Ethereum: Kommt nach dem Blutbad die große Wende?

Massiver Kursrückgang

Im Krytpomarkt ist es in den vergangenen Tagen zu einem weiteren massiven Kurseinbruch gekommen. Ethereum hat seit Donnerstag in der Spitze fast -30% eingebüßt. Am Montag rutscht die zweitgrößte Kryptowährung zeitweise bis auf 2.155,80 US$ ab – den tiefsten Stand seit Juni 2025. Anleger fragen sich, ob nun der Boden erreicht ist oder geht der Bärenmarkt erst so richtig los?

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Das steckt hinter dem Abverkauf

Es sind keine schönen Zeiten, die Krypto-Anleger derzeit durchleben. Nach den massiven Kursverwerfungen im Herbst hatten sich BTC, ETH & Co. ab Ende November wieder stabilisieren können und eine Erholung gestartet. Dass diese jedoch nicht nachhaltig war, haben die letzten Tage den Anlegern brutal vor Augen geführt.

Für ein starkes „Risk-off“-Verhalten an den Märkten sorgt aktuell die Nominierung des ehemaligen Fed-Gouverneurs Kevin Warsh zum neuen Fed-Vorsitzenden durch US-Präsident Donald Trump. Warsh hatte sich in den letzten Wochen zwar als Favorit herauskristallisiert, dass nun Fakten geschaffen wurden, kommt an den Märkten aber offenbar überhaupt nicht gut an.

Warsh gilt als eher falkenhaft und hat sich in der Vergangenheit vor allem dem Kampf gegen die Inflation gewidmet. Dazu gilt er als starker Verfechter einer unabhängigen Fed. Ob er im Sinne der Trump-Administration eine 180-Grad-Wende vollzieht und einen lockeren geldpolitischen Kurs verfolgt, ist eher unwahrscheinlich.

Auch der neuerliche Regierungs-Shutdown belastet die Märkte und weckt Erinnerungen an den Rekord-Shutdown im Oktober und November, der zu massiven Krypto-Liquidationen führte.

Übrigens: Mehr zu Bitcoin und Kryptowährungen erfährst Du in unserem Krypto-Wissens-Artikel.

Charttechnik sendet Verkaufssignale

Dazu kommen charttechnische Aspekte. Am 20. Januar war ETH unter den kurzfristigen Erholungstrend ab dem Tief vom 21. November gerutscht, was bereits ein Warnsignal war. Dieses Warnsignal verstärkte sich noch, als Ethereum bei einem Rebound-Versuch von eben jener Trendlinie bärisch abprallte.

Nun richtet sich der Blick auf den wichtigen Support bei 2.140,80/2.115,60 US$, der für eine Bodenbildung in Frage kommt. Gehen die Verkäufe aber trotzdem weiter, wären sogar Rücksetzer bis 1.700, 1.500 und letztlich sogar 1.385,70 US$ möglich.

Analysten bullisch

Die Experten sind unterdessen weiterhin bullisch gestimmt und sehen in dem Crash eine gute Gelegenheit, um sich im Kryptomarkt und bei Ethereum zu engagieren. Tom Lee, Mitgründer von Fundstrat und selber bedeutender ETH-Akkumulator, sieht kurz- bis mittelfristige Kursziele von 7.000 bis 15.000 US$.

Langfristig hält er sogar Kursziele von 250.000 US$ für möglich. Allerdings wäre Ethereum mit einer Marktkapitalisierung von über 30 Billionen US$ dann mehr als doppelt so viel wert wie alles Gold der Welt.

Jetzt bei Ethereum einsteigen?

Damit ist die Prognose von Lee doch sehr ambitioniert. Gleichwohl bleibe ich auch mittel- bis langfristig weiter bullisch, was die Aussichten von ETH angeht. Das kryptofreundliche Marktumfeld in den USA und die zunehmende Adoption durch institutionelle Investoren und Staaten stimmen mich weiter zuversichtlich.

Zu einer treibenden Kraft könnte dabei der US-Clarity-Act werden – ein Gesetzesvorhaben, das die jahrelange regulatorische Unsicherheit von Kryptowährungen und digitalen Assets in den USA beenden soll.

Hinzu kommt, dass sowohl Ethereum als auch Bitcoin kritische Chartniveaus erreicht haben und zunehmend überkauft sind. Historisch betrachtet waren genau solche Phasen häufig der Nährboden für kräftige Gegenbewegungen. Unterstützungszonen werden getestet, die Liquidation schwächerer Hände schreitet voran – ein klassisches Szenario für eine technische Erholung.

Für Anleger bedeutet das: Vorsicht bleibt angebracht, Panik jedoch fehl am Platz. Wer langfristig positioniert ist, sollte die aktuelle Schwäche meiner Meinung nach eher als Chance denn als finales Urteil betrachten.

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