Goldman Sachs-Aktie: Gute Zahlen, aber...
Goldman Sachs hat zwar operativ geglänzt, doch die Börse reagiert mit Skepsis: Der Kurs ist um -4% eingebrochen. Hier ist das Briefing zu den Q1 2026 Earnings.
Ein Rekordquartal in Zahlen
Goldman Sachs hat die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Die Bank profitiert massiv davon, dass sie sich wieder auf ihr Kerngeschäft – das Investmentbanking – konzentriert.
- Gewinn pro Aktie: Mit 17,55 US$ lag Goldman weit über der Analystenprognose von ca. 16,47 US$. Das ist das zweithöchste Ergebnis der Unternehmensgeschichte.
- Umsatz: Die Nettoerlöse kletterten auf rund 17 Milliarden US$ (plus 14% im Vergleich zum Vorjahr).
- Eigenkapitalrendite (ROE): Ein bärenstarker Wert von 19,8% zeigt, wie effizient die Bank aktuell arbeitet. Erst ein Wert unter 15% gilt als kritisch.
Segment-Highlight: Der Bereich „Global Banking & Markets“ war der Motor mit einem Umsatz von 12,7 Milliarden US$. Besonders das Aktiengeschäft (Equities) und die Beratung bei Übernahmen (Advisory) liefen auf Hochtouren.
Welche Aktien wir für besonders spannend im Jahr 2026 halten erfährst Du in unserem aktuellen Report „3 Top-Picks 2026“.
Warum ist der Aktienkurs trotzdem gefallen?
Während das Aktiengeschäft boomte (5,3 Milliarden US$ Umsatz), blieb der Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen (FICC) mit nur 4 Milliarden US$ leicht hinter den Erwartungen zurück. Ein Minus von satten 10% im Vergleich zu Q1 2025.
Dies ist wichtig, da FICC das Kraftwerk der Tradingabteilung ist. Hier verdienen Banken Geld, indem sie für Kunden mit diesen Werten handeln. Goldman Sachs steht bekanntlich im Rohstoffhandel mit an der Spitze.
Grundsätzlich gilt: Wenn die Weltmärkte beben, verdient die US-Bank hier meist Milliarden – wenn es ruhig ist, sinken die Erlöse. Wunderlich ist, dass Goldman Sachs die starken Bewegungen im Segment der Metalle nicht so effizient in Gebühren ummünzen konnte wie erhofft.
Was der Markt allerdings missinterpretiert: Die Betriebsausgaben stiegen auf rund 10 Milliarden US$ ( +14%). In einem Umfeld, in dem Investoren extrem auf Kosteneffizienz achten, wurde dieser Anstieg kritisch beäugt. Doch Goldman Sachs selbst begründete dies mit höheren, erfolgsabhängigen Vergütungen für die Mitarbeiter. Für mich ist das ganz klar ein positives Signal, da es von finanzieller Stabilität innerhalb der Bank zeugt.
Mutige voraus, aber abwarten lohnt sich
Goldman Sachs ist zurück in seiner Rolle als „König der Wall Street“. Die Abkehr vom Privatkundengeschäft ist fast abgeschlossen. Eine Fortsetzung der M&A-Welle (Fusionen und Übernahmen) im Jahr 2026 halte ich für sehr wahrscheinlich, daher bleibt die Aktie ein Basisinvestment. Die Bewertung ist trotz des Kursrückgangs moderat, und die Bank kauft massiv eigene Aktien zurück (allein 5 Milliarden US$ im letzten Quartal).
Dennoch ist Goldman Sachs die erste Großbank, die ihr Buch öffnet. Eine Tendenz, wie es den Finanzhäusern wirklich geht, lässt sich erst im Laufe der Woche erkennen, sobald weitere relevante Player wie JP Morgan, BlackRock und Morgan Stanley ihre Zahlen offenlegen.
Für brandaktuelle Updates zu Märkten: abonniere unseren Community-Newsletter kostenlosen SD Insider Newsletter.
ℹ️ Goldman Sachs in Kürze
- Goldman Sachs (WKN: 920332) mit Hauptsitz in New York ist eine global agierende Investmentbank.
- Ihr Fokus liegt auf der Unternehmensberatung (Fusionen und Übernahmen), dem Wertpapierhandel für institutionelle Kunden sowie dem Asset- und Wealth-Management (Vermögensverwaltung für Großanleger).
- Die Bank bringt einen Börsenwert von 263 Milliarden US$ auf die Wage.