IREN-Aktie: Volatil, aber sehr chancenreich!

Erfolgreicher Trade
Redaktion

Unser Kauftipp zur IREN-Aktie im vergangenen Monat zu Kursen unter 34 US-Dollar hat sich als goldrichtig erwiesen. Mittlerweile konnte das Papier viel Boden gut machen und zeitweise sogar wieder nah an den 50 US-Dollar handeln. Die Volatilität bleibt aber hoch. Wie geht es jetzt weiter?

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Um das Potenzial von IREN einzuordnen, ist ein Blick auf das globale Umfeld der KI-Infrastruktur notwendig. Der Ausbau leistungsfähiger Rechenzentren scheitert weniger an Finanzierung als an physikalischen Grenzen, insbesondere bei Stromverfügbarkeit und Kühlung. Die häufig zitierte Erzählung einer KI-Blase verkennt, dass der eigentliche Flaschenhals in einem strukturellen Mangel an Energie liegt.

Strom als entscheidender Engpass

Der entscheidende limitierende Faktor für die Skalierung von KI ist die verfügbare elektrische Leistung. Der weltweite Bedarf an KI-Rechenzentrumskapazität soll bis 2027 auf 68 bis 84 Gigawatt steigen. Gleichzeitig gilt ein Großteil der bereits ans Netz angeschlossenen Kapazitäten als ausgeschöpft, während die Leerstandsquoten historisch niedrig sind. In diesem Umfeld ist IREN hervorragend positioniert, um sich als Anbieter für große Technologiekonzerne zu etablieren.

Diese Knappheit führt dazu, dass einmal errichtete und mit Strom versorgte Rechenzentren kaum Schwierigkeiten haben dürften, Mieter zu finden, solange die Nachfrage anhält. Sollten künftig steigende Leerstände auftreten, wäre dies ein erstes Signal für Margendruck und eine beginnende Kommodifizierung von Rechenleistung. Derzeit jedoch wachsen KI-Modelle weiter, benötigen immer mehr Rechenleistung und damit immer mehr Strom. Der langsame Ausbau neuer Stromerzeugung verschafft bestehenden Anbietern einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil, denn Hyperscaler können nicht jahrelang auf neue Kraftwerke warten.

Der Übergang zu Rechenzentren im Gigawatt-Maßstab

Die nächste Generation großer Sprachmodelle erfordert Trainingscluster in bislang ungekannten Dimensionen. Der Trend geht weg von 100-Megawatt-Anlagen hin zu einheitlichen Standorten mit einer Leistung von einem Gigawatt oder mehr, um Latenzen zu minimieren und den enormen Datenaustausch zwischen Hunderttausenden Grafikprozessoren zu bewältigen.

IREN kontrolliert einen der wenigen Standorte in Nordamerika, an dem ein zusammenhängender KI-Trainingskomplex dieser Größenordnung realisierbar ist. Damit rückt das Unternehmen in eine Schlüsselposition für die nächste Entwicklungsstufe der KI.

Westtexas als energetisches Fundament

Die Standorte in Childress und Sweetwater in Westtexas verfügen zusammen über eine gesicherte Leistung von rund 2.750 Megawatt. Für den Bau eines Superclusters mit mehr als einem Gigawatt ist ein zusammenhängendes Gelände unerlässlich, da verteilte Standorte zu spürbaren Latenzproblemen führen würden. Westtexas bietet große, flache und dünn besiedelte Flächen, darunter mehr als 1.800 Acres in Sweetwater, die einen solchen Aufbau ermöglichen.

Hinzu kommt die besondere Struktur des regionalen Stromnetzes. Starke Winde in der Nacht und hohe Solarerträge am Tag ergänzen sich und decken einen großen Teil des täglichen Strombedarfs ab. Entscheidend ist zudem, dass für diese Standorte bereits Netzanschlussvereinbarungen bestehen. Neue Anbieter müssten in Texas mit Wartezeiten von bis zu fünf Jahren rechnen, um überhaupt an das Netz angeschlossen zu werden. IREN verfügt bereits heute über entsprechende Genehmigungen für die volle Kapazität, was einen der größten Wettbewerbsvorteile darstellt.

Kryptomining als flexibles Energiemanagement

Der Bitcoin-Mining-Bereich wird oft als Nebenschauplatz betrachtet, erfüllt jedoch eine strategische Funktion. Das texanische Stromnetz ist volatil, und IREN nimmt aktiv an Programmen zur Laststeuerung teil. In Phasen hoher Wind- und Solarproduktion fallen die Strompreise teils ins Negative. In diesen Momenten wird das Unternehmen dafür bezahlt, Strom abzunehmen.

Das Mining digitaler Vermögenswerte wird so zu einer hochprofitablen Nutzung überschüssiger Energie, selbst mit älterer Hardware. Der höhere Stromverbrauch dieser Anlagen erhöht in solchen Phasen sogar die Vergütungen, was den Ansatz wirtschaftlich attraktiv macht.

