Galaxy Digital +37% nach Kauftipp in drei Wochen – und jetzt?
Seit unserem letzten Kauftipp Ende Dezember hat die Aktie von Galaxy Digital satte 37% hinzugewonnen. Der deutliche Kurssprung unterstreicht, wie sensibel der Markt derzeit auf operative Fortschritte, Erwartungen an das KI-Geschäft und die Entwicklung des Kryptosektors reagiert.
Galaxy Digital bleibt aus unserer eine spannende Position, steht jedoch vor nicht zu unterschätzenden Herausforderungen. Die klassische Krypto-Zyklik scheint sich zuletzt abgeschwächt zu haben, was vor allem auf die wachsenden Perspektiven des „AI Compute“-Geschäfts zurückzuführen ist. Gleichzeitig bestehen mit Blick auf das Jahr 2026 weiterhin Risiken für den Kryptomarkt, und die Bewertung der Aktie bietet nicht den Sicherheitsabschlag, der für einen besonders attraktiven Einstieg wünschenswert wäre. Demgegenüber sprechen die erwarteten wiederkehrenden Erlöse aus dem Helios-Projekt sowie unterstützende charttechnische Signale weiterhin für eine positive Einschätzung.
Treiber für weiteres Kurspotenzial
Das größte Aufwärtspotenzial ergibt sich aus dem Helios-Rechenzentrumscampus, dessen Risikoprofil sich in den vergangenen Quartalen deutlich verbessert hat. Besonders bedeutsam ist die Entscheidung von CoreWeave, sämtliche Optionen auszuüben und sich zur vollständigen Nutzung der genehmigten Kapazität von 800 Megawatt zu verpflichten. Auch die operativen Risiken nehmen kontinuierlich ab.
Der Bau der ersten Phase mit einer Leistung von 200 Megawatt ist weit fortgeschritten, rund 70 Prozent der Erd- und Betonarbeiten sind abgeschlossen, während zentrale Infrastrukturelemente wie Kühlsysteme, Flüssigkühlung, Schaltanlagen und Transformatoren bereits installiert werden. Das Gebäude der ersten Phase soll in Kürze vollständig wetterfest sein, was den Start der Innenarbeiten ermöglicht und die technische Ausstattung schützt. Die Inbetriebnahme der ersten Datenhalle ist für Anfang Dezember vorgesehen, gefolgt von der externen Abnahme. Damit würde der Übergang von einem reinen Bauprojekt zu einem operativen Vermögenswert vollzogen. Auch die Finanzierung stellt aktuell kein begrenzendes Element dar.
Für die erste Phase hat sich Galaxy eine Projektfinanzierung über 1,4 Milliarden US-Dollar gesichert, die rund 80 Prozent der Gesamtkosten abdeckt, während der Eigenkapitalanteil bereits hinterlegt ist. Nach Abschluss, Vollvermietung und Stabilisierung der Mieteinnahmen plant das Management eine Refinanzierung zu günstigeren Konditionen. Dadurch könnten mehrere hundert Millionen US-Dollar an Eigenkapital freigesetzt werden, die für weitere Ausbaustufen von Helios oder zusätzliche Rechenzentrumsprojekte zur Verfügung stünden.
Stimmungswandel am Kryptomarkt
Der Kryptomarkt zeigt zuletzt wieder konstruktivere Signale. Der Bitcoin-Kurs hält sich oberhalb der Marke von 90.000 US-Dollar und nähert sich dem entscheidenden gleitenden 50-Wochen-Durchschnitt. Dieses Niveau diente in der Vergangenheit häufig als Trennlinie zwischen Bullen- und Bärenmarkt. Eine nachhaltige Rückeroberung könnte den bisherigen Vierjahreszyklus infrage stellen und den übergeordneten Aufwärtstrend fortsetzen, sofern sich die bestehende RSI-Divergenz auflöst.
