Kontron-Aktie: Was gibt es hier zu meckern?

Neue Geschäftszahlen

Der österreichische IOT-Konzern steht momentan stark unter Druck; die Kontron-Aktie verlor gestern erneut rund -14%. Am Freitag gewinnt sie aktuell +3,4% und steht bei 18,60 €. Sind das jetzt wieder gute Einstiegschancen?

Kontron
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Ertrag deutlich gesteigert

Das zurückliegende Geschäftsjahr ist geprägt durch eine deutliche Verbesserung der Ertragslage. Das zeichnete sich bereits in den vorherigen Quartalsberichten ab. Das operative EBITDA stieg um 23% auf 237,4 Millionen €, bereinigt um Sondereffekte lag es bei 220,5 Millionen € (2024: 191,8 Millionen €). Prognostiziert wurden mehr als 220 Millionen €. Das bereinigte Konzernergebnis stieg von 90,7 auf 108,7 Millionen €.

Insgesamt sind das gute Zahlen. Sie lagen jedoch unter den Erwartungen der Marktexperten.

Der Konzernumsatz verringerte sich geringfügig auf 1,62 Milliarden € (2024: 1,68 Milliarden €). Hier machte sich der Verkauf einer Sparte negativ bemerkbar. Sehr stark entwickelten sich die Sparten Software + Solution sowie Defence. In der kleineren Sparte Umwelttechnologie fiel der Umsatz von 193 auf 151 Millionen €.

Beim operativen Cashflow wurde mit 167,7 Millionen € ein Rekordwert erzielt. Ebenfalls positiv ist, dass sich die Nettoverschuldung von 163 auf 147 Millionen € verringerte.

In der Summe sind die Geschäftszahlen für 2025 vom 26. März als gut zu bezeichnen.

Hannes Niederhauser, CEO der Kontron, kommentierte das vergangene Jahr so:

2025 war für Kontron ein Jahr der Transformation mit klaren Fortschritten bei Profitabilität und strategischer Fokussierung. Wir haben die richtigen Weichen gestellt, um diese Chancen in den Bereichen Defence, Transportation und Cybersicherheit konsequent zu nutzen und unsere technologische Führungsposition weiter auszubauen.

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Solider Ausblick gemeldet

Für das laufende Geschäftsjahr gibt der Konzern sich zuversichtlich. Die Transformation soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Beim Umsatz wird ein Wert von 1,75 bis 1,8 Milliarden € erreicht werden, hierbei kommt es auf den Absatz der Wallboxen an.

Das EBITDA soll bei 225 Millionen € liegen. In Bezug auf den erwarteten Umsatzanstieg bedeutet das einen Rückgang der Profitabilität. Diese Prognose dürfte konservativ sein.

Die Ziele für 2030 wurden bestätigt. Demnach soll der Umsatz auf 2,6 Milliarden € steigen und das EBITDA bei 420 Millionen € liegen.

Potenzial vorhanden

Aus meiner Sicht fiel der Kursrückgang übertrieben hoch aus. Die Enttäuschung der Experten liegt vielleicht daran, dass deren Ziele zu hoch waren. Das Unternehmen prognostizierte beim EBITDA einen Wert von mehr als 220 Millionen €. Somit war die Zielmarke klar benannt.

Für das laufende Geschäftsjahr gibt der Konzern sich beim Ertrag weiterhin vorsichtig. Hier dürften sich die Transformationskosten noch bemerkbar machen. Erwartet werden Einmalaufwendungen von 25 Millionen €. Die beiden kommenden Quartalsberichte werden zeigen, wohin die Reise geht.

Aus meiner Sicht besitzt die Aktie Potenzial, der faire Wert dürfte bei 25 € liegen. Das entspricht einem Potenzial von aktuell rund +34%. Einen Kursschub dürfte es durch das kurzfristig aufgelegte Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 50 Millionen € geben. Insgesamt sollen bis zu 2,9 Millionen Aktien erworben werden.

Die jüngsten Analysteneinschätzungen von der DZ Bank mit 31 € sowie Jefferies mit 27 € liegen über meinen Erwartungen.

Mein Fazit: Das jetzige Kursniveau bietet wieder gute Einstiegschancen. Sicherheitsorientierte Anleger sollten dagegen vorerst noch abwarten.

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ℹ️ Kontron in Kürze

  • Die Kontron AG (WKN: A0X9EJ) ist ein weltweit tätiger Technologiekonzern. Das Unternehmen ist in den Bereichen IoT (Internet of Things) und Digitalisierung tätig und bietet Kunden Produkte und Dienstleistungen wie Smart Automation, Echtzeit-Software, Konnektivität, Datenintelligenz und KI-Anwendungen an.
  • Neben dem Hauptsitz in österreichischen Linz ist der Konzern mit mehr als 24 Niederlassungen weltweit vertreten.
  • Kontron ist Mitglied im Technologieindex TecDAX und an der Börse aktuell rund 1,2 Milliarden € wert.
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