Lanxess-Aktie: Leicht über Allzeittief – was kommt jetzt?
Die Lanxess-Aktie beendete die vergangene Woche mit einem Kursverlust von rund –26 %. Am Montag gewinnt sie aktuell leicht und steht bei 13,20 €. Damit steht sie nur noch geringfügig über dem Allzeittief von 12,50 von 2009. Was ist hier zu erwarten?
Verkauf von Envalior verschoben
Envalior ist ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Finanzinvestor Advent HoldCo. Der Anteil des Chemiekonzerns liegt bei 40,9%. Geplant war, dass Advent 2026 den Anteil für rund 1,2 Milliarden € übernimmt. Der Finanzinvestor teilte mit, dass der Kauf in diesem Jahr nicht stattfindet, und verschiebt ihn auf später. Vertraglich ist das möglich; er kann bis April 2028 zu gleichen Konditionen verschoben werden.
Geplant war, dass mit dem Verkaufserlös die Schulden getilgt werden. Die Netto-Finanzschulden liegen bei knapp 2,1 Milliarden €. Gegenüber dem Vorjahr ist sie zwar etwas gesunken, ist jedoch immer noch hoch.
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Liquidität gesichert
2026 und 2027 werden Schuldverschreibungen von jeweils 500 Millionen € fällig. Mit dem Verkaufserlös wäre deren Tilgung gesichert gewesen. Der Konzern teilte mit, dass die Rückzahlung der Anleihe von 2026 gesichert ist. Es besteht ein Kreditrahmen über 550 Millionen €; möglich dürfte auch die Ausgabe einer neuen Anleihe sein.
Insgesamt sind die hohen Schulden ein Problem. Eine Rückzahlung aus dem aktuellen Cashflow ist nicht möglich. Dafür laufen die Geschäfte zu schlecht. Mittels einer strengen Kostendisziplin sollen die Kosten jährlich insgesamt um 150 Millionen € reduziert werden.
Prognose angepasst
Die anfängliche Jahresprognose wurde aufgrund der schwachen Nachfrage konkretisiert. Das operative EBITDA soll jetzt im unteren Bereich von 520 bis 580 Millionen € liegen. Am 19. März werden die nächsten Quartalszahlen veröffentlicht. Dann wird sich zeigen, wo das EBITDA tatsächlich liegt.
Was bedeutet das für die Aktie?
Insgesamt befindet sich die Lanxess-Aktie in einer schwachen Verfassung. Auf Jahressicht hat sich der Kurs seit dem Hoch von 32 € mehr als halbiert. Verantwortlich hierfür ist die schwache Nachfrage. Im Gegensatz zu anderen Chemie-Aktien wie beispielsweise BASF oder Evonik fiel der Rückgang hier deutlich größer aus.
In dem jetzigen Kursniveau ist zwar viel Negatives eingepreist, jedoch ist noch kein stabiler Boden gefunden. Aufgrund des hohen Preises für Erdöl sowie der Iran-Krise könnte sich die Lage nochmals verschlechtern.
Die Analysten sehen auch wenig Potenzial. Deren letzten Einschätzungen lagen bei Kursen von 14 bis 17 €.
Mein Fazit: Anleger sollten vorerst noch an der Außenlinie abwarten.
Am Rande erwähnt: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.
ℹ️ Lanxess in Kürze
- Lanxess ist ein Spezialchemiekonzern mit der Entwicklung und Herstellung von chemischen Zwischenprodukten, Spezialchemikalien und Kunststoffen.
- Neben dem Stammwerk in Leverkusen ist der Konzern in mehr als 30 Ländern vertreten. Firmensitz ist Köln.
- Der Chemiekonzern ist im MDAX gelistet und wird an der Börse mit knapp 1,2 Milliarden € bewertet.