GSK: Erfolg in Hepatitis B – wird Gilead nun abgehängt?
GlaxoSmithKline hat positive Ergebnisse aus den beiden entscheidenden Phase-3-Studien seines experimentellen Medikaments Bepirovirsen zur Behandlung von chronischer Hepatitis B vorgelegt. Noch im laufenden Quartal sollen global entsprechende Zulassungsanträge folgen. Das setzt Virologie-Riesen wie Gilead unter Druck.
Die Zulassungsstudien in über 1.800 Patienten haben ihre wichtigsten Wirksamkeitsziele erreicht, was die Hoffnung auf eine funktionelle Heilung der chronischen HBV-Infektion befeuert – eine Entwicklung, die weit über das hinausgeht, was bestehende Therapien bisher leisten. Anders als die verfügbaren Standardmittel, die das Virus nur unterdrücken, könnte Bepirovirsen bei einer funktionellen Heilung dafür sorgen, dass virale Marker auch nach Absetzen der Behandlung dauerhaft nicht mehr nachweisbar sind und der Körper die Kontrolle behält.
Der Erfolg von Bepirovirsen stärkt die Aussicht, langfristige Umsatzziele zu erreichen und das künftige Produktportfolio GSKs zu stärken. Die Aktie hatte sich in Erwartung positiver Resultate schon in den vergangenen Monaten stark entwickelt.
Milliardenmarkt HBV: Konkurrenz unter Zugzwang
Doch GSK ist nicht allein im Rennen um eine kurative Lösung für Hepatitis B. Branchenriesen wie Gilead Sciences dominieren den Markt mit langjährig zugelassenen antiviralen Therapien und arbeiten parallel an eigenen Innovationen, um den eingeschränkten Erfolg bestehender Medikamente zu überwinden. Der Wettbewerb in diesem Bereich ist hart und wird von der Suche nach einer echten Heilung für Millionen von Menschen weltweit angetrieben.
Bepirovirsens Fortschritte könnten GSK in diese vorderste Reihe katapultieren. Sollte das Medikament regulatorische Zulassungen bekommen, stünde nicht weniger als ein Paradigmenwechsel in der Behandlung von chronischer Hepatitis B bevor – und ein direkter Wettstreit mit etablierten Playern um das lukrative Geschäft mit lebensverändernden Therapien.
Kombinationstherapien und ABI-4334 im Fokus
Für Experten stehen nun mögliche Kombinationstherapien im Fokus, um die Heilungsraten weiter drastisch zu verbessern, denn die werden selbst mit Bepirovirsen nur bei einem kleinen Teil der Patienten erreicht.
Heißester Kandidat für das Rückgrat zukünftiger Strategien ist ABI-4334, ein Capsid Assembly Modulator aus dem Hause unseres letztjährigen Überfliegers Assembly Biosicences. Das Medikament kann die virale Produktion beziehungsweise Replikation stark unterdrücken und den Nachschub sogenannter cccDNA begrenzen.
Bepirovirsen wäre als Antisense-Oligonukleotid mit ABI-4334 theoretisch gut kombinierbar, weil beide an unterschiedlichen, komplementären Engstellen des HBV-Lebenszyklus angreifen und damit genau das adressieren, was bei chronischer Hepatitis B meist nötig ist: Virusreplikation und Antigenlast gleichzeitig deutlich zu drücken und dadurch eine funktionelle Heilung wahrscheinlicher zu machen als mit Monotherapie.
Darum setzen wir weiter auf Assembly Bio
Der US-Pharmakonzern und Assembly-Partner Gilead steht nun unter Druck, sich die Rechte an ABI-4334 gemäß seiner bestehenden Opt-in-Option einzuverleiben, um seinerseits HBV-Heilungsstrategien zu verfolgen. Lässt Gilead sein Zeitfenster zur Ausübung der Option verstreichen, dürften aus unserer Sicht weitere Player wie GSK zur Einlizenzierung bereitstehen.
Vor diesem Hintergrund und mit den letzten Top-News im kommerziell ebenso hochattraktiven Herpesbereich im Rücken ist klar: Die Assembly-Aktie verspricht nach der jüngsten Konsolidierung und zu Kursen um 30 US$ absolutes Multibaggerpotenzial.
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Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Assembly Biosciences in signifikantem Umfang. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.