Morgan Stanley senkte am Donnerstag ihren Zielkurs von 9,40 auf 7,50 €. Diese Abstufung war mitverantwortlich für den heutigen Kursrückgang. Das mittlere Kursziel der Analysten liegt bei 7,80 €.
Mein Fazit: Anleger sollten vorerst an der Außenlinie abwarten. Sollte der Konflikt weiter eskalieren, sind weitere Kursrückgänge vorprogrammiert.
Passend dazu: Während viele nur auf die Dividendenrendite schauen, bieten einige Titel derzeit beides – regelmäßige Ausschüttungen und deutliches Aufwärtspotenzial. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten für das kommende Jahr.
ℹ️ Lufthansa in Kürze
- Mit einer Flottengröße von über 700 Flugzeugen und mehr als 200 Flugzielen in der ganzen Welt zählt die Lufthansa zu den zehn größten Fluggesellschaften der Welt.
- Zur Lufthansa-Gruppe gehören auch die Fluggesellschaften Austrian, Brussels Airlines, Air Dolomiti, Eurowings und Swiss.
- Seit Januar 2025 hält die Lufthansa auch eine 41%-Beteiligung an ITA Airways. Eine vollständige Übernahme der italienischen Staatsfluglinie ist geplant.
- Die Lufthansa ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und rund 9 Milliarden € wert.