Hypoport-Aktie: Kurs mehr als halbiert – zu Recht?
Die Hypoport-Aktie machte zuletzt wenig Freude. Sie befindet sich in einem langfristigen Abwärtstrend; seit dem Hoch im Juli mit 210 € beträgt der Kursverlust rund -62%. Am Dienstag gewinnt siue leicht und steht bei 81 €. Was ist jetzt zu erwarten?
Ertrag deutlich verbessert
Das große Manko des Plattformbetreibers für Finanzierungen und Versicherungen war zuletzt die geringe Profitabilität. Als die Zinsen stiegen und das Geschäft der Immobilienfinanzierungen stark zurückging, brach auch der Ertrag ein.
Mittlerweile machen sich die Restrukturierungsbemühungen bemerkbar. Der Rohertrag verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 10% auf 266 Millionen €. Das operative EBIT wuchs mit einem Anstieg von 85% auf 33 Millionen € überproportional. Die sich daraus ergebende EBIT-Marge stieg um 5 Prozentpunkte auf 12%.
Der Konzernumsatz stieg von 560,7 auf 602,6 Millionen €. Das Geschäft mit den Immobilienfinanzierungen legte wieder leicht zu. Der Marktanteil in der Sparkassen- und Genossenschaftsgruppe trug ebenfalls dazu bei.
Insgesamt sind die Zahlen solide ausgefallen, insbesondere die Richtung bei der Ertragsverbesserung stimmt.
Ronald Slabke, Vorstandsvorsitzender von Hypoport, kommentiert das abgelaufene Jahr so:
2025 war für unseren Kernmarkt der privaten Immobilienfinanzierung das zweite Jahr in Folge mit deutlicher Erholung nach dem Einbruch 2022.
Positiver Ausblick erwartet
Für das Jahr 2026 erwartet das Unternehmen eine weitere Profitabilitätssteigerung bei erneutem Wachstum. Die Marktanteile bei den einzelnen Bankengruppen sollen sich weiter erhöhen.
So soll der Rohertrag auf 280 Millionen € steigen, und das EBIT bei 40 bis 55 Millionen € liegen. Bis zum Ende des Jahrzehnts wird eine Verdopplung der EBIT-Marge angestrebt.
Was bedeutet das für die Aktie?
Der Kursverfall seit dem Hoch Mitte letzten Jahres mit rund 210 € ist wirtschaftlich unberechtigt. Die Geschäftszahlen zeigen, dass die Ertragskraft wieder deutlich zunahm. Dieser positive Trend soll sich auch im laufenden Geschäftsjahr fortsetzen.
Ich halte die Aktie für deutlich unterbewertet und sehe den fairen Wert bei 120 €. Das entspricht einem Potenzial von +50%. Wichtig ist zunächst jedoch, dass der Kurs in eine stabile Seitwärtsbewegung übergeht.
Die Mehrheit der Analysten ist deutlich positiver gestimmt. Die Berenberg Bank liegt mit ihrem Zielkurs von 200 € am unteren Ende der Einschätzungen; die Deutsche Bank mit 318 € liegt am oberen Ende. Lediglich das Bankhaus Metzler liegt mit ihrem Zielkurs von 124 € bei meinen Erwartungen.
Zusammenfassend halte ich das jetzige Kursniveau für eine gute Einstiegsbasis.
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ℹ️ Hypoport in Kürze
- Hypoport SE mit Sitz in Berlin ist Muttergesellschaft eines Netzwerks von Technologieunternehmen im Finanzbereich.
- Die Unternehmensgruppe besteht aus vier Segmenten: Kreditplattform, Privatkunden, Immobilienplattform und Versicherungsplattform. Das Herzstück von Hypoport ist Europace, laut Firmenangaben „Die größte deutsche Plattform für Immobilienfinanzierungen, Bausparprodukte und Ratenkredite“.
- Die Aktie ist im SDAX gelistet; die Marktkapitalisierung beträgt 542 Millionen €.