Der Ölpreis bricht ein. Brent Rohöl rutschte heute erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar unter die Marke von 75 US$ je Barrel und kostete zuletzt nur noch 74,60 US$. Das ist ein Tagesrückgang von mehr als drei Prozent. Noch am Freitag hatte Nordseeöl über 80 US$ notiert.
Vom 120-Dollar-Hoch zurück auf Vor-Kriegs-Niveau
Damit nähert sich Brent wieder dem Niveau vom Vorabend des Iran-Kriegs an, das bei rund 70 US$ lag. Der Rückgang hat zwei klare Treiber. Erstens: Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran drücken auf die Kurse. Zweitens läuft der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder an. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat Sicherheitsgarantien erhalten, die es Hunderten von Schiffen ermöglichen, den Persischen Golf zu verlassen. Zur Erinnerung: Die Blockade dieser Route hatte den Ölpreis im März zeitweise auf über 120 US$ je Barrel getrieben.
1.150 Schiffe stecken noch fest
Ganz vorbei ist der Stau allerdings nicht. Nach einer Analyse der Allianz befinden sich noch rund 1.150 Schiffe im Persischen Golf. Der Versicherer schätzt den Wert der blockierten Schiffe und ihrer Ladung auf etwa 125 Milliarden US$. Selbst bei einer vollständigen Normalisierung würde die Auflösung dieses Staus mehrere Wochen dauern.
Was das für die Börse bedeutet
Der Ölpreisverfall ist Gift für Energieaktien. Wer Positionen in großen Ölproduzenten wie Shell, BP oder TotalEnergies hält, sollte jetzt genau hinschauen. Auf der anderen Seite profitieren Branchen mit hohem Energieeinsatz, etwa Chemie, Luftfahrt oder Logistik, von sinkenden Rohstoffkosten. Der Markt beobachtet außerdem, wie schnell der Schiffsstau im Golf abgebaut wird. Jede neue Freigabe von Tankern erhöht das Angebot und belastet den Preis weiter.
Quelle: dpa-AFX
Wenn Du die Märkte im Blick behalten möchtest, bist Du mit unseren kompakten und verlässlichen Updates immer einen Schritt voraus. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über relevante Nachrichten aus Wirtschaft, Börse und den einzelnen Unternehmen.