Operative Entwicklung und Profitabilität
Galaxy Digital hat seinen Bruttogewinn in den vergangenen Quartalen deutlich gesteigert, was als aussagekräftiger Indikator für wiederkehrende Ertragskraft gilt. Gleichwohl bleibt die Ergebnisentwicklung volatil. Mit einem Rekordwert beim verwalteten Vermögen von 17 Milliarden US-Dollar und anhaltendem Rückenwind aus dem Kryptosektor spricht vieles dafür, dass sich der positive Trend fortsetzt. Hochgerechnet auf die letzten beiden Quartale ergibt sich ein annualisierter Bruttogewinn von rund 2,06 Milliarden US-Dollar, was einem moderaten Kurs-Bruttogewinn-Verhältnis von etwa fünf entspricht. Zusätzlich treibt das Unternehmen Innovationen in der Tokenisierung voran und hat mit GalaxyOne eine neue Plattform für langfristig orientierte, vermögende Anleger eingeführt. Der verstärkte Einsatz von KI in internen Prozessen führt laut Management bereits zu messbaren Effizienzgewinnen und könnte mittelfristig für zusätzliche operative Hebel sorgen.
Charttechnik spricht für Stärke
Auch aus technischer Sicht präsentiert sich die Aktie konstruktiv. Der langfristige Aufwärtstrend seit den Tiefs von 2022 ist intakt, und trotz eines zwischenzeitlichen Kursrückgangs von rund 50 Prozent notiert der Kurs weiterhin oberhalb der wichtigen gleitenden Durchschnitte. Besonders hervorzuheben ist der Wochen-RSI, der kurz vor einem bullischen Kreuzen aus einem niedrigen Niveau steht, ein Signal, das in der Vergangenheit häufig den Auftakt für neue Aufwärtsbewegungen markierte.
Auf Tagesbasis zeigt sich ein klarer Ausbruch. Seitdem dominieren positive Kerzenformationen, begleitet von einem stabilen RSI oberhalb der 50er-Marke. Gleichzeitig besteht noch ausreichend Spielraum, bevor überkaufte Zustände erreicht werden, was weiteres kurzfristiges Potenzial eröffnet.
Belastende Faktoren und Risiken
Ein wesentliches Risiko liegt in der Wahrscheinlichkeit einer schwächeren Bitcoin-Entwicklung im Jahr 2026. Historisch folgte auf Halving-Zyklen meist eine Phase mit nachlassender Dynamik etwa 12 bis 18 Monate nach dem Ereignis. Vor diesem Hintergrund deutet vieles darauf hin, dass 2026 eher ein spätes Zyklusjahr mit erhöhtem Konsolidierungs- oder Rückschlagrisiko sein könnte.
Für Galaxy Digital bedeutet dies ein konkretes Ertragsrisiko. Trotz zunehmender Diversifikation bleibt ein erheblicher Teil der Umsätze und der Bilanz vom Kryptoumfeld abhängig. Sinkende Preise, geringere Handelsvolumina oder eine schwächere Marktstimmung könnten das Handelsgeschäft, die Asset-Management-Erlöse sowie die Bewertung der digitalen Vermögenswerte im Umfang von rund 2,1 Milliarden US-Dollar belasten.
Hinzu kommt, dass die Bewertung der Aktie angesichts dieses Risikoprofils nicht besonders niedrig ist. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei rund drei und damit über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre, wenn auch unter den Extremwerten aus dem Jahr 2021. Damals herrschte allerdings ein deutlich euphorischeres Marktumfeld. Auch das gestiegene Forward-KGV von rund 40 setzt hohe Erwartungen an das zukünftige Gewinnwachstum voraus und lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen, insbesondere in einem weniger krypto-freundlichen Umfeld.
Darüber hinaus bleibt die regulatorische Unsicherheit ein struktureller Belastungsfaktor. Frühere Verfahren verdeutlichen die erhöhten Risiken in diesem Sektor. So einigte sich Galaxy im März 2025 mit der Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates New York auf einen Vergleich über 200 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit dem früheren Engagement rund um den LUNA-Token. Die Zahlung erfolgt über mehrere Jahre und erfolgte ohne Schuldeingeständnis.
Abwägende Schlussbetrachtung
Ein Einstieg in die Aktie von Galaxy Digital ist derzeit keine unvernünftige Entscheidung, auch wenn das Chance-Risiko-Verhältnis nicht zu den attraktivsten am Markt zählt. Für bestehende Investoren erscheint ein Halten der Position angesichts der strategischen Aufstellung im Krypto- und KI-Bereich nachvollziehbar. Neue Anleger könnten den aktuellen Rücksetzer nutzen, um schrittweise eine Position aufzubauen, sollten sich jedoch der zyklischen und regulatorischen Risiken bewusst sein.
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