Jenoptik-Aktie: Im Schlepptau von ASML – zu Recht?

Hoffnungen geweckt

Die Jenoptik-Aktie springt am Mittwoch in der Spitze um rund +15%, mittlerweile korrigierte sie jedoch wieder. Mit aktuell 24,50 € beträgt der Kursanstieg +9,5%. Damit ist sie der größte Gewinner im TecDAX. Ist der starke Anstieg berechtigt?

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ASML und Texas Instruments lieferten starke Zahlen

Der Anlagenbauer für Chips ASML lieferte sehr starke Zahlen und übertraf die Erwartungen der Analysen deutlich. Besonders die hohen Auftragseingänge von 13,2 Milliarden € lagen doppelt so hoch wie von Marktexperten erwartet. Für das laufende Geschäftsjahr gibt der Konzern sich sehr zuversichtlich und erwartet Umsätze von 34 bis 39 Milliarden €.

Auch der US-Konzern Texas Instruments lieferte am Vortag gute Zahlen ab. Beide Werte wurden getrieben durch die hohe Nachfrage nach KI‑Chips. Jenoptik, ebenfalls Zulieferer der Chip-Industrie, profitierte von den guten Zahlen beider Konzerne.

Jahresprognose gesenkt

Mit Bekanntgabe der Quartalszahlen am 12. November wurde auch die Jahresprognose gesenkt. Ursache hierfür ist, dass das schwierige Umfeld seine Spuren hinterlässt. Statt eines erwarteten Umsatzes von 1,2 Milliarden € steht jetzt ein Umsatz auf Vorjahresniveau mit 1,12 Milliarden € auf dem Zettel. Erreicht wurden in den ersten neun Monaten 753,2 Millionen €.

Auch die operative EBITDA-Marge wurde von 21 bis 22% auf 18 bis 19,5% reduziert. In den ersten neun Monaten lag sie bei 17,5%. Positiv war, dass die Auftragseingänge im dritten Quartal mit 304,5 Millionen € im Vergleich zu den Vorquartalen wieder anzogen.

Insgesamt fielen die Geschäftszahlen schwach aus; die Anpassung der Jahresprognose war somit unumgänglich.

Was bedeutet das für den weiteren Kursverlauf?

Zu dem heutigen sehr hohen Kursanstieg führten Hoffnungen, dass es in der Chip-Branche allgemein wieder aufwärtsgeht. Dass das so nicht gilt, zeigte die reduzierte Jahresprognose. Positiv ist zwar der verbesserte Auftragseingang, ein Vergleich mit ASML ist jedoch wenig sinnvoll.

Meiner Meinung nach fiel der Kursanstieg übertrieben hoch aus. Andere Aktien von Ausrüstern wie beispielsweise Aixtron profitierten von den ASML-Zahlen überhaupt nicht. Für den weiteren Kursverlauf der Jenoptik-Aktie sind die eigenen Geschäftszahlen maßgebend. Und hier sieht es nicht so gut aus.

Wer seit dem Kursanstieg vom Juni letzten Jahres gute Kursgewinne erzielte, sollte über eine Realisierung oder zumindest eine Teilreduzierung nachdenken. Daran ist noch keiner gestorben und es werden auch wieder bessere Einstiegskurse kommen.

Die meisten Analysten sehen das ebenso. Lediglich Warburg Research mit ihrem Zielkurs von 32 € und die Berenberg Bank mit 29 € sind weiterhin zuversichtlich. Die UBS liegt mit ihrem fairen Kurs von 21,50 € am unteren Ende der Einschätzungen.

Mein Fazit: Der starke Kursanstieg ist übertrieben. Eine Korrektur dürfte erfolgen.

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ℹ️ Jenoptik in Kürze

  • Die Jenoptik AG (WKN: A2NB60) ist ein weltweit tätiger, börsennotierter Technologiekonzern, der sich in die drei photonischen Divisionen Light & Optics, Light & Production und Light & Safety gliedert. Die Produkte kommen in vielen Branchen zum Einsatz.
  • Neben der Halbleiterindustrie kommen die Produkte in vielen anderen Branchen zum Einsatz. Neben dem Hauptsitz in Jena ist der Technikkonzern in über 80 Ländern tätig.
  • Die im TecDAX gelistete Aktie wird aktuell mit 1,4 Milliarden € bewertet.
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