Halliburton-Aktie: Ein Profiteur im Venezuela-Konflikt?

Hohe Erwartungen

Mit der Bekanntgabe der Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro durch die USA sprang die Halliburton-Aktie kurzfristig um +15% in die Höhe. Ein Großteil davon ist wieder verpufft; am Dienstag steht sie aktuell bei 26,20 €. Lohnt sich hier ein Einstieg?

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Ölförderung in Venezuela

Venezuela verfügt mit 303 Milliarden Barrel weltweit über die größten Erdölreserven; das sind rund 17% der Gesamtmenge. Der Förderanteil liegt aktuell nur bei rund 2%. Ursache hierfür sind überwiegend veraltete Förderanlagen und Misswirtschaft.

Die ehemaligen großen amerikanischen Ölunternehmen wurden 2007 von dem damaligen Präsidenten Hugo Chávez verstaatlicht. Lediglich der amerikanische Ölkonzern Chevron ist dort noch aktiv. 2019 verbot der damalige US-Präsident Trump (erste Amtsperiode) die Einfuhr von venezuelischem Erdöl (nur Chevron darf noch liefern) und verhängte Sanktionen gegen das Land.

Die Folge war, dass das Land immer weniger Devisen aus dem Ölhandel einnahm und folglich auch wenig in die Förderanlagen investierte.

Wirtschaftliche Absichten der USA

Mit der Entführung von Maduro verfolgen die USA auch wirtschaftliche Interessen in dem Land. So soll die Ölförderung wieder auf Vordermann gebracht werden und die ehemaligen amerikanischen Ölkonzerne sollen entschädigt werden.

Ob dies kurzfristig gelingt, ist sehr fraglich. Bevor Investitionen stattfinden, muss Rechtssicherheit herrschen. Wer zukünftig das Land regiert und mit welchem Ziel, ist momentan völlig ungeklärt. Sollte sich das Land für ausländische Investitionen öffnen und Sicherheit garantieren, sind massive Investitionen zu erwarten. Wird das Land von dem jetzigen Regierungsapparat weitergeführt, ändert sich wenig.

Was bedeutet das für die Aktie?

Im besten Szenario finden hohe ausländische Investitionen statt. Dabei dürfte Halliburton als einer der weltgrößten Ausrüster von Ölförderanlagen deutlich profitieren. Im schlechtesten Falle bleibt alles so, wie es ist, und es erfolgen keine Investitionen. Trump kündigte zwar an, dass er den jetzigen Zustand ändern will; das Wie bleibt jedoch abzuwarten.

Aus meiner Sicht profitiert die Aktie kurzfristig kaum von dem Vorgang in Venezuela. Der Kurssprung dürfte wieder vollkommen verpuffen. Seit Mitte des vergangenen Jahres ist der Kurs um rund +45% gestiegen. Hierfür ist die Strategie von Trump verantwortlich, die Ölförderung wird wieder massiv ausgebaut.

Aus meiner Sicht lohnt sich ein Investment im Hinblick auf mögliche Geschäfte in Venezuela vorerst nicht. Viel wichtiger ist das Tagesgeschäft in anderen Ländern. In dem Kursanstieg seit Juni 2025 ist viel Positives eingepreist. Das sehen die Analysten ähnlich; deren mittleres Kursziel liegt bei rund 26,50 €.

Mein Fazit: Die Situation in Venezuela eignet sich für ein Investment.

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ℹ️ Hulliburton in Kürze

  • Die Halliburton (WKN:853986) ist einer der weltweit größten Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für die Energiewirtschaft. Das Spektrum reicht vom Auffinden von Öl- und Gasvorräten und dem Bearbeiten von geologischen Daten über das Bohren und die Auswertung der Vorkommen bis zum Ausbau und dem Ausbeuten der Öl- und Gasquellen.
  • In mehr als 70 Ländern bietet das Unternehmen seine Leistungen an; der Hauptsitz ist in Houston.
  • Die Aktie ist in Deutschland über Tradegate handelbar und wird aktuell mit 22,2 Milliarden € bewertet.
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