Deutz-Aktie: Jetzt wird sie endgültig zur Rüstungsaktie

Nächste Beteiligung

Die Deutz-Aktie kletterte zum Wochenbeginn erstmals auf die Marke von 12 € und stellte damit ein neues Allzeithoch auf. Warum sind Anleger schon seit Monaten so in den einst langweiligen deutschen Motorenbauer vernarrt und ist die Kursrallye von Deutz noch gerechtfertigt?

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Das nächste Startup

Deutz versorgt die Börse schon seit Monaten mit positiven Nachrichten. Das Unternehmen befindet sich auf bestem Wege, sich von einem Hersteller von Antriebstechnologien zu einem Rüstungskonzern zu entwickeln.

Die jüngste Nachricht in diesem Zusammenhang. Der Kölner Motorenbauer beteiligt sich an einer Finanzierungsrunde mit einem Volumen von 30 Millionen € am Münchner Rüstungsstartup Tytan Technologies. Angeführt wird die Finanzierung von den beiden VC-Gesellschaften Nato Innovation Fund und Amira.

Tytan Technologies entwickelt und baut kinetische Abfangdrohnen. Die Fluggeräte sind in der Lage, feindliche Drohnen autonom zu erkennen und diese durch gezielte Kollisionen in der Luft zu zerstören. Diese Rammmanöver gelten derzeit als die effizienteste Art, Angriffe mit Drohnenschwärmen abzuwehren.

Herkömmliche Luftabwehrraketen haben das Problem, dass ihre Kosten nicht in einem vernünftigen Verhältnis zu denen von Drohnen stehen. Tytan will demnach günstige Flugobjekte mit günstigen Flugobjekten bekämpfen.

Deutz wird den Bayern die Antriebslösungen zur Verfügung stellen sowie modulare und dezentrale Energiesysteme und Batterien für die Startvorrichtungen liefern. Zudem wird der Motorenkonzern die Montage und die Endabnahme technischer Systeme übernehmen.

Die dritte Rüstungsbeteiligung

Die Beteiligung an Tytan Technologies ist bereits das dritte Engagement von Deutz im Rüstungssektor binnen kurzer Zeit. Im September vergangenen Jahres kauften die Kölner das auf Drohnenantriebe spezialisierte Unternehmen Sobek. Im Oktober folgte ein Investment in das Startup Arx Robotics, ein Hersteller robotischer Landfahrzeuge.

Deutz gibt unter seinem Vorstandschef Schulte Vollgas bei der Weiterentwicklung des Konzerns zu einem Systemanbieter für unbemannte Verteidigungssysteme. Weitere Beteiligungen dürften folgen.

A propos Rüstung: Wenn Du Dich für die Branche interessierst, dann solltest Du auch einen Blick auf die wichtigsten Rüstungs-Rohstoffe werfen.

Weiter im Aufwärtstrend

Nach einer kurzen Kurskorrektur im Herbst befindet sich die Deutz-Aktie seit Anfang Dezember wieder im Aufwind. Inzwischen ist der Industriewert auf einen neuen historischen Höchststand gestiegen. Eine Trendfortsetzung ist meiner Meinung nach wahrscheinlich.

Teuer, aber mit viel Fantasie

Ich finde die strategische Entwicklung von Deutz hochspannend. Der Konzern hat erkannt, dass er beste Voraussetzungen für Partnerschaften mit Rüstungsstartups mitbringt. Deutz hat ein enorm großes Knowhow in den Bereichen Antriebstechnologie und Energieversorgung — Dinge, die vor allem für die Hersteller unbemannter Waffensysteme eine sehr große Rolle spielen.

Zudem bringen die Kölner jahrzehntelange Erfahrung in der industriellen Serienfertigung und der Qualitätssicherung mit. Auch das ist ein wichtiges Asset für Startups.

Und nicht zuletzt verfügt Deutz über ein internationales Service-Netzwerk. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für Kunden, die vor Ort Servicepartner benötigen, die ihnen Startups nicht bieten können.

Mit einem Forward-KGV von 15 ist die Deutz-Aktie für ein Unternehmen, das in den letzten Jahren kaum Wachstum gezeigt hat und nur sehr wenig Geld verdient, in meinen Augen ziemlich sportlich bewertet. Aber die aktuelle Rüstungsfantasie muss Anlegern auch etwas wert sein.

Allzu viel Potenzial sehe ich derzeit allerdings nicht in der Deutz-Aktie. Sie ist mir inzwischen etwas zu heißgelaufen.

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ℹ️ Deutz in Kürze

  • Die Deutz AG (WKN: 630500) mit Hauptsitz in Köln ist einer der weltweit führenden unabhängigen Hersteller von Antriebssystemen. Das Unternehmen entwickelt und produziert sowohl Diesel- und Gasmotoren als auch Wasserstoff- und Elektromotoren.
  • Neben dem Hauptsitz in Köln gibt es weitere 4 Produktionsstandorte. Über 13 Vertriebsgesellschaften arbeitet das Unternehmen mit rund 800 Partnern in 130 Ländern zusammen.
  • Deutz ist Mitglied im deutschen Small Cap Index SDAX und an der Börse ca. 1,8 Milliarden € wert.
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