Evotec-Aktie: Neuzugang könnte neue Hoffnungen wecken
Die Evotec-Aktie blieb in der schwachen Phase der Börsen stabil und konnte sich entgegen dem Trend leicht erholen. Am Donnerstag ging sie mit einem Gewinn von +2,2% aus dem Handel und steht bei rund 4,50 €. Geht die Erholung bei dem Wirkstoffentwickler weiter?
Wachstum beschleunigen
Es ist ein erklärtes Ziel des Unternehmens, das Wachstum in den nächsten Jahren zu beschleunigen. Die Transformation hin zu einem führenden Life-Science-Unternehmen, das sich auf Wirkstoffentwicklung spezialisiert, ist weit fortgeschritten. Mittels seiner Technologieplattformen und molekularer Patientendatenbanken bietet das Hamburger Unternehmen Expertise in den Bereichen Onkologie, Neurowissenschaften und Entzündungserkrankungen an.
Diese Expertise soll nun weiter vermarktet, sowie die bestehenden Partnerschaften erweitert werden. Um das zu forcieren, wurde Dr. Ashiq H. Khan als CCO (Chief Commercial Officer) eingestellt. Dr. Khan war vorher in dieser Funktion bei führenden Unternehmen beschäftigt.
Es wird sich in den kommenden Quartalsberichten zeigen, wie sich das Wachstum entwickelt.
Dr. Ashiq H. Khan, designierter CCO von Evotec, kommentierte seine Aufgaben so:
Evotec ist einzigartig positioniert, um die frühe Wirkstoffforschung und -entwicklung voranzutreiben. Ich freue mich, gemeinsam mit den zuständigen Teams von Evotec unsere Fähigkeiten weiter auszubauen und die nächste Generation bahnbrechender Therapien voranzutreiben.
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Jahresprognose für 2025 erreicht
Die endgültigen Geschäftszahlen für 2025 werden am 8. April veröffentlicht. Die Vorabzahlen zeigten jedoch, dass die Prognosewerte erreicht wurden. Demnach lag der Umsatz mit 788 Millionen € in der Mitte der Prognose von 760 bis 800 Millionen €. Just – Evotec Biologics war mit einem Anstieg von 40% der Wachstumstreiber. Das bereinigte EBITDA liegt mit 41 Millionen € ebenfalls im mittleren Bereich der Spanne von 30 bis 50 Millionen €.
2026 wird wieder ein Übergangsjahr
Für das laufende Geschäftsjahr gibt der Hamburger Konzern sich wesentlich vorsichtiger. Beim Umsatz werden 700 bis 780 Millionen € erwartet. Und bei dem bereinigten EBITDA stehen Null bis 40 Millionen € auf dem Zettel. Nach den bisherigen Restrukturierungen waren hier die Markterwartungen der Experten deutlich höher. Das Unternehmen bezeichnet 2026 als ein Übergangsjahr.
Mit der Prognose wurde auch ein neues Restrukturierungsprogramm angekündigt. Ziel dabei ist es, den Konzern noch schlanker und profitabler aufzustellen. So sollen die Standorte von 14 auf 10 reduziert werden. Das ist mit einem Stellenabbau von 800 Jobs verbunden, somit entfällt jede fünfte Stelle. Jetzt wird von einem Aufbau von Exzellenzzentren gesprochen, in denen die Kompetenzen gebündelt werden. Das Programm soll innerhalb von zwei Jahren abgearbeitet sein. Die Kosten für dieses Programm liegen bis 2028 bei 100 Millionen €. Die jährlichen Kosten sollen laut Unternehmensangaben um 75 Millionen € entlastet werden.
Was bedeutet das für die Aktie?
Das Vertrauen in die Aktie ist weitestgehend verloren gegangen. Jeder Ausbruch nach oben wurde in der Vergangenheit durch schlechte Unternehmensnachrichten wieder einkassiert. Die Folge der neuesten Prognose war ein Kursabsturz bis auf 4,10 €.
Die Einstellung des neuen CCO könnte ein Hoffnungsschimmer für profitables Wachstum sein. Allerdings bedarf es hierzu erster Erfolge; die werden sich frühestens im zweiten Halbjahr zeigen. Wenn eine erneute Prognosesenkung kommen sollte, ist auch das restliche Vertrauen hinfällig. Es muss jetzt geliefert werden.
Für einen mittel- und langfristigen Kursanstieg bleibe ich dennoch zuversichtlich. Das Unternehmen ist durch den Verkauf der Anlage in Toulouse finanziell gut aufgestellt. Wenn sich erste Erfolge beim Wachstum zeigen, kann es mit dem Kursanstieg sehr schnell gehen.
Einige Analysten reagierten schnell und senkten ihre Zielkurse. Besonders die Deutsche Bank senkte ihn von 6 auf 4,50 €. Die Berenberg Bank senkte ihren Zielwert moderat von 10 auf 9,70 €. RBC bleibt mit 10 € weiterhin sehr zuversichtlich. Hier liegt der Fokus auf dem Jahr 2027.
Mein Fazit. Momentan sollten nur risikobewusste Anleger bei dem jetzigen Kursniveau einsteigen. Die leichte Erholung kann auch schnell wieder hinfällig werden.
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Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Evotec. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.
ℹ️ Evotec in Kürze
- Evotec (WKN: 566480) mit Sitz in Hamburg ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich der pharmazeutischen Wirkstoffforschung.
- In Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften mit Biotech-Unternehmen und Pharmakonzernen weltweit erforscht und entwickelt Evotec Wirkstoffkandidaten für Therapieansätze in verschiedensten medizinischen Richtungen.
- Evotec ist Mitglied im TecDAX und rund 800 Millionen wert.