Gold: Ist das der ultimative Krisen-Gewinner?
Die Eskalation im Nahen Osten sorgt am Montag für deutlich steigende Goldpreise. Zur Stunde handelt das gelbe Edelmetall über +2% höher bei knapp 5.400 US$ je Feinunze. Doch kann es für Gold aufgrund der geopolitischen Spannungen jetzt vielleicht sogar noch viel höher gehen?
Iran-Krieg treibt den Goldpreis
Dass Gold als sicherer Hafen in Krisenzeiten gefragt ist, zeigt sich an diesem Montag wieder sehr deutlich. Wie erwartet hat sich das Edelmetall in den ersten Handelsminuten deutlich verteuert und baut damit die Gewinne der vergangenen Woche aus.
Grund sind die Entwicklungen im Nahen Osten: Am Samstagmorgen haben die USA ihre Drohungen wahrgemacht und eine gemeinsam mit Israel durchgeführte Militäroffensive gestartet, die den Sturz des Mullah-Regimes und die Zerstörung sämtlicher Nuklearanlagen zum Ziel hat.
US-Präsident Trump hat erklärt, dass die Operation fortgesetzt werde, bis alle Ziele erreicht seien und dabei einen Zeitrahmen von bis zu vier Wochen genannt. Der Iran und seine Unterstützer wie die radikalislamische Hisbollah greifen ihrerseits Israel und US-Stellungen in der Region an, was die Sorgen vor einer Ausweitung des Konflikts erhöht.
Im Zentrum der Spannungen steht auch die Straße von Hormus, durch die rund 20% der weltweiten Ölversorgung fließen. Die dem Iran nahestehenden Huthi-Rebellen haben bereits Öltanker unter Beschuss genommen und könnten eine vollständige Seeblockade in Erwägung ziehen.
Dies sorgt nicht nur an den Ölmärkten für Turbulenzen, sondern treibt auch die klassischen „Safe Haven“-Assets wie Gold und Silber in die Höhe.
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Rekordhoch rückt näher
Der Goldpreis war nach einer scharfen Korrektur Anfang Februar zeitweise unter die Marke von 4.500 US$ abgesackt, doch seither ging es für das Edelmetall wieder um mehr als +20% nach oben. Damit rücken nun die Höchststände bei 5.598 US$ ins Blickfeld. Anschließend wäre Platz bis zur 6.000-US$-Marke, doch auch hier muss meiner Meinung nach noch lange nicht Schluss sein.
Analysten bullisch gestimmt
Zahlreiche Analysten hatten im Vorfeld der Iran-Eskalation ihre positiven Einschätzungen zum Goldpreis bekräftigt und entsprechend die Kursziele angehoben. Die US-Bank JPMorgan rechnet in diesem Jahr mit einem Anstieg auf 6.300 US$, die UBS hält sogar 6.200 US$ bis zur Jahresmitte für möglich.
Nun ordnet die französische Bank Natixis die Auswirkungen des Militärschlags ein und prognostiziert kurzfristig eine sehr positive Marktreaktion und einen Preissprung auf bis zu 5.800 US$. Sobald die Unsicherheit abnimmt oder zumindest kalkulierbarer wird, selbst wenn der Konflikt andauere, könnte es allerdings zu einem Rücklauf kommen, so die Einschätzung.
Was bedeutet das für den Goldpreis?
In diesem Spannungsfeld bleibt Gold für mich ein absolut wichtiger Sicherheitsanker im Depot. Doch nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig sprechen die Fundamentaldaten für das Edelmetall. Neben der geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheit, die unmittelbar aus dem Konflikt resultieren, sprechen die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken, der Schutz gegen Inflation und die Aussicht auf weitere Zinssenkungen in diesem Jahr perspektivisch für weiter steigende Goldpreise.
10 starke Dividendenaktien für 2026
Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.