Exelixis: Diese Pharma-Aktie hat mehr Aufmerksamkeit verdient!
Die Aktie von Exelixis steht trotz operativ starker Entwicklung und attraktiver Kennzahlen bislang nicht im Rampenlicht vieler Investoren. Dabei bietet das Papier eines schuldenfreien Biopharmaunternehmens mit wachsender Produktbasis im mittleren Zeithorizont ein bemerkenswertes Chancenprofil.
Exelixis zählt zu den wachstumsstärkeren Unternehmen im Pharmasektor und verbindet steigende Umsätze mit stabilen Margen. Bemerkenswert ist die Finanzierung des Wachstums aus eigener Kraft, da nahezu vollständig auf Fremdkapital verzichtet wird. Trotz dieser Eigenschaften wird die Aktie nicht mit den Bewertungsaufschlägen gehandelt, die bei vergleichbaren Unternehmen üblich sind. Das Kursniveau wirkt solide und in Teilen sogar günstig, was dem Titel zusätzliches Potenzial verleiht. Auf dieser Basis ergibt sich eine positive Einschätzung mit einem Kursziel von 55 US-Dollar und einem erwarteten Aufwärtspotenzial von rund 25 Prozent innerhalb eines Jahres.
Vom Einzelprodukt zur breiteren Pipeline
Exelixis entwickelt, produziert und vertreibt Krebsmedikamente und erzielt den Großteil seiner Erlöse mit dem Blockbuster Cabometyx. Das Präparat wird vor allem bei Nierenkrebs sowie seltenen hormonabhängigen Tumoren eingesetzt und nimmt in diesen Segmenten eine führende Marktposition ein. Die jüngste Ausweitung der Zulassungen auf weitere Krebsarten hat die Marktstellung zusätzlich gestärkt. Außerhalb der USA vergibt das Unternehmen Lizenzen an Partner und erzielt daraus wiederkehrende Einnahmen.
Um die Abhängigkeit von einem einzelnen Produkt zu reduzieren, investiert Exelixis konsequent in Forschung und Entwicklung. Als aussichtsreichster Kandidat gilt derzeit Zanzalintinib, ein Wirkstoff zur Behandlung häufiger Darmkrebsarten, der wichtige Studien erfolgreich abgeschlossen hat und kurz vor dem Markteintritt in den USA steht. Darüber hinaus befinden sich mehrere weitere Wirkstoffe in früheren Entwicklungsphasen, die langfristig zur Umsatzdiversifikation beitragen könnten.
Zur Beschleunigung der Entwicklungsprozesse und zur Steigerung der Effizienz wurde die Forschungsleitung im vergangenen Jahr neu aufgestellt. Parallel dazu erfolgte eine organisatorische Anpassung mit dem Ziel, Kosten besser zu steuern. Stellenabbau und die Schließung eines Standorts wurden vom Markt überwiegend positiv aufgenommen. Die Unternehmensführung verzichtet bewusst auf ausufernde Vertriebs- und Verwaltungsausgaben und setzt stattdessen auf diszipliniertes Kostenmanagement, um hohe Margen zu sichern.
Starke Ergebnisse bestätigen Kurs
Die Ergebnisse des dritten Quartals liefern ein klares Bild der operativen Stärke. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um rund elf Prozent zu, getragen von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Cabometyx. Preisanpassungen spielten dabei keine Rolle, was auf echtes Mengenwachstum hindeutet. Die Margen verbesserten sich erneut. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten wurden zum dritten Mal in Folge gesenkt, während auch die Forschungsaufwendungen aufgrund abgeschlossener Entwicklungsphasen zurückgingen. Langfristig dürfte der Forschungsaufwand wieder steigen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Pipeline zu sichern.
Der Nettogewinn wuchs sowohl nach GAAP- als auch nach Non-GAAP-Standard um mehr als 60 Prozent. Das Ergebnis je Aktie stieg deutlich und lag klar über den Markterwartungen. Neben dem Umsatzwachstum trugen Kostensenkungen und umfangreiche Aktienrückkäufe zu dieser Entwicklung bei. Angesichts der starken Zahlen passte das Management seine Prognosen nach oben an.
Gleichzeitig gewinnt Cabometyx weiter Marktanteile im Segment der Nierenkrebstherapien. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte der Anteil bereits in den kommenden Jahren die Marke von 50 Prozent überschreiten. Das Wachstum des Gesamtmarktes bleibt deutlich hinter der Dynamik des Produkts zurück, was die Wettbewerbsposition zusätzlich unterstreicht.
Im Branchenvergleich hebt sich Exelixis sowohl durch sein Wachstumstempo als auch durch seine Margen deutlich ab. Diese Kombination ist selbst im innovationsgetriebenen Pharmasektor selten. Die Profitabilität liegt auf hohem Niveau, während der Kapitalaufwand vergleichsweise gering bleibt. Dadurch kann ein großer Teil der Erträge in freien Cashflow umgewandelt werden.
Bewertung mit zu hohem Abschlag
Die Bewertung der Aktie wirkt vor diesem Hintergrund überraschend moderat. Trotz überdurchschnittlichen Wachstums, hoher Rentabilität, minimaler Verschuldung und laufender Rückkäufe notiert Exelixis bei vielen Kennzahlen mit deutlichen Abschlägen gegenüber dem Sektor. Diese Diskrepanz deutet auf eine Unterbewertung hin.
Ein auf freien Cashflows basierendes Bewertungsmodell bestätigt dieses Bild. Schon unter konservativen Annahmen ergibt sich ein fairer Wert im Bereich von über 50 US-Dollar je Aktie. Selbst bei vorsichtigen Szenarien bleibt das Abwärtspotenzial begrenzt, während günstigere Annahmen ein deutlich höheres Kursniveau rechtfertigen.
Die Bilanz weist per Ende September eine komfortable Liquiditätsposition auf. Die vorhandenen Barmittel übersteigen die gesamten Verbindlichkeiten deutlich, wodurch faktisch keine Nettoverschuldung besteht. Zinsaufwendungen spielen daher kaum eine Rolle.
Statt Dividenden setzt Exelixis auf umfangreiche Aktienrückkäufe. In den vergangenen Jahren wurde ein erheblicher Teil der ausstehenden Aktien eingezogen, was den Gewinn je Aktie zusätzlich stützt. Ein weiteres Rückkaufprogramm bis Ende 2026 unterstreicht das Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung. Erst mit zunehmender Reife des Unternehmens dürfte eine Dividendenpolitik in Betracht gezogen werden, während zuvor auch Fremdkapital für Übernahmen zur Diversifikation eingesetzt werden könnte.
Risiken und Fazit
Das größte Risiko bleibt die hohe Abhängigkeit von Cabometyx. Der Markteintritt von Generika oder konkurrierenden Therapien könnte die Umsätze spürbar belasten. Hinzu kommt das Entwicklungsrisiko neuer Wirkstoffe, deren kommerzieller Erfolg nicht garantiert ist. Regulatorische Veränderungen im US-Gesundheitssystem stellen einen weiteren Unsicherheitsfaktor dar.
Exelixis vereint starke operative Kennzahlen mit einer soliden Bilanz und einer wachsenden Produktpipeline. Während das Kerngeschäft weiter Marktanteile gewinnt, schaffen neue Wirkstoffe die Grundlage für nachhaltiges Wachstum. Im Branchenvergleich erscheint die Aktie attraktiv bewertet, was sie zu einer interessanten Option für langfristig orientierte Anleger im Pharmasektor macht.
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