Ferrari-Aktie: Kursschwäche als Kaufchance?
Die Aktie des italienischen Sportwagenbauers Ferrari steht sinnbildlich für Luxus, Exklusivität und außergewöhnliche Renditen. Hinter dem glamourösen Image verbirgt sich ein Unternehmen, das nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch an der Börse bemerkenswerte Ergebnisse liefert – Anlegern nach einem Kursrückgang in 2025 aber auch deutliche Chancen.
Vom Rennstall zur Ikone der Automobilwelt
Kaum ein Name in der Automobilbranche ist so stark von Mythen umgeben wie Ferrari. Das Unternehmen nahm 1929 seinen Anfang als Rennteam, gegründet von Enzo Ferrari. Erst 1947 begann der Bau von Straßenfahrzeugen, ursprünglich mit dem Ziel, die kostspielige Leidenschaft für den Motorsport zu finanzieren.
Der Plan ging auf. Ferrari wurde zu einer festen Größe im internationalen Rennsport. Formel-1-Legenden wie Michael Schumacher prägten die Geschichte des Teams, während Siege bei den 24 Stunden von Le Mans den Ruf der Marke weiter festigten. Die hochdrehenden Zwölfzylindermotoren und das ikonische Rot machten die Fahrzeuge zu Symbolen für Geschwindigkeit, Erfolg und Status. Diese Erfolge verliehen auch den Serienmodellen eine Aura, die weit über technische Daten hinausgeht.
Exklusive Fahrzeuge für eine zahlungskräftige Kundschaft
Ferrari baut Autos, die zu den begehrtesten und teuersten der Welt zählen. Das aktuelle Portfolio umfasst elf Modelle, vom Purosangue als luxuriösem SUV über den Amalfi als Gran Turismo bis hin zum extremen F80 mit rund 1200 PS. Der Einstiegspreis liegt bei rund 266.000 Dollar, während das Spitzenmodell mit etwa 3,7 Millionen Dollar zu Buche schlägt.
Trotz dieser Summen mangelt es dem Unternehmen nicht an Käufern. Der entscheidende Faktor ist der Markenwert. Ferrari besitzt eine kulturelle Strahlkraft, die weltweit verstanden wird. Ein Ferrari gilt als sichtbarer Beweis für Erfolg. Selbst Menschen ohne ausgeprägtes Interesse an Autos wissen, wofür der Name steht.
Diese Markenstärke lässt sich auch jenseits des Fahrzeugverkaufs monetarisieren. Kleidung, Accessoires und Lizenzprodukte tragen ebenso zum Umsatz bei wie Sponsoring. Allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 steuerte das Markengeschäft ohne Fahrzeugeinnahmen 607 Millionen Euro zum Umsatz bei.
Unabhängigkeit und starke Zahlen
Seit der Abspaltung von Fiat im Jahr 2016 agiert Ferrari als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen. In diesem exklusiven Segment ist es damit eine Ausnahme. Während Wettbewerber wie Lamborghini Teil großer Konzerne sind, verfolgt Ferrari seinen eigenen Kurs.
Die Zahlen sprechen für sich. Im dritten Quartal 2025 stiegen die Erlöse um 7,4 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte zu, ebenso der Gewinn je Aktie. Diese Entwicklung veranlasste das Management, die Prognosen für das Gesamtjahr anzuheben.
Besonders auffällig ist die Profitabilität. Mit einer Nettomarge von über 22 Prozent lässt Ferrari die gesamte Automobilbranche deutlich hinter sich. Während andere Hersteller mit einstelligen Margen kämpfen, setzt der Sportwagenbauer Maßstäbe.
Auch die Bilanz zeigt sich solide. Die Schulden wurden zuletzt weiter reduziert, während eine komfortable Liquiditätsposition erhalten blieb. Im Branchenvergleich ist die Verschuldung moderat und gut beherrschbar.
Wachstum über dem Branchendurchschnitt
Ferrari befindet sich seit Jahren auf einem klaren Wachstumspfad. Der Umsatz hat sich seit 2020 nahezu verdoppelt. Die jährlichen Zuwachsraten liegen deutlich über dem Durchschnitt der Branche, sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn je Aktie. Diese Dynamik unterstreicht, dass es sich nicht nur um ein Luxuslabel, sondern um ein wachstumsstarkes Industrieunternehmen handelt.
Kursrückgang als Chance für Anleger
In den letzten Monaten des Jahres 2025 geriet die Aktie unter Druck und verlor rund 23 Prozent an Wert. Der Kurs bewegt sich nahe dem Jahrestief. Technische Indikatoren deuten jedoch nicht auf eine Übertreibung nach unten hin, vielmehr auf eine Phase der Stabilisierung.
Angesichts der fundamentalen Stärke fällt es schwer, diesen Rückgang ausschließlich negativ zu bewerten. Solide Unternehmen mit hoher Profitabilität und Wachstumsperspektive entziehen sich langfristig meist dem anhaltenden Abwärtsdruck.
Hohe Bewertung mit nachvollziehbarer Begründung
Die Bewertung von Ferrari liegt über dem Branchenschnitt. Sowohl das aktuelle als auch das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis sind höher als bei vielen Wettbewerbern. Dieser Aufschlag spiegelt jedoch die außergewöhnliche Ertragskraft, das Wachstumstempo und die starke Bilanz wider.
Rechnet man mit den Gewinnschätzungen für 2026, ergibt sich nur begrenztes kurzfristiges Kurspotenzial. Allerdings hat Ferrari in der Vergangenheit regelmäßig die Erwartungen übertroffen, was Spielraum nach oben eröffnet.
Konjunktur als größtes Risiko
Das größte Risiko für die Aktie liegt in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Luxusgüter reagieren sensibel auf konjunkturelle Abschwünge. Sollte sich die Wirtschaft deutlich eintrüben, könnten hochpreisige Sportwagen schnell an Priorität verlieren.
Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit, dass der Markt die Aktie zu optimistisch bewertet. Das starke Wachstum mildert dieses Risiko, schließt es jedoch nicht aus.
Ein Unternehmen mit außergewöhnlicher Stellung
Ferrari vereint Markenstärke, Wachstum und finanzielle Disziplin auf seltene Weise. Das steigende schwarze Pferd auf gelbem Grund steht weltweit für Leistung, Exklusivität und technische Perfektion. Ob mit klassischen Zwölfzylindern oder zukünftigen elektrischen Antrieben, das Unternehmen aus Maranello wird weiterhin Maßstäbe setzen.
Für Anleger, die Qualität und langfristige Stärke suchen, bleibt Ferrari eine außergewöhnliche Adresse, auch wenn Geduld und ein Blick für Risiken gefragt sind.
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