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Fresenius Medical Care-Aktie: Jetzt schon einsteigen?

Neue Quartalszahlen

Die Fresenius Medical Care-Aktie befindet sich seit Mai letzten Jahres in einem längerfristigen Abwärtstrend; insgesamt beträgt der Kursrückgang rund -30%. Am Dienstag verliert sie aktuell -4% und steht bei 37,20 €. Was ist hier ratsam?

Negative Währungseffekte belasten

Bei den am 5. Mai veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal verweist das Unternehmen immer wieder auf währungsbereinigte Zahlen. Ohne die Währungsverluste wären die Zahlen deutlich besser ausgefallen.

Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6% auf 4,6 Milliarden €. Währungsbereinigt wäre er um 3% gestiegen. Gleiches gilt für die Ertragslage. Hier wird zudem zwischen dem tatsächlichen Gewinn und dem Gewinn vor Einmaleffekten unterschieden. Durch die Transformationsstrategie FME25+ fallen hohe Restrukturierungskosten an. Hierbei handelt es sich überwiegend um Einmalaufwendungen im Rahmen von Klinikschließungen, insbesondere in den USA.

Das operative Ergebnis reduzierte sich um 14% auf 286 Millionen €, währungsbereinigt lag der Rückgang bei 9%. Ohne Einmalkosten wäre der operative Gewinn von 457 auf 467 Millionen € gestiegen. Beim Konzerngewinn ist es genauso. Der tatsächliche Gewinn sank um 22% auf 118 Millionen €. Ohne Einmalkosten wäre er von 246 auf 251 Millionen € gestiegen.

Sehr positiv entwickelte sich der Free Cashflow – gegenüber dem Vorjahrszeitraum stieg er um 94% auf 40 Millionen €. Hier machte sich das aktive Management des Working Capital positiv bemerkbar.

Die Zahlen zeigen, dass das Unternehmen stark unter dem schwachen Dollarkurs leidet. Die Einmalkosten sollten nicht überbewertet werden. Langfristig wirken sich diese positiv auf die zukünftige Ertragslage aus.

Helen Giza, Vorstandsvorsitzende von Fresenius Medical Care, kommentierte die Lage so:

Fresenius Medical Care hat das erste Quartal mit weiteren operativen und finanziellen Fortschritten abgeschlossen, was zu organischem Umsatzwachstum, einer Verbesserung der Profitabilität und zu Wachstum im bereinigten Ergebnis je Aktie führte.

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Ausblick bestätigt

Für das laufende Geschäftsjahr gibt das Unternehmen sich zuversichtlich und bestätigte die Jahresprognose. Demnach wird mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau mit 19,6 Milliarden € gerechnet. Beim operativen Ergebnis kann es zu Schwankungen von +/-mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahreswert von 2,2 Milliarden € kommen.

Die gesamten Einmalkosten sollen bei 350 Millionen € liegen und die Einsparungen bei 250 Millionen €. Erst 2027 macht sich das Restrukturierungsprogramm voll bemerkbar. Dann liegen die Einsparungen bei 1,2 Milliarden €.

Was bedeutet das für die Aktie?

2026 wird von dem Unternehmen als Übergangsjahr bezeichnet. Demnach wird sich die Ertragslage kaum ändern. Die Ertragsprognose zeigt die hohe Unsicherheit. Unter diesem Aspekt halte ich das kurzfrisitge Potenzial für begrenzt; mittelfristig erwarte ich jedoch wieder höhere Kurse.

Die getätigten Aktienrückkäufe im Volumen von 1 Milliarde € konnten den Kursrückgang nicht aufhalten. Was für die Aktie spricht, ist die aktuelle Dividendenrendite von 4%. Aufgrund der schwächeren Ertragslage könnte es jedoch zu einer Reduzierung der Dividende von zuletzt 1,49 € kommen.

Die Analysten sind mehrheitlich etwas zuversichtlicher. JP Morgan hält die Aktie mit ihrem Zielkurs von 37,40 € für fair bewertet. Die DZ Bank mit 56 € und Barclays mit 46,50 € sind deutlich zuversichtlicher.

Mein Fazit: Das jetzige Kursniveau kann für erste Teileinstiege genutzt werden.

Ergänzend dazu: Manche Dividenden-Titel werden derzeit vom Markt unterschätzt und bieten dadurch attraktive Einstiegschancen. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten, die sowohl durch Ausschüttungen als auch durch Kurspotenzial überzeugen könnten.

ℹ️ Fresenius Medical Care in Kürze

  • Die Fresenius Medical Care AG, kurz FMC, mit rechtlichem Sitz in Hof und operativem Sitz im hessischen Bad Homburg vor der Höhe ist ein weltweit führender deutscher Anbieter von Dialyseprodukten und Dialysedienstleistungen zur überlebensnotwendigen medizinischen Versorgung von Menschen mit chronischem und akutem Nierenversagen.
  • Weltweit betreibt der Konzern rund 4.000 Dialysecenter sowie 40 Produktionsstätten. Größter Aktionär ist die Muttergesellschaft Fresenius SE. Nach einer Entflechtung wird FMC als eigenständige AG geführt.
  • Die Aktie ist im MDAX gelistet; die Marktkapitalisierung beträgt rund 10,4 Milliarden €.