Bestehende Anlagen und zukünftige Ausbaupfade

Vor einer Bewertung ist entscheidend, welche Vermögenswerte vorhanden sind und wann sie ihre volle Leistung erreichen. Der Standort Childress in Texas mit insgesamt 750 Megawatt ist vollständig ausgelastet. Rund 200 Megawatt werden derzeit für eine KI-Cloud-Infrastruktur im Auftrag von Microsoft umgebaut, inklusive moderner Flüssigkeitskühlung. Die verbleibenden Kapazitäten sind in luftgekühlten Rechenzentren untergebracht und vor allem für Bitcoin-Mining vorgesehen, da eine Umrüstung für KI sehr kostenintensiv wäre.

Der Standort Sweetwater mit rund 2.800 Megawatt befindet sich noch im Aufbau. Der erste Abschnitt mit 1.400 Megawatt soll im April 2026 ans Netz gehen und ist für einen großskaligen KI-Cluster vorgesehen. Nach Vertragsabschluss mit einem Großkunden beginnt der eigentliche Rechenzentrumsbau, der üblicherweise etwa ein Jahr dauert. Weitere 700 Megawatt sind für Ende 2027 geplant.

Ergänzt werden diese US-Anlagen durch kanadische Standorte mit etwa 160 Megawatt, die vollständig mit Wasserkraft betrieben werden. Diese werden derzeit von Mining auf kleinere KI-Anwendungen umgerüstet.

Finanzielle Schlagkraft und Liquidität

IREN plant bis 2028 den Betrieb von rund drei Gigawatt Rechenzentrumskapazität. Die Voraussetzungen dafür gelten als gegeben, da langfristige Energieverträge, geeignete Standorte und eine hohe Nachfrage vorhanden sind.

Zum jüngsten Quartalsbericht verfügte das Unternehmen über rund eine Milliarde US-Dollar an liquiden Mitteln und nahm anschließend weiteres Kapital auf. Dazu zählen eine Nullkupon-Wandelanleihe über eine Milliarde US-Dollar, eine Vereinbarung im Zusammenhang mit einem Microsoft-Projekt über 1,9 Milliarden US-Dollar, weitere Wandelanleihen über 2,3 Milliarden US-Dollar sowie eine Eigenkapitalerhöhung über 1,6 Milliarden US-Dollar zum Marktpreis. Insgesamt ergibt sich daraus eine potenzielle Liquidität von rund 6,8 Milliarden US-Dollar. Steigende Aktienkurse könnten allerdings zu zusätzlichem Verkaufsdruck durch Anleihegläubiger führen.

Ertragskraft ab dem Ende des Jahrzehnts

Für das Jahr 2029 wird davon ausgegangen, dass die Rechenzentren vollständig errichtet und vermietet sind. Das Geschäftsmodell lässt sich in zwei Segmente gliedern. Der KI-Cloud-Bereich mit 200 Megawatt für Microsoft generiert auf Basis eines Vertragsvolumens von 9,7 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre einen Jahresumsatz von rund 1,94 Milliarden US-Dollar. Nach Abschreibungen auf die benötigten Grafikprozessoren, Stromkosten, Betriebsausgaben und Steuern verbleibt ein geschätzter Jahresgewinn von rund 465 Millionen US-Dollar.

Das zweite Segment umfasst das klassische Vermietungsgeschäft mit rund 2.800 Megawatt. Bei konservativen Erlösen von 1,2 Millionen US-Dollar pro Megawatt ergibt sich ein Jahresumsatz von etwa 3,36 Milliarden US-Dollar. Nach Abschreibungen, Betriebskosten, hohen Grundsteuern in Texas und Zinsaufwand resultiert hier ein geschätzter Nettogewinn von rund 1,86 Milliarden US-Dollar.

In Summe könnte IREN im Jahr 2029 einen Nettogewinn von rund 2,3 Milliarden US-Dollar erzielen, ohne zusätzliche Erträge aus dem Bitcoin-Mining zu berücksichtigen.

Bewertung und Risiken

Verglichen mit einer aktuellen Unternehmensbewertung von etwa 15 Milliarden US-Dollar erscheint dieses Gewinnpotenzial erheblich. Bei einem moderaten Kurs-Gewinn-Verhältnis würde sich daraus ein deutlich höherer Marktwert ableiten lassen.

Risiken bestehen vor allem in weiterer Verwässerung durch Kapitalmaßnahmen, einer langfristigen Kommodifizierung von Rechenleistung sowie möglichen regulatorischen Eingriffen aufgrund der hohen Stromnachfrage von Rechenzentren.

Einschätzung

IREN profitiert von einem strukturellen Engpass im globalen KI-Ausbau, der kurzfristig kaum aufzulösen ist. Die Kombination aus gesicherter Stromversorgung, skalierbaren Standorten und flexibler Energienutzung verschafft dem Unternehmen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil und macht die Aktie aus heutiger Sicht besonders interessant.

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ℹ️ IREN in Kürze

  • IREN (ehemals Iris Energy) (WKN: 591767) ist ein australisches Technologieunternehmen mit Sitz in Sydney.
  • Das Unternehmen betreibt KI-Rechenzentren mit erneuerbarer Energie und ist zudem im Bereich des Bitcoin-Minings aktiv.
  • Die Rechenzentren von IREN befinden sich in Kanada und den USA.
  • IREN notiert an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist aktuell ca. 14,3 Milliarden US$ wert.
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