Heidelberger Druck-Aktie +18%: Volle Kraft ins Rüstungsgeschäft
Die Heidelberger Druck-Aktie schießt am Dienstagvormittag um +18% in die Höhe und ist damit der stärkste Wert unter allen größeren deutschen Werten. Was steckt hinter dem gewaltigen Kurssprung des Druckmaschinenherstellers und wie sollten Anleger darauf reagieren?
Ein neues Kompetenzzentrum
Auslöser des heutigen Kursgewinns der Heidelberger Druck-Aktie ist die Nachricht, dass der deutsche Industriekonzern Gas gibt bei seiner strategischen Transformationen, genauer gesagt, beim Ausbau seines neuen Geschäftsbereichs Rüstungstechnik.
Bereits Mitte März sorgte der Konzern mit der Ankündigung für Aufsehen, dass er gemeinsam mit dem israelischen Drohnenabwehrunternehmen Ondas Autonomous Systems ein Joint Venture namens ONBERG Autonomous Systems gründen wird. Heidelberger Druck wird 49% am Gemeinschaftsunternehmen halten, Ondas mit 51% die Mehrheit.
Hauptziel des Joint Ventures ist die Schaffung eines integrierten Anbieters für C-UAS-Systeme (Counter-Unmanned Aircraft Systems). ONBERG soll von der Beratung über die Hardware bis hin zur Software alles aus einer Hand liefern, um kritische Infrastrukturen, wie Flughäfen, Kraftwerke und Militärbasen in Europa zu schützen.
Nun hat Heidelberger Druck in dieser Angelegenheit nachgelegt. Der Konzern baut seinen Standort in Brandenburg an der Havel zu einem Zentrum für Drohnenabwehr aus. Die Bedeutung dieses Rüstungstechnikhubs wurde gestern durch einen Besuch des Brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke unterstrichen.
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Auf dem Weg der Besserung
Das Chartbild der Heidelberger Druck-Aktie ist auf dem Weg der Besserung. Der Kurs hat zuletzt bei knapp über 1,30 € Halt gefunden. Für eine nachhaltige Trendwende muss der SDAX-Titel aber das Kursniveau von 1,85 € knacken.
Endlich einen Fantasietreiber gefunden
Die Story von Heidelberger Druck erinnert mich stark an die von Deutz. Sowohl der Druckmaschinenhersteller als auch der Motorenbauer sehen ihre Zukunft aufgrund eines gesättigten Kerngeschäfts in der Rüstungsindustrie. Beide Aktien scheinen stark davon zu profitieren.
Die Strategie von Heidelberger Druck, sich breiter aufzustellen, halte ich für richtig. In den letzten Jahren konnte der Konzern kein Wachstum mehr generieren. Um neue Fantasie an der Börse zu wecken, mussten ein neuer Kurstreiber her. Mit dem Einstieg in das Rüstungsgeschäft scheint dieser gefunden worden zu sein.
Die Bewertung der Heidelberger Druck-Aktie ist vor dem Hintergrund dieser neuen Fantasie in Ordnung. Das Forward-KGV steht bei aktuell 10.
Analysten sehen aktuell ein ordentliches Upside für den SDAX-Titel. Das durchschnittliche Kursziel liegt +40% über dem aktuellen Kursniveau. Bullen wie die Baader Bank sehen mit einem fairen Wert von 2,40 € sogar noch mehr Potenzial.
Die Bäume der Heidelberger Druck-Aktie werden meiner Einschätzung nach nicht in den Himmel wachsen. Aber Anleger, die auf der Suche nach einer soliden deutschen Industrieaktie mit einer interessanten Wachstumsgeschichte sind, werden hier fündig.
In diesem Zusammenhang: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.
ℹ️ Heidelberger Druck in Kürze
- Die Heidelberger Druckmaschinen AG, kurz Heidelberg genannt, ist ein Anbieter von Präzisionsmaschinen und der weltweit führende Hersteller von Bogenoffset-Druckmaschinen. Daneben ist das Unternehmen auch im Flexodruck für den Verpackungsmarkt und im digitalen Etikettendruck positioniert.
- Der Konzern beschäftigt über 9.500 Mitarbeiter und ist an 250 Standorten in über 170 Ländern vertreten, Hauptsitz ist in Heidelberg.
- Heidelberger Druck ist Mitglied im Small Cap-Index SDAX und ca. 490 Millionen € wert.