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Exxon Mobil: Die beste Öl-Aktie in der Krise?

Iran-Konflikt beflügelt

Die Aktie von Exxon Mobil zeigt sich in einem geopolitisch aufgeheizten Umfeld bemerkenswert robust. Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten könnten dem Energieriesen zusätzlichen Rückenwind verleihen und die Bewertung neu definieren.

exxonmobil.com

Eskalation am Golf erschüttert die Energiemärkte

Die dramatische Zuspitzung der Lage in Iran hat den Persischen Golf faktisch in eine Hochrisikozone verwandelt und die Rohölpreise steil ansteigen lassen. Durch die Straße von Hormus werden täglich rund 20 Millionen Barrel Öl sowie etwa ein Fünftel des weltweiten LNG-Volumens transportiert. Ein erheblicher Teil dieses Angebots steht nun unter Vorbehalt.

Nach Angriffen auf saudisches und emiratisches Territorium stauten sich etwa 150 Tanker vor der Golfregion, da Reedereien angesichts iranischer Vergeltungsdrohungen das Transitrisiko scheuen. Selbst wenn Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Umgehungspipelines maximal auslasten, bleiben nahezu zehn Millionen Barrel pro Tag faktisch gebunden. Strategische Reserven könnten dieses Defizit nur für wenige Wochen ausgleichen.

Obwohl die Wasserstraße nicht vollständig blockiert ist, haben sich die Versicherungsprämien für Tankertransporte binnen eines Wochenendes vervielfacht. Zahlreiche Versicherer verweigern derzeit die Absicherung von Fahrten durch den Golf.

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Ölpreisanstieg könnte an Tempo gewinnen

Der bislang vergleichsweise moderate Preisanstieg beim Öl erklärt sich unter anderem durch einen von der Internationalen Energieagentur gemeldeten Angebotsüberschuss von 3,7 Millionen Barrel pro Tag. Diese Zahl wirkt jedoch wie ein rückwärtsgewandter Indikator. Selbst die symbolische Produktionsausweitung der OPEC+ um 206.000 Barrel täglich dürfte die Dynamik der aktuellen Eskalation kaum auffangen. Noch ist die Energieinfrastruktur in der Region weitgehend intakt, doch bei direkten Treffern auf Förder- oder Exportanlagen wäre eine Neubewertung der Preise nach oben wahrscheinlich. Hinzu kommt, dass China als größter Abnehmer iranischen Rohöls seine Reserven in den vergangenen Monaten gezielt aufgestockt hat.

Sollte es in Teheran zu einem Machtvakuum kommen, droht ein längerfristiger Ausfall der iranischen Produktion von etwa 1,5 bis 2 Millionen Barrel pro Tag. Das würde den globalen Angebotsüberschuss drastisch reduzieren und die Preise strukturell erhöhen.

Strategische Neuausrichtung verschafft Exxon Vorteile

Exxon Mobil Corporation hat sein Portfolio in den vergangenen Jahren konsequent auf die westliche Hemisphäre ausgerichtet. Mit starken Positionen im Permian-Becken und vor der Küste Guyanas setzt der Konzern auf politisch vergleichsweise stabile Förderregionen. Die Übernahme von Pioneer stärkt diese Strategie zusätzlich, da die Förderung über ein landgebundenes Pipeline-Netz direkt an die US-Golfküste angebunden ist. Damit bleibt das Unternehmen weitgehend immun gegen maritime Engpässe im Nahen Osten.

Im Permian-Becken lassen sich kurzfristige Bohrprogramme schneller hochfahren als viele internationale Offshore-Projekte. Steigende Brent-Preise jenseits von 80 Dollar pro Barrel können somit zügig in operative Ergebnisse übersetzt werden.

Auch Guyana gewinnt an Bedeutung. Die dortige Förderung nähert sich 900.000 Barrel pro Tag und steuert auf die Marke von einer Million zu. Das dort produzierte mittel-leichte, schwefelarme Rohöl ist im Atlantikraum begehrt, da europäische und asiatische Raffinerien Ersatz für ausfallende Qualitäten aus dem Nahen Osten suchen.

