EOS-Aktie: Warum stürzt der Highflyer wieder ab?
Eigentlich sollte man meinen, dass der Iran-Krieg dem Drohnenabwehrspezialisten Electro Optic-Systems eine Menge Aufwind verschafft. Aber seit dem Allzeithoch vor einer Woche ist die EOS-Aktie um -20% eingebrochen und auch am Dienstagvormittag setzt sich der Kurseinbruch mit einem Minus von über -8% fort. Was steckt hinter dem Sinkflug des australischen Rüstungstechnologieunternehmens und sollten Anleger jetzt zugreifen?
Massive Insider-Verkäufe
Hinter dem starken Kursrückgang der EOS-Aktie in den letzten Tagen stecken gleich drei nachteilige Entwicklungen. Der Reihe nach:
Zum Ersten sind es Insider-Verkäufe, die für schlechte Stimmung an der Börse sorgen. EOS-Chef Andreas Schwer kündigte an, bis zu 2,5 Millionen Aktien aus seinem Bestand zu veräußern. Der Verkauf von so großen Aktienpaketen durch Insider wird von Anlegern generell als Zeichen gewertet, dass das Management das aktuelle Kursniveau des eigenen Unternehmens für zu hoch hält.
Noch dazu ist der Grund für den Verkauf von EOS-Aktien durch den CEO nicht förderlich. Er will damit den Bau eines Hauses finanzieren sowie Zahlungen aus einer Scheidungsvereinbarung begleichen.
Die Börse ist zu Recht nicht begeistert. Die tatsächliche Transaktion fiel bislang kleiner als erwartet aus. Schwer veräußerte lediglich 1,5 Millionen Aktien aus seinem Bestand. Multipliziert wird dieser Insider-Verkauf durch die Ankündigung weiterer Führungskräfte, ihre Beteiligungen an Electro Optic Systems in naher Zukunft ganz oder teilweise zu verkaufen.
Zoff mit der Börsenaufsicht
Zum Zweiten handelte sich das Luft- und Raumfahrtunternehmen vor wenigen Tagen eine Rüge der australischen Börsenaufsicht ein. Die ASX bemängelte, dass die Ankündigung des Abschlusses eines 80 Millionen US$ schweren Vertrages mit dem Kunden Goldrone nur unzureichende Angaben zu dessen Seriosität und Bonität enthielt.
Der Name des Kunden wurde auf dessen Wunsch ursprünglich nicht genannt. Die Börsenaufsicht wertete dies als Verstoß gegen die Offenlegungspflichten.
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Rauswurf aus einem Index
Zum Dritten wurde die Electro Optic Systems-Aktie aus dem S&P/ASX Emerging Companies Index geworfen. Dies löste automatische Verkäufe von Fondsgesellschaften aus, was den Abwärtsdruck auf die EOS-Aktie noch einmal verstärkte.
Absturz auf das 6-Monatstief?
Die EOS-Aktie befindet sich dieser Tage im freien Fall. Spätestens beim 3-Monatstief bei 5,90 AU$ muss der Kurs einen Halt finden. Ansonsten droht die Aktie bis zum 6-Monatstief bei 4,40 AU$ durchgereicht zu werden.
Fundamental stimmt alles
Die Electro Optic Systems-Aktie hat in den letzten Monaten bereits zwei heftige Kurseinbrüche erlebt. Im Oktober und November vergangenen Jahres sowie Ende Januar / Anfang Februar brach der Aktienkurs um jeweils rund -50% ein. Innerhalb weniger Wochen erholte sich die EOS-Aktie jedoch vollständig von diesen Kursstürzen.
Ich glaube, dass das auch diesmal der Fall sein wird, denn fundamental hat sich an den Geschäftsaussichten von EOS nichts geändert. Das Rüstungstechnologieunternehmen sitzt auf einem Berg von Aufträgen mit einem Gesamtwert von 460 Millionen AU$. Erst kürzlich schlossen die Australier neue Aufträge mit Kunden aus den Niederlanden und dem Nahen Osten im Gegenwert von 71 bzw. 45 Millionen AU$.
EOS-Chef Schwer rechnet damit, dass 40 bis 50% des Auftragsbestandes im laufenden Jahr umsatzwirksam werden. Das würde eine annähernde Verdoppelung des Umsatzes von 129 auf 250 Millionen AU$ bedeuten. Einige Analysten gehen sogar von einem noch höheren Jahresumsatz aus.
Zudem peilt das Unternehmen 2026 den Sprung über die Gewinnschwelle an. Bereits im vergangenen Jahr verbesserte sich die Bruttomarge von EOS massiv von 48 auf 63%.
Und auch strategisch ist Electro Optic Systems auf einem sehr guten Weg. Durch die Übernahme von MARSS, einem Hersteller von Kommando-und-Kontrollsystemen für die Drohnenabwehr, wird sich EOS von einem Komponentenlieferanten zu einem vollintegrierten Drohnenabwehrspezialisten entwickeln.
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ℹ️ Electro Optic Systems in Kürze
- Electro Optic Systems Holdings (WKN: 580850), kurz EOS, entwickelt und produziert Produkte mit fortschrittlichen elektrooptischen Technologien für die Luft- und Raumfahrt sowie für die Verteidigung.
- Das Segment Raumfahrtsysteme entwickelt Bodenprodukte für den australischen und internationalen Raumfahrtmarkt. Das Segment Verteidigungssysteme entwickelt, fertigt und vertreibt fortschrittliche Feuerleit-, Überwachungs- und Waffensysteme für zugelassene Militärkunden.
- Der Hauptsitz ist im australischen Symonston. Die Produkte werden weltweit vertrieben.
- Die Aktie wird an der Australian Securities Exchange in Sydney gehandelt und ist rund 1,6 Milliarden AU$.