Hypoport-Aktie -12%: Kann man hier ein Schnäppchen machen?
Mit einem Kurseinbruch von -12% ist die Hypoport-Aktie am Dienstagmorgen der ganz große Verlierer im SDAX. Was steckt hinter dem herben Kursrückgang des Immobilienfinanzierungsplattform und können Anleger hier jetzt ein Schnäppchen machen?
Das Wachstum geht zurück
Auslöser des massiven Kurseinbruchs der Hypoport-Aktie war die Meldung, dass sich das Geschäftsvolumen im Schlussquartal 2025 rückläufig entwickelte. Von Oktober bis Dezember vermittelte die Immobilienfinanzierungsplattform 1% weniger Finanzierungen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Im Gesamtjahr legte das Finanzierungsvolumen allerdings um 13% auf knapp 75 Milliarden € zu. Das Hypoport-Management sprach von einem sich normalisierenden Marktumfeld.
Gut entwickelte sich 2025 laut Unternehmensangaben das Geschäft mit der Kreditvermittlung für den Kauf von sowohl Bestandsimmobilien als auch Neubauten. Das vermittelte Kreditvolumen für Refinanzierungen bewegt sich allerdings nach wie vor auf niedrigem Niveau. Zudem interessieren sich Kunden derzeit kaum für Kredite für die energetische Sanierung von Gebäuden.
Hypoport meldete darüber hinaus, dass sich das Geschäft mit Genossenschaftsbanken und Sparkassen gut entwickelte. Bei Privatbanken gab es allerdings im vergangenen Jahr keine Zuwächse in der Kreditvermittlung.
Vom 2- auf das 3-Jahrestief
Die Hypoport-Aktie befindet sich in einer charttechnisch sehr kritischen Situation. Heute geht es darum, das 2-Jahrestief bei 106 € zu halten.
Am Vormittag sieht es danach aus, als könnte dem SDAX-Titel diese Übung gelingen. Ein Durchbruch wäre eine charttechnische Katastrophe und könnte einen Kursrückgang auf das 3-Jahrestief bei 93 € auslösen.
Schwache Nachfrage, schwaches Angebot
Die Hypoport-Aktie ist derzeit meiner Meinung nach keinen Kauf wert. Die Zinsen für eine 10-jährige Immobilienfinanzierung liegen aktuell bei knapp 4%. Das ist für die meisten Kaufinteressenten ein zu hoher Wert und sorgt für eine sehr gedämpfte Nachfrage nach Immobilienkrediten.
Gleichzeitig ist das Angebot auf dem deutschen Immobilienmarkt immer noch sehr begrenzt. Der Bauturbo der Bundesregierung hat noch längst nicht gezündet. Dieser Angebotsengpass lässt die Preise für Häuser und Wohnungen, vor allem in den Ballungsräumen, auf sehr hohem Niveau verharren — zu hoch für die meisten Käufer.
Im Herbst hatte der Hypoport-Vorstand die Umsatzprognose für das Jahr 2025 von 640 auf 600 Millionen € gekappt. Das EBIT-Ziel liegt weiterhin bei 30 bis 36 Millionen €.
Für meinen Geschmack verdient der Finanzdienstleister einfach zu wenig Geld und eine Wachstumsdynamik beim Umsatz ist auch nicht zu erkennen. Mit einem Forward-KGV von 24 kann man bei der Hypoport-Aktie definitiv nicht von einem Schnäppchen sprechen.
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ℹ️ Hypoport in Kürze
- Hypoport SE (WKN: 549336) mit Sitz in Berlin ist Muttergesellschaft eines Netzwerks von Technologieunternehmen im Finanzbereich.
- Die Unternehmensgruppe besteht aus vier Segmenten: Kreditplattform, Privatkunden, Immobilienplattform und Versicherungsplattform. Das Herzstück von Hypoport ist Europace, laut Firmenangaben „Die größte deutsche Plattform für Immobilienfinanzierungen, Bausparprodukte und Ratenkredite“.
- Die Aktie ist im MDAX gelistet; die Marktkapitalisierung beträgt ca. 740 Millionen €.
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