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ImmunityBio-Aktie: Bleibt sie die große Krebs-Hoffnung?

Offizielle Zulassung erwartet
Redaktion
Die Aktie von ImmunityBio zieht mit vielversprechenden Studiendaten viel Aufmerksamkeit der Biotech-Branche auf sich. Vor allem die Fortschritte rund um die Immuntherapie ANKTIVA könnten dem Unternehmen in den kommenden Jahren zusätzliche Wachstumsperspektiven eröffnen.

ImmunityBio entwickelt mit ANKTIVA einen Wirkstoff, der die Vermehrung von T-Zellen und natürlichen Killerzellen stimulieren soll. Dabei handelt es sich um einen speziell entwickelten Interleukin-15-Agonisten, der gezielt den IL-15-Signalweg nutzt. Anders als frühere Immuntherapien auf Basis von IL-2 aktiviert ANKTIVA keine immunsuppressiven regulatorischen T-Zellen, die in der Vergangenheit häufig die Wirksamkeit entsprechender Therapieansätze begrenzten.

Der Ansatz zielt darauf ab, eine sogenannte Lymphopenie zu behandeln und gleichzeitig speziell entwickelte CAR-NK-Zellen zu unterstützen. Diese standardisierten Immunzellen erkennen PD-L1-Antigene auf Tumorzellen und lösen deren Zerstörung aus. Dadurch kombiniert ImmunityBio die Aktivierung körpereigener Abwehrmechanismen mit gezielt eingesetzten Immunzellen gegen Krebs.

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Positive Signale aus der QUILT-88-Studie

Auf der ASCO-Konferenz 2025 präsentierte das Unternehmen Ergebnisse aus Kohorte C der QUILT-88-Studie. Untersucht wurden Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs ab der dritten Therapielinie. Die Teilnehmer erhielten ANKTIVA zusammen mit einer PD-L1-gerichteten NK-Zelltherapie sowie niedrig dosierter Chemotherapie.

Besonders auffällig war der Unterschied beim Gesamtüberleben zwischen Patienten mit erhöhtem Lymphozytenwert und jenen mit niedrigerem Wert. Patienten mit einem absoluten Lymphozytenwert über 1,045 × 10⁹ Zellen pro Liter erreichten ein medianes Gesamtüberleben von 7,1 Monaten. Bei den übrigen Patienten lag dieser Wert lediglich bei 3,1 Monaten.

Die Daten liefern damit Hinweise darauf, dass die CAR-NK-Zellen tatsächlich PD-L1-positive Tumorzellen angreifen können und ANKTIVA gleichzeitig die notwendige Immunaktivierung für deren Expansion unterstützt.

Weitere Studien stärken Argumentation

Zusätzliche positive Daten veröffentlichte ImmunityBio Anfang 2026 aus den Studien QUILT-2.023 und QUILT-3.055. Hintergrund dieser Programme ist die Annahme, dass Rückfälle nach Checkpoint-Therapien häufig mit Immunerschöpfung und einem Rückgang wichtiger Immunzellen zusammenhängen.

Die Ergebnisse der Studie QUILT-3.055 zeigten laut Unternehmen, dass Patienten unter der Kombination aus ANKTIVA und Checkpoint-Inhibitor deutlich länger lebten als Nicht-Responder. Das mediane Gesamtüberleben lag bei 16,2 Monaten gegenüber 11,8 Monaten.

Damit stärkt ImmunityBio die These, dass eine Wiederherstellung der Immunfunktion über natürliche Killerzellen und CD8-T-Zellen therapeutische Vorteile bringen könnte.

FDA-Entscheidung erhöht Aufmerksamkeit

Im Juni 2025 erhielt ImmunityBio von der US-Arzneimittelbehörde FDA eine erweiterte Zugangsgenehmigung für ANKTIVA. Die endgültigen Studiendaten wurden sogar erst nach dieser Entscheidung veröffentlicht.

Besonders relevant ist dabei die Nutzung des absoluten Lymphozytenwertes als Biomarker. Während viele Krebsmedikamente auf genetische Marker setzen, versucht ImmunityBio einen Zusammenhang zwischen Lymphozytenzahl und Gesamtüberleben regulatorisch zu etablieren. Die FDA scheint diesen Ansatz zumindest teilweise bereits anzuerkennen.

Sollte es dem Unternehmen gelingen, eine vollständige Zulassung zur Behandlung von Lymphopenie bei soliden Tumoren zu erhalten, könnte sich daraus ein erhebliches Marktpotenzial ergeben. Lymphopenie tritt bei zahlreichen Krebsarten auf und könnte ANKTIVA langfristig in mehreren Indikationen positionieren.

Hohe Erwartungen prägen Bewertung der Aktie

Im ersten Quartal 2026 meldete ImmunityBio Produktumsätze von 44,2 Millionen US-Dollar. Das operative Ergebnis lag gleichzeitig bei minus 69,8 Millionen US-Dollar.

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 8,4 Milliarden US-Dollar wird deutlich, dass die Börse derzeit vor allem auf zukünftige Entwicklungen setzt. Die aktuelle Bewertung spiegelt daher weniger die heutigen Geschäftszahlen wider als vielmehr die Hoffnung auf zusätzliche Zulassungen und einen breiteren kommerziellen Einsatz von ANKTIVA.

Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über liquide Mittel von rund 380 Millionen US-Dollar. Angesichts eines hohen Kapitalbedarfs für klinische Studien und Produktionsausbau könnten jedoch weitere Finanzierungsmaßnahmen notwendig werden. Eine mögliche Kapitalerhöhung dürfte kurzfristig Druck auf den Aktienkurs ausüben.

Zulassung bleibt entscheidender Kurstreiber

Die wichtigste Voraussetzung für weiteres Kurspotenzial bleibt eine vollständige Zulassung in der Lymphopenie-Indikation. Ein Scheitern würde die Wachstumserwartungen des Marktes erheblich verändern.

Gleichzeitig besitzt ImmunityBio bereits eine Zulassung im Bereich Blasenkrebs, was dem Unternehmen regulatorische Erfahrung und zusätzliche Glaubwürdigkeit verschafft. Entscheidend wird nun sein, ob die bisherigen Daten zur Immunrekonstitution und zur Verbesserung des Gesamtüberlebens in weiteren Studien bestätigt werden können.

ℹ️ ImmunityBio in Kürze

  • ImmunityBio (WKN: A2QQ2E) ist ein US-amerikanisches Biotech-Unternehmen mit Sitz in Culver City im Bundesstaat Kalifornien.
  • Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Immuntherapien zur Bekämpfung von Krebs und Infektionskrankheiten spezialisiert.
  • Größter Entwicklungserfolg von ImmunityBio ist der Wirkstoff Anktiva, ein sogenannter IL-15-Superagonist, der gezielt die die natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) und T-Zellen des Körpers aktiviert, um Tumore direkt anzugreifen.
  • Anktiva ist in den USA bereits für Patienten mit nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs zugelassen.
  • ImmunityBio notiert an der Technologiebörse Nasdaq und ist ca. 8,4 Milliarden US$ wert.

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Redaktion

Fazit

ImmunityBio zählt derzeit zu den ambitioniertesten Immuntherapie-Unternehmen im Biotech-Sektor. Gelingt die Ausweitung der Zulassung von ANKTIVA auf weitere Krebsindikationen, könnte die Aktie langfristig erhebliches Wachstumspotenzial entfalten.

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