Formycon-Aktie: Darum lieber Finger weg!

Bessere Alternative

Formycon gilt als einer der profiliertesten deutschen Entwickler von Biosimilars. Das Geschäftsmodell ist klar: Nachahmerprodukte komplexer Biopharmazeutika sollen nach Patentablauf der Originale Marktanteile gewinnen. Operativ meldet das Unternehmen Fortschritte in der Entwicklung und Partnerschaften für internationale Märkte. Doch an der Börse schlägt sich das kaum nieder. Die Aktie verharrt deutlich unter früheren Höchstständen und findet keinen nachhaltigen Aufwärtstrend.

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Der Grund für die Schwerfälligkeit liegt in der zeitlichen Diskrepanz zwischen Entwicklungserfolg und Ertragskraft. Klinische Meilensteine und regulatorische Fortschritte sind notwendige Voraussetzungen, erzeugen aber noch keine stabilen Cashflows. Anleger warten auf belastbare Umsätze – nicht auf Perspektiven.

Der harte Alltag im Biosimilar-Markt

Der Biosimilar-Sektor ist anspruchsvoller, als es die schlichte Logik „Patent läuft aus, Nachahmer profitiert“ vermuten lässt. Preiswettbewerb, Rabattverträge und regulatorische Besonderheiten setzen Margen unter Druck. Selbst mit Zulassung ist der kommerzielle Erfolg kein Selbstläufer.

Zudem ist Formycon stark auf Partner angewiesen. Kooperationen reduzieren zwar Risiken, teilen aber auch Erlöse und verschieben die Kontrolle über Tempo und Marktdurchdringung. Für Investoren erschwert das die Bewertung, weil Umsatz- und Gewinnpfade weniger transparent sind.

Bewertungsdruck im neuen Zinsumfeld

Hinzu kommt das veränderte Kapitalmarktumfeld. Wachstums- und Biotechwerte werden kritischer betrachtet als in Zeiten ultraniedriger Zinsen. Heute zählen sichtbare Profitabilität und kurzfristigere Ergebnisbeiträge stärker als langfristige Pipeline-Fantasien. Für ein Entwicklungsunternehmen wie Formycon bedeutet das strukturellen Bewertungsdruck.

Die früheren Kurshochs entstanden in einem Umfeld aus Branchenoptimismus und hoher Risikobereitschaft. Diese Kombination ist derzeit nicht gegeben. Selbst bei planmäßigem Fortschritt in der Pipeline müssten mehrere positive Faktoren gleichzeitig eintreten, um eine vergleichbare Dynamik zu entfachen.

Die Bewertung Formycons von rund 440 Millionen € ist auf Basis des bisher Vorzuweisenden keineswegs günstig. Das heißt nicht, dass sich das bei Pipeline-Erfolgen nicht schlagartig ändern kann. Doch das ist Spekulation.

Realistische Perspektive

Formycon verfügt über technologische Kompetenz und adressiert einen wachsenden Markt. Doch entscheidend ist, wann und in welchem Umfang daraus nachhaltige Umsätze entstehen. Solange die Ertragsbasis nicht klar sichtbar ist, dürfte die Aktie anfällig bleiben. Nicht ohne Grund bewegt sich das Papier seit einem Jahr – Volatilitäten in beide Richtungen ausgenommen – nur noch seitwärts.

Ein baldiges Zurückkehren zu alten Höchstkursen von über 80 € erscheint daher wenig wahrscheinlich. Ohne signifikante, wiederkehrende Erlöse fehlt der fundamentale Impuls für eine Neubewertung. Anleger brauchen Geduld – Euphorie ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten.

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ℹ️ Formycon in Kürze

  • Formycon (WKN: A1EWVY) mit Sitz in Martinsried bei München entwickelt Biosimilars.
  • Dabei handelt es sich um biopharmazeutische Arzneimittel, die biologisch Referenzprodukte nachahmen (bio-similar) und hinsichtlich Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität vergleichbar sind.
  • Biosimilars werden nach strengen regulatorischen Verfahren zugelassen und können andere Arzneimittel nach dem Auslaufen von Patentfristen ersetzen.
  • Der Fokus von Formycon liegt auf Therapien von Augenerkrankungen sowie immunologischen und chronischen Erkrankungen.
  • Die Formycon-Aktie ist Mitglied im Small-Cap-Index SDAX und im Technologieindex TecDAX. Der Börsenwert liegt bei ca. 439 Millionen €.
 
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