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Hochtief-Aktie: Geht es weiter hoch oder wieder tiefer?

Seit Montag im DAX
Die Hochtief-Aktie gehört zu den stärksten Performern am deutschen Aktienmarkt. Allein in diesem Jahr hat das Papier knapp +50% zulegen können. Auf Sicht von 12 Monaten hat sich der Wert der Aktie sogar mehr als verdreifacht. Der starke Lauf hat dem Baustoffkonzern zum Aufstieg in die erste deutsche Börsenliga verholfen. Doch sollten Anleger jetzt immer noch kaufen oder lieber auf einen günstigeren Einstiegspunkt warten?

DAX-Aufnahme sorgt zunächst für Kaufdruck

Am Montag wurde der Einzug in den DAX vollzogen. Dort ersetzt Hochtief die Porsche SE und gehört nun offiziell zu den 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands. Der Schritt war allerdings längst erwartet worden und wurde von vielen Marktteilnehmern bereits Wochen zuvor eingepreist.

Vor allem passive Fonds und ETFs, die den DAX exakt nachbilden, mussten die Aktie zum Stichtag kaufen. Dieser technisch bedingte Kaufdruck trieb den Kurs zusätzlich an. Doch sobald diese Umschichtungen abgeschlossen sind, verschwindet häufig ein wichtiger Kurstreiber.

Genau dieses klassische „Buy the Rumor, Sell the News“-Muster könnte sich nun bei Hochtief verstärkt zeigen. Zu beachten ist auch der vergleichsweise geringe Streubesitz. Rund 80% der Aktien befinden sich in den Händen des spanischen Mehrheitsaktionärs ACS. Dadurch können bereits kleinere Zu- oder Abflüsse überdurchschnittliche Kursbewegungen auslösen.

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Operativ läuft es weiterhin rund

Fundamental gibt es derzeit wenig Anlass zur Sorge. Im Gegenteil: Die Essener profitieren gleich von mehreren langfristigen Wachstumstrends.

Besonders stark entwickelt sich das Geschäft rund um den Bau von KI-Rechenzentren. Über die US-Tochter Turner ist Hochtief an zahlreichen Großprojekten für Technologiekonzerne beteiligt. Gleichzeitig sorgen milliardenschwere Infrastrukturprogramme sowie steigende Verteidigungsinvestitionen weltweit für zusätzliche Nachfrage.

Auch die Zahlen überzeugen. Im ersten Quartal stieg das operative Nettoergebnis um 30% auf 217 Millionen €. Der Auftragseingang legte währungsbereinigt um 27% zu. Mit 79,3 Milliarden € erreichte der Auftragsbestand einen neuen Rekordwert und bietet hohe Visibilität für die kommenden Jahre. Für 2026 stellt das Management einen operativen Gewinn zwischen 950 Millionen und 1,025 Milliarden € in Aussicht.

Analysten werden vorsichtiger

Trotz der starken Geschäftsentwicklung mahnen viele Analysten inzwischen zur Zurückhaltung. Der Konsens lautet überwiegend „Halten“. Die Kursziele bewegen sich zwischen 464 und 495 € und liegen damit unter den zuletzt erreichten Kursniveaus.

Zwar sehen die Experten weiterhin Rückenwind durch den KI-Infrastrukturboom und die prall gefüllten Auftragsbücher. Gleichzeitig gilt die Bewertung mittlerweile als anspruchsvoll. Mit einem Forward-KGV von knapp 40 sind bereits hohe Erwartungen eingepreist. Zudem hat sich die Aktie innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht – ein Tempo, das dauerhaft schwer aufrechtzuerhalten ist.

Apropos – wer lieber mit Tech-Aktien Renditechancen ergreifen möchte: Unser Report „KI-Gewinner 2026“ enthüllt die Unternehmen mit dem größten Wachstumspotenzial im KI-Sektor.

ℹ️ Hochtief in Kürze

  • Hochtief (WKN: 607000) ist ein internationaler, führender Baukonzern. Neben dem klassischen Baugeschäft entwickelt der Konzern sich immer mehr zum Projekt-Unternehmen mit einem breiten Dienstleistungsgeschäft.
  • Neben dem Hauptsitz in Essen unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen. Großaktionär mit 77,5% ist die spanische ACS-Gruppe.
  • Die Aktie ist im MDAX gelistet und wird aktuell mit knapp 40 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Hochtief bleibt einer der großen Profiteure der weltweiten Investitionswelle in Infrastruktur, Digitalisierung und KI-Rechenzentren. Der DAX-Aufstieg erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit bei internationalen Investoren.

Nach der spektakulären Kursrallye rückt jedoch die Bewertung zunehmend in den Fokus. Die operative Entwicklung spricht weiterhin für den Konzern, doch viele positive Szenarien scheinen bereits im Kurs enthalten zu sein.

Ich würde Anlegern daher raten, erst einmal an der Seitenlinie zu bleiben und auf einen günstigeren Einstiegspunkt zu warten.