K+S-Aktie: Ein Krisengewinner?
Als am Mittwoch die Kurse fast aller Aktien aufgrund des begrenzten Waffenstillstandes kräftig stiegen, verzeichnete die K+S-Aktie einen Rückgang. Der Düngerhersteller profitierte von der Schließung der Straße von Hormus. Am Freitag gewinnt sie aktuell leicht und steht bei 16 €: Lohnt sich hier ein Einstieg?
Waffenruhe belastet den Kurs
Es klingt paradox, dennoch ist die vorläufige Waffenruhe für das Unternehmen schlecht. Damit verbunden sollte die Freigabe der wichtigen Seestraße von Hormus sein. Mittlerweile ist jedoch wieder fraglich. Es kommt jetzt auf die weiteren Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran an.
Als der Krieg Ende Februar begann und die Seepassage durch den Iran gesperrt wurde, stiegen die Düngerpreise um 30 bis 40% an. Ein Großteil des Düngers wird im Nahen Osten hergestellt. Der Grund hierfür ist der hohe Gasbedarf von fast 90% für die Düngerproduktion. Gas ist der Region ausreichend verfügbar und relativ preiswert. Somit ist der Düngerpreis an den Gaspreis gekoppelt.
Der weitere wichtige Düngerlieferant Russland fällt aufgrund bestehender Sanktionen ebenfalls aus. Zudem beschränkt Russland den Export, um seine Bauern mit Dünger zu beliefern.
Hier zeigt sich, wie wichtig der Zusammenhang der Gaspreise mit den Düngerpreisen ist. Das Hauptprodukt von K+S ist Kali, deren Preise richten sich nach den Weltmarktpreisen.
Unternehmensziele erreicht
Das vergangene Geschäftsjahr ist dadurch gekennzeichnet, dass die eigenen Unternehmenswerte erreicht wurden. Der Umsatz mit 3,65 Milliarden € blieb gegenüber dem Vorjahr konstant. Deutlich besser entwickelte sich die Ertragslage. Das operative EBITDA stieg von 558 auf 613 Millionen €. Verantwortlich hierfür waren höhere Preise für landwirtschaftliche Dünger sowie für Industrieprodukte.
Das bereinigte Konzernergebnis ohne Berücksichtigung außerplanmäßiger Wertminderungseffekte verbesserte sich leicht um 3,6 Millionen € auf 125,5 Millionen €. Der Free Cashflow sank gegenüber dem Vorjahreswert mit 62 Millionen € deutlich auf 29 Millionen €.
Insgesamt sind die Geschäftszahlen vom 12. März als solide zu bezeichnen.
Dr. Christian H. Meyer, Vorstandsvorsitzender der K+S, kommentierte das abgelaufene Jahr so:
Trotz einiger Belastungsfaktoren wie der ungünstigen Entwicklung des US-Dollars haben wir beim operativen EBITDA im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 das obere Ende unserer ursprünglichen Prognosespanne erreicht.
Unsicherheit im laufenden Geschäftsjahr
Der Erfolg im laufenden Geschäftsjahr wird wesentlich von den Preisen für Dünger und Industrieprodukte abhängen. Beim operativen EBITDA wurde ein Wert von 600 bis 700 Millionen € genannt. Beim Free Cashflow wird ein ausgeglichener Wert erwartet.
Was bedeutet das für die Aktie?
Auf Jahressicht steht die Aktie wie vor einem Jahr. Der starke Kursrückgang im Jahresverlauf auf rund 11 € wurde durch wieder vollkommen ausgeglichen. Wenn die Straße von Hormus wieder dauerhaft freigegeben wird, ist mit sinkenden Düngerpreisen zu rechnen. Das wird den Kursverlauf negativ beeinflussen. Eskaliert die Situation, ist wieder mit steigenden Kursen zu rechnen.
Mittelfristig gehe ich von wieder sinkenden Preisen aus und halte das weitere Kurspotenzial für begrenzt. Viel wahrscheinlicher ist ein Kursrückgang. Die Dividende soll von 0,15 € auf 0,07 € gesenkt werden.
Die Analysten halten die Aktie mehrheitlich für überbewertet. Deren Einschätzungen liegen zwischen 10,20 € und 13,70 €.
Insgesamt spricht momentan wenig für einen Einstieg in die Aktie. Die Iran-Krise dürfte die Düngerpreise nur kurzfristig befeuern.
Tipp: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellsten Börsen-Chancen informiert.
ℹ️ K+S in Kürze
- K+S (WKN: KSAG88) mit Sitz in Kassel ist ein deutsches Bergbauunternehmen mit Schwerpunkt in der Kali- und Salzförderung. Der Konzern ist einer der weltweit führenden Anbieter von kali- und magnesiumhaltigen Produkten für landwirtschaftliche und industrielle Verwendungszwecke.
- K+S ist mit rund 15.000 Mitarbeitern vorwiegend in Europa, Nord- und Südamerika tätig.
- Das MDAX-Unternehmen wird an der Börse mit rund 2,9 Milliarden € bewertet.