Hellofresh-Aktie -11%: Gibt es überhaupt noch Hoffnung?
Die Hellofresh-Aktie crasht am Donnerstagmorgen um -11% und fällt auf ein neues 12-Monatstief. Hat der Kochboxen- und Fertigmahlzeitenversand mit seinen Zahlen so stark enttäuscht und gibt es überhaupt noch Hoffnung für das Unternehmen?
Ergebnis hui, Umsatz pfui
Die Umsatzentwicklung im vergangenen Jahr war tatsächlich eine herbe Enttäuschung. Der Jahresumsatz von Hellofresh ging um fast 12% auf 6,76 Milliarden € zurück. Währungsbereinigt lag der Umsatzrückgang bei 9%.
Trotz des massiven Umsatzverlustes konnte Hellofresh seinen Gewinn steigern. Das bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich um 6% auf 423 Millionen €. Währungsbereinigt lag der EBITDA-Anstieg sogar bei 14%.
Mit einem derart starken Gewinnwachstum hatte der Markt allerdings bereits im Vorfeld gerechnet. Grund für die deutliche Verbesserung der Marge waren die erfolgreichen Effizienzmaßnahmen, die Hellofresh in den vergangenen Monaten umsetzte.
Neben dem Umsatzrückgang gibt es aber noch zwei weitere Faktoren, die den massiven Kursverlust der Hellofresh-Aktie erklären können. Zum Ersten verlief das Schlussquartal im Segment Fertiggerichte schwächer als erwartet. Für die Börse ist dieses Segment die Zukunftshoffnung von Hellofresh, da das Geschäft mit Kochboxen ausgereizt ist.
Zum Zweiten kündigte das Unternehmen den Rückzug auf Italien und Spanien an. In beiden südeuropäischen Ländern sieht das Hellofresh-Management keine Perspektive mehr, jemals eine signifikante Größe und Profitabilität zu erreichen.
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Bald ein neues Allzeittief?
Das Chartbild der Hellofresh-Aktie trübt sich durch den heutigen Crash massiv ein. Bereits in den letzten Wochen scheiterte der MDAX-Wert mehrfach am Widerstand bei 6 €. Nun bricht er auf ein neues 12-Monatstief ein.
Das Allzeittief bei 4,50 € rückt damit in Griffweite. Ich gehe davon aus, dass es in naher Zukunft getestet wird.
Das Geschäftsmodell ist am Ende
Ich habe keine Hoffnung mehr für die Hellofresh-Aktie. Von 2022 bis 2024 konnte der Kochboxenversand kein Wachstum mehr generieren und seit letztem Jahr befindet sich das Unternehmen sogar auf dem absteigenden Ast.
Das zeigt deutlich, dass das Geschäftsmodell von Hellofresh am Ende ist. In wichtigen Auslandsmärkten scheint es gar nicht zu funktionieren. Der Rückzug aus Italien und Spanien ist nur ein weiterer Nagel im Sarg von Hellofresh.
Auch der einstige Hoffnungsträger Fertigmahlzeiten hat nicht die Erwartungen erfüllt. Der Wettbewerb durch andere Lebensmittelkonzerne und die Gastronomie ist einfach zu groß.
Für mich liegt die Zukunft von Hellofresh nur noch in einer Übernahme durch einen anderen Lebensmittelversandkonzern. Allein hat das Unternehmen in meinen Augen keine Perspektive mehr.
Das Allzeittief bei 4,50 € ist mehr allzu weit entfernt. Ich gehe davon aus, dass die Hellofresh-Aktie in den kommenden Woche auf einen neuen historischen Tiefststand fällt.
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ℹ️ HelloFresh in Kürze
- Die HelloFresh SE (WKN: A16140) mit Sitz in Berlin ist ein Anbieter sogenannter „Kochboxen“. Dabei handelt es sich um Pakete mit vorbereiteten Zutaten, vorwiegend aus lokalem Anbau, und einem Rezept.
- Die Boxen können von Verbrauchern selbst zu Mahlzeiten zubereitet werden. Die Kochboxen von HelloFresh sind in Abonnements erhältlich.
- Darüber hinaus bietet HelloFresh inzwischen auch Fertigmahlzeiten zur Bestellung an.
- Neben Deutschland ist der Kochboxenversender in zahlreichen weiteren Ländern aktiv.
- Das 2011 gegründete Unternehmen ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und aktuell ca. 790 Millionen € wert.