Evotec-Aktie: Deshalb liegt sie noch in der Mottenkiste
Nichts geht mehr? Die Evotec-Aktie dümpelt aktuell knapp oberhalb von 6 € vor sich hin und zeigt dabei leichte Abwärtstendenzen. Warum lassen Investoren lieber (noch) die Finger von dem Papier?
Ein positiver Analyst und das war's?
Wer die Evotec-Aktie im Depot hat oder sie kaufen möchte, steht derzeit vermutlich vor einem Rätsel. Zwar hat der Titel seit Jahresbeginn um rund +11% an Wert gewonnen, aber so richtig Fahrt will er nicht aufnehmen. Selbst eine Neuaufnahme der Coverage mitsamt einer positiven Einschätzung durch die Berenberg-Bank hat der Aktie nur kurzzeitig Beine gemacht.
Anfang Februar war das, als die Marktbeobachter der Evotec-Aktie eine Kaufempfehlung verpassten mit einem Kursziel von 10 € und der Begründung, es gebe viel Spielraum für eine Neubewertung. Doch die Wirkung ist allzu schnell wieder verpufft.
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Neue Unternehmensnachrichten von Evotec gibt es derweil nicht, und so blicken wir zunächst mal auf den Chart und wenden uns danach fundamentalen Aspekten zu.
Wenig verheißungsvoller Chart
Um es gleich ganz deutlich zu sagen: Charttechnisch gibt die Evotec-Aktie derzeit nichts her. Trend kurz- und mittelfristig: neutral. Langfristig: fallend. Die 200-Tage-Linie bei 6,43 € müsste mindestens mal nachhaltig überwunden werden, um der Aktie Leben einzuhauchen. Aber erst oberhalb des Widerstandes bei 7,15 € würde sie wohl zumindest verstärktes Interesse bei Tradern wecken.
Auf der Unterseite sieht es heikler aus. Langsam, aber sicher scheint angesichts des Kursverlustes von -5% binnen fünf Handelstagen die Unterstützung bei 5,51 € wieder in den Fokus zu rücken. Sollte sie nicht halten, läge die nächste bei 5,10 €.
Die fundamentalen Aspekte
Die letzten Zahlen des Unternehmens stammen aus dem November 2025. Die nächsten werden erst am 8. April mit der Vorlage des Jahresberichts erwartet. Bekanntermaßen befindet sich das Unternehmen in einer strategischen Neuordnung. Was zeigt das, was bislang vorliegt, und was lässt sich daraus schließen?
Nach neun Monaten 2025 war ein Umsatzrückgang um 7% auf 535,1 Millionen € zu verzeichnen. Sorgen bereitet dabei insbesondere das Discocery & Preclinical Development-Segment mit einem Rückgang von 12,3% auf 392,1 Millionen €. Die Hamburger nannten „die schwache Nachfrage im Markt für frühe Arzneimittelforschung“ als Begründung.
Beim bereinigten EBITDA sah es für Investoren noch alarmierender aus: Ein Minus von 16,9 Millionen € stand nach neun Monaten zu Buche. Ob sich angesichts dessen die kühn wirkende Prognose des Unternehmens, für das Gesamtjahr 2025 einen Umsatz von 760 bis 800 Millionen € sowie ein bereinigtes EBITDA von 30 bis 50 Millionen € zu erzielen, erfüllen lässt, ist die weiterhin offene Frage. Immerhin spülte der Verkauf der Anlage in Toulouse satte 350 Millionen € in die Kasse.
Noch mutiger wirkt in meinen Augen der Ausblick bis 2028, ein jährliches Erlöswachstum von 8 bis 12% sowie bis 2028 eine bereinigte EBITDA-Marge von mehr als 20% erreichen zu können.
Was bedeutet das für die Aktie?
Es ist allzu offensichtlich, warum Investoren bei der Evotec-Aktie (noch) nicht zugreifen, ich ebenso wenig: Die Hamburger müssen ihren mutigen Worten erstmal Taten folgen lassen und ihre Profitabilität deutlich steigern, um einen höheren Börsenwert als die derzeitigen 1,1 Milliarden € zu rechtfertigen. Zweifellos sind immer wiederkehrende zwischenzeitliche Meilensteinzahlungen namhafter Pharma-Partner hilfreich und begrüßenswert, sie treiben auch den Kurs dann an – aber eben nicht nachhaltig.
Ich bleibe daher bei meiner Einschätzung, dass erstmal eine bessere operative Performance geliefert werden muss, ehe man die Evotec-Aktie wieder ruhigen Gewissens kaufen kann. Wer jetzt zugreift, muss sich jedenfalls des Risikos bewusst sein, dass der Schuss nach hinten losgehen kann.
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ℹ️ Evotec in Kürze
- Evotec (WKN: 566480) mit Sitz in Hamburg ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich der pharmazeutischen Wirkstoffforschung.
- In Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften mit Biotech-Unternehmen und Pharmakonzernen weltweit erforscht und entwickelt Evotec Wirkstoffkandidaten für Therapieansätze in verschiedensten medizinischen Richtungen.
- Evotec ist Mitglied im TecDAX und an der Börse derzeit mit rund 1,1 Milliarden bewertet.