LNG als zusätzlicher Hebel in einem angespannten Markt

Noch sensibler als der Ölmarkt reagiert derzeit der globale LNG-Sektor. Katar deckt rund 20 Prozent des weltweiten LNG-Angebots ab, dessen Exporte vollständig von der Passage durch die Straße von Hormus abhängen. Eine faktische Blockade könnte die Spotpreise ähnlich stark nach oben treiben wie im Jahr 2022.

Hier kommt das Golden-Pass-Projekt in Texas ins Spiel. Das LNG-Terminal nimmt in diesem Monat seine erste Exportlinie in Betrieb und schafft zusätzliche Kapazitäten genau zu einem Zeitpunkt, an dem ein zentraler Wettbewerber potenziell ausfällt. Die zusätzlichen Mengen lassen sich flexibel nach Europa oder Asien umlenken, wo Abnehmer in einem angespannten Marktumfeld bereit sind, deutliche Preisaufschläge zu zahlen.

Zwar engagiert sich Exxon erneut im irakischen Majnoon-Feld, das geografisch im erweiterten Krisengebiet liegt. Die Vereinbarung mit der irakischen Regierung sieht jedoch eine Diversifizierung der Exportinfrastruktur Richtung Süden vor. Als strategischer Partner für die Energieversorgung des Landes genießt der Konzern zudem politischen Rückhalt aus Washington, was im Eskalationsfall zusätzlichen Schutz bedeuten dürfte.

Parallel dazu treibt Exxon strukturelle Kostensenkungen voran. Bis 2030 sollen kumuliert 20 Milliarden Dollar eingespart werden. Dabei handelt es sich nicht um kurzfristige Sparprogramme, sondern um tiefgreifende operative Anpassungen. Bei Ölpreisen nahe 100 Dollar pro Barrel könnten die Gewinne damit sogar über dem Niveau von 2022 liegen.

Bewertung mit geopolitischem Puffer

Mit einem Non-GAAP-Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 21,8 wirkt die Aktie ambitioniert bewertet. Angesichts der breiten Aufstellung und der reduzierten geopolitischen Verwundbarkeit erscheint jedoch ein Bewertungsaufschlag gerechtfertigt. Exxon ist längst nicht mehr nur ein zyklischer Rohstoffwert, sondern ein integrierter Energiekonzern mit global diversifizierten Ertragsquellen.

Im Vergleich notieren Chevron Corporation und Occidental Petroleum auf noch höheren Bewertungsniveaus. Gleichzeitig bietet Exxon eine freie Cashflow-Rendite von nahezu vier Prozent sowie eine Dividendenrendite von rund 2,65 Prozent. Seit vier Jahrzehnten wird die Ausschüttung kontinuierlich erhöht.

Geopolitische Prämie bleibt ein Unsicherheitsfaktor

Der jüngste Kursanstieg speist sich zu einem erheblichen Teil aus einer Kriegsprämie im Ölpreis. Ein unerwarteter diplomatischer Durchbruch oder ein politischer Kurswechsel in Teheran könnten diese Prämie von 15 bis 20 Dollar pro Barrel rasch verschwinden lassen. In einem solchen Szenario wäre auch bei der Aktie mit deutlichen Rücksetzern zu rechnen, da spekulatives Kapital wieder in Wachstums- und Technologiewerte umschichten könnte.

Zudem ist Exxon als integrierter Konzern sowohl in der Förderung als auch in der Weiterverarbeitung aktiv. Sehr hohe Rohölpreise erhöhen die Kosten für die Chemiesparte und können bei dauerhaft hohen Kraftstoffpreisen die Nachfrage dämpfen.

Stabiler Profiteur in einem unsicheren Umfeld

In einem von Unsicherheit geprägten Marktumfeld erweist sich Exxon Mobil als vergleichsweise defensiver Titel innerhalb des Energiesektors. Die begrenzte direkte Exponierung im Nahen Osten, steigende Realisationspreise und die rechtzeitige Inbetriebnahme zusätzlicher LNG-Kapazitäten verschaffen dem Konzern strategische Vorteile. Unter diesen Voraussetzungen bleibt die Aktie ein aussichtsreicher Kandidat für weiter steigende Kurse.

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