Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus normalisiert sich langsam, aber die Nervosität bleibt. Am Mittwoch zählte der Datenanbieter Kpler 70 Durchfahrten. Vor Ausbruch des Iran-Kriegs waren es täglich mehr als 100 gewesen.
Annäherung an Normalität, doch mit Fragezeichen
Windward, ein weiterer Datenanbieter, beschreibt den kommerziellen Verkehr in der Meerenge als sich einer „funktionellen Normalität" annähernd. Mehr Schiffe fahren heraus als hinein. China ist das Hauptzielland für ölexportierende Frachter. Beim Schüttgut, also Getreide und Düngemittel, hat der maritime Softwareanbieter AXSMarine sogar schon Vorkriegsniveau vermeldet. Bei Tankern sieht das noch anders aus.
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärten am heutigen Vormittag, dass Durchfahrten nur auf iranisch festgelegten Routen sicher seien. Kpler unterscheidet dabei zwischen drei Routen: entlang der iranischen Küste im Norden, der omanischen im Süden und einer mittleren Passage. Vier Tanker sollen laut Windward nach Funksprüchen der IRGC auf der Oman-Route umgekehrt sein.
Minen als ungelöstes Problem
Anfang März hatte der Iran die Meerenge durch Drohungen und Angriffe weitestgehend gesperrt. Die USA konterten mit einer eigenen Seeblockade. Beide Blockaden wurden im Zuge eines Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran aufgehoben. Unklar bleibt die Lage bei den Seeminen, die iranische Streitkräfte verlegt haben sollen. Ein US-Medienbericht vom Mai sprach von mindestens zehn Minen. Die britische Zeitung „Guardian" zitierte einen Experten des Verbands Intertanko mit der Zahl 80.
Was bedeutet das für die Börse?
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Ölrouten der Welt. Jede Störung treibt die Ölpreise hoch und belastet energieintensive Branchen. Die schleichende Normalisierung ist für Rohstoffmärkte zwar ein positives Signal. Aber solange Minengefahr besteht und die IRGC Routen diktiert, bleibt das Risiko eingepreist.
Quelle: dpa-AFX
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