First Majestic Silver-Aktie: Wie viel Potenzial ist noch drin?
Die Aktie von First Majestic Silver hat sich in den vergangenen Monaten deutlich stärker entwickelt als der breite Markt und rückt damit erneut in den Blickpunkt rohstoffaffiner Investoren. Getragen wird diese Entwicklung von einer Kombination aus starkem Silberpreis, operativen Fortschritten und einer klaren strategischen Ausrichtung des Unternehmens.
Die Kursentwicklung von First Majestic im vergangenen Jahr unterstreicht die ausgeprägte Hebelwirkung der Aktie auf den Silberpreis. Über einen Zeitraum von 52 Wochen konnte das Papier fast 200% Wertzuwachs verzeichnen.
Trotz der Kursrallye bleibt die Aktie aus unserer Sicht ein Kauf. Ausschlaggebend sind die Erwartungen an einen Silberpreis von 95 US-Dollar je Unze sowie mehrere unternehmensspezifische Faktoren. Dazu zählen die erfolgreiche Eingliederung der Los-Gatos-Mine, Rekordwerte bei der Produktion, eine konsequente Kostenkontrolle und eine intensive Exploration in unmittelbarer Nähe bestehender Minen. Gleichzeitig bleiben erhöhte Schwankungen am Silbermarkt und eine technisch ambitionierte Marktlage nicht außer Acht.
Extreme Schwankungen am Silbermarkt
Der Silbermarkt zeigte sich zuletzt außergewöhnlich volatil. Die CME Group hob innerhalb einer Woche zum zweiten Mal die Margin-Anforderungen für Edelmetalle an, was Gewinnmitnahmen und eine deutliche Korrektur auslöste. Auch Gold gab parallel nach. Die realisierte Ein-Monats-Volatilität liegt aktuell auf dem höchsten Niveau im Vergleich zum Zweijahresdurchschnitt. Mit der Rückkehr der Liquidität im Januar dürften die Kursbewegungen weiter an Dynamik gewinnen, zumal eine mehrjährige Tassen-Henkel-Formation im Chart auf ein langfristiges Kursziel von 95 US-Dollar hindeutet.
Technische Schlüsselmarken im Blick
Auf Sicht von sechs Monaten bleibt insbesondere das 61,8-Prozent-Fibonacci-Retracement bei rund 69 US-Dollar je Unze entscheidend. Solange sich der Silberpreis oberhalb dieser Marke hält, spricht die technische Lage weiterhin für steigende Kurse.
Produktionssprung durch Los Gatos
Die konsolidierte Silberproduktion von First Majestic erhielt mit dem Abschluss der 70-prozentigen Beteiligung an Los Gatos Mitte Januar 2025 einen deutlichen Schub. Die Mine gilt als hochgradig und kostengünstig und verleiht dem Konzern zusätzliche Größe und operative Hebelwirkung. Gleichzeitig nähern sich ältere Anlagen wie San Dimas und La Encantada ihrer Reifephase, was die Bedeutung des neuen Assets weiter erhöht.
Klare Priorität für Silber
Während die Silberförderung deutlich zulegte, ging die Goldproduktion kontinuierlich zurück. Diese Entwicklung spiegelt die strategische Entscheidung wider, Silber als zentralen Umsatztreiber zu positionieren.
Rekordquartal bei Produktion und Umsatz
Im dritten Quartal erzielte das Unternehmen historische Ergebnisse. Die Silberproduktion erreichte mit 3,9 Millionen Unzen einen Höchststand, der Umsatz belief sich auf 285 Millionen US-Dollar. Der operative Cashflow lag bei 141 Millionen US-Dollar, während der Kassenbestand auf einen Rekordwert von 569 Millionen US-Dollar anwuchs. Zudem bestätigte das Management, dass die Produktionsziele für das Gesamtjahr 2025 weiterhin erreichbar sind.
