Heidelberger Druck-Aktie: -20% seit Jahresanfang – was kommt jetzt?
Die Heidelberger Druck-Aktie erlitt seit Jahresanfang herbe Kursverluste. Am Montag verliert sie aktuell -1,3% und steht bei knapp 1,60 €. Damit beträgt der Kursverlust insgesamt -20%. Sind das wieder günstige Einstiegskurse?
Rückläufige Aufträge belasten
Die Neun-Monats-Zahlen vom 5. Februar sind insgesamt als solide zu bezeichnen, das gilt insbesondere für die Ertragslage. Hier machte sich die Restrukturierung, verbunden mit einem deutlichen Personalabbau, positiv bemerkbar.
Der Umsatz legte um 6,1% gegenüber dem Vorjahr auf 1,6 Milliarden € zu. Sehr stark ist das Geschäft in Europa verlaufen, auch das Segment des Maschinenbaus für Verpackung und Etikettierung konnte überzeugen.
Das operative EBITDA stieg von 86 auf 114 Millionen €. Hier wirkten sich die gesunkenen Personalkosten deutlich aus. Die EBITDA-Marge erhöhte sich um 1,4 Prozentpunkte auf 7,1%. Sehr wichtig ist, dass beim Nettogewinn der Turnaround gelungen ist. Aus einem Vorjahresverlust von 42 Millionen wurde ein Gewinn von 17 Millionen €.
Jürgen Otto, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen, kommentierte die Zahlen so:
Mit den von uns angestoßenen Maßnahmen bestätigen wir unseren Wachstumsplan. HEIDELBERG ist strategisch wie operativ sehr gut positioniert.
Die Jahresprognose wurde aufgrund der bisherigen Zahlen bestätigt. Demnach soll der Umsatz bei 2,35 Milliarden € liegen und bei der EBITDA-Marge stehen 8% auf dem Zettel.
Konzernumbau geht weiter
Neben dem klassischen Maschinenbau von Druck- und Verpackungseinheiten setzt der Konzern auf innovative Zukunftstechnologien. Hierzu gehören die Segmente Defence, Sicherheit und Energie. Diese neuen Einheiten wurden in dem Geschäftsfeld HD Advanced Technologies gebündelt. Der Umsatz lag mit 42 Millionen € nur geringfügig über dem Vorjahreswert.
Potenzial vorhanden
Wie schnell es mit dem Kursanstieg gehen kann, zeigte sich im Sommer letzten Jahres. Als der Konzern eine Kooperation mit dem Rüstungsunternehmen Vincorion Advanced bekanntmachte, sprang der Kurs von 1,60 auf 2,50 €. Wenn aus den neuen Geschäftsfeldern deutliche Umsatzsteigerungen kommen, dürfte das damalige Kursniveau wieder erreichbar sein.
Momentan belastet jedoch der Auftragsrückgang; er sank von 1,8 auf 1,6 Milliarden €. Das kam bei den Börsenteilnehmern nicht gut an. Allerdings war der hohe Auftragseingang im letzten Jahr maßgebend von der drupa-Messe stark geprägt.
Meiner Meinung nach ist die Aktie unterbewertet, der faire Wert dürfte bei 2 € liegen. Momentan überwiegt jedoch die Skepsis bei den Anlegern. Warburg Research senkte ihren Zielkurs von 2,20 € auf 1,70 €. Hier wurde ebenfalls auf den rückläufigen Auftragseingang verwiesen. Die Baader Bank und die LBBW mit jeweils 2,40 € sind weiterhin zuversichtlich.
Mein Fazit: Anleger sollten vorerst noch abwarten. Erst muss sich ein Boden bilden.
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ℹ️ Heidelberger Druck in Kürze
- Die Heidelberger Druckmaschinen AG, kurz Heidelberg genannt, ist ein Anbieter von Präzisionsmaschinen und der weltweit führende Hersteller von Bogenoffset-Druckmaschinen. Daneben ist das Unternehmen auch im Flexodruck für den Verpackungsmarkt und im digitalen Etikettendruck positioniert.
- Der Konzern beschäftigt über 9.500 Mitarbeiter und ist an 250 Standorten in über 170 Ländern vertreten, Hauptsitz ist in Heidelberg.
- Derzeit erreicht die Gesellschaft eine Marktkapitalisierung von rund 474 Millionen €.