Verborgene Stärke durch Lagerbestände
Über die offensichtlichen Rekorde hinaus lieferte das Quartal weitere Hinweise auf das künftige Potenzial. Zum Quartalsende befanden sich nahezu 50 Millionen US-Dollar an fertigem Silber und Gold unverkauft im Bestand. Diese Vorräte wurden in das vierte Quartal zu deutlich höheren Spotpreisen übertragen, was die Grundlage für besonders starke Ergebnisse im Schlussquartal bildet.
Operative Stabilität und erfolgreiche Integration
Die operative Umsetzung überzeugte ebenfalls. Die Integration von Los Gatos verlief reibungslos, während San Dimas von zuvor umgesetzten Verbesserungen profitierte. Höhere Entwicklungsraten und steigender Durchsatz führten zu mehr Produktion und verbesserten Stückkosten.
Kostenkontrolle trotz Gegenwind
Trotz höherer Fördermengen blieben die Kosten stabil. Sowohl die Cash-Kosten als auch die nachhaltigen Gesamtkosten gingen im Jahresvergleich leicht zurück. Der Beitrag von Los Gatos wirkte dabei dämpfend auf Belastungen durch einen stärkeren mexikanischen Peso und gestiegene Energiekosten. Da der Großteil der Erlöse aus Silber und Gold stammt, konnten höhere Edelmetallpreise die Kostenkennzahlen zusätzlich stabilisieren.
Intensive Exploration als Wachstumstreiber
Auch die Explorationsaktivitäten lieferten substanzielle Impulse. Mit fast 80.000 gebohrten Metern in nur einem Quartal konzentrierte sich das Unternehmen gezielt auf Erweiterungen in Minennähe, die eine direkte Perspektive für künftige Produktion bieten.
Relative Bewertung im Branchenvergleich
Für die Bewertung dienen mehrere silberfokussierte Produzenten mit vergleichbarer Größenordnung und Kostenstruktur als Referenz. Auf Basis des erwarteten Unternehmenswerts im Verhältnis zum EBITDA lag First Majestic in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt deutlich über dem Branchenniveau. Aktuell notiert die Aktie jedoch nur noch geringfügig über dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe, was auf eine spürbare Unterbewertung hindeutet.
Hohe Hebelwirkung auf den Silberpreis
Innerhalb der Vergleichsunternehmen weist First Majestic eine der höchsten Korrelationen und Betas zum Silberpreis auf. Ausgehend von einem Beta von 1,446 und einem angenommenen Silberpreis von 95 US-Dollar ergibt sich ein Kursziel von rund 21,65 US-Dollar je Aktie, was einem Aufwärtspotenzial von fast 30 Prozent entspricht.
Technische Lage der Aktie
Charttechnisch notiert die Aktie klar oberhalb wichtiger gleitender Durchschnitte, und auch der RSI signalisiert weiterhin Stärke. Gleichzeitig deutet der MACD auf eine mögliche Abschwächung hin. Damit wirkt das kurzfristige Bild ambitioniert, wenngleich die Dynamik des Silbermarktes das Risiko birgt, bei zu langem Abwarten den nächsten Aufwärtsimpuls zu verpassen.
Zentrale Risikofaktoren
Die ausgeprägte Volatilität des Silberpreises bleibt ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor. Solange der Preis jedoch oberhalb der genannten technischen Schlüsselmarke bleibt, spricht vieles für eine Fortsetzung der Rally. Operativ könnten Probleme bei Los Gatos oder anderen Minen spürbare Auswirkungen auf Produktion und Cashflow haben. Hinzu kommen ein anhaltender Steuerstreit mit dem mexikanischen Staat sowie Wechselkursrisiken durch die Kostenbasis in mexikanischen Pesos.
Gesamtbewertung
First Majestic überzeugt durch operative Umsetzung, steigende Produktionskapazitäten und aussichtsreiche Exploration. In Verbindung mit der hohen Sensitivität gegenüber dem Silberpreis bietet die Aktie eine ausgeprägte Chance auf überdurchschnittliche Kursgewinne, auch wenn das Marktumfeld kurzfristig von erhöhten Schwankungen geprägt bleibt.
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