Deutsche Telekom

Deutsche Telekom-Aktie: Zieht ihr Musk jetzt den Stecker?

Bammel vor SpaceX
Es ist ein grauenvoller Wochenbeginn für die Deutsche Telekom-Aktie. Nachdem der Kurs des deutschen Telekomriesen bereits am Montag um über -5% abgesackt ist, geht es am Dienstagmorgen um weitere -3% nach unten. Die Telekom-Aktie fällt damit auf den tiefsten Stand seit August 2024. Was zieht sie momentan in den Kurskeller und sollten Anleger jetzt einsteigen?

Zwei strategische Sorgen

Hinter der heftigen Abwärtsbewegung der Deutsche Telekom-Aktie zum Wochenstart stehen zwei strategische Sorgen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, auf den zweiten Blick aber schon.

Medienberichten zufolge treibt Telekom-Chef Tim Höttges den Zusammenschluss der deutschen Muttergesellschaft und der sehr erfolgreichen US-Tochter T-Mobile US deutlich schneller voran als bislang vom Markt erwartet. Anleger reagieren ziemlich verschnupft auf diese Pläne. Ihre Sorge ist groß, dass eine vollständige Verschmelzung zu einem sogenannten Konglomeratsabschlag in der Bewertung führen wird, da die US-Tochter an der Börse als dynamischer bewertet wird als der deutsche Mutterkonzern.

Das sehen übrigens auch Experten so. Sie glauben, dass US-Anleger, die derzeit Aktien von T-Mobile US halten, kein gesteigertes Interesse daran haben, in einen europäischen Telekomgiganten investiert zu sein.

Der von der Telekom angeführte Grund, T-Mobile US ganz zu übernehmen, um eine Übernahme durch einen anderen Telekomkonzern zu verhindern, ist überhaupt nicht stichhaltig. Schließlich hält die Deutsche Telekom die Mehrheit an T-Mobile und kann jederzeit eine Übernahme verhindern.

Der wahre Grund für den beschleunigten Fusionskurs dürfte ein anderer sein, und zwar SpaceX. Elon Musk fordert derzeit die etablierten Telekommunikationsriesen heraus.

Musk will in Zukunft mit der SpaceX-Tochter Starlink nicht nur Lieferant für Satelliteninternet sein (über Partner aus der Telekom-Branche), sondern hat Pläne, selbst im Mobilfunksektor aktiv zu werden. Er will einen eigenen Kundenzugang, um sich unabhängiger von der Vermarktung durch die Telekomkonzerne zu machen.

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Charttechnische Analyse

Eine ausführliche charttechnische Analyse findet ihr bei meinem Kollegen Christian Kämmerer.

Diese Sorgen sind übertrieben

Wie in einer meiner letzten SpaceX-Analyse zu diesem Thema festgestellt, glaube ich nicht, dass SpaceX es schaffen wird, den Telekommunikationsmarkt weltweit erfolgreich aufzumischen. Satelliteninternet wird in meinen Augen immer eine Nische bleiben. Gegenüber terrestrischen Glasfasernetzen hat es einfach zu viele Nachteile, vor allem in Bezug auf die Bandbreite und die Kosten.

Starlink ist deshalb meiner Überzeugung nach nicht wettbewerbsfähig gegenüber den Angeboten der Telekomkonzerne. Satelliteninternet und -mobilfunk sind und bleiben ein reines Nischenthema für Orte und Regionen mit einer schlechten Netzanbindungen — von denen es aber weltweit immer weniger gibt.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass SpaceX zukünftig in den globalen Mobilfunkmarkt vordringen wird. Der Aufbau einer terrestrischen Infrastruktur ist einfach viel zu kostspielig und die Märkte sind verteilt und gesättigt. Seit Jahrzehnten bestehende Oligopole aufzubrechen, ist nahezu unmöglich bzw. nur durch den Einsatz gewaltiger Ressourcen zu bewerkstelligen, die SpaceX viel besser in anderen Bereichen mobilisieren kann.

Zum Abschluss: Wenn Du nach weiteren starken Dividenden-Aktien wie der Telekom suchst, dann wirf mal einen Blick auf unsere Top 10 Dividenden Picks 2026.

ℹ️ Deutsche Telekom in Kürze

  • Die Deutsche Telekom (WKN: 555750) gehört zu den weltweit führenden Konzernen für Telekommunikations- und Informationstechnologie. Die Leistungen sind sehr breit gefächert, von der Breitbanktelefonie, Mobilfunk sowie TV oder komplexe ICT-Lösungen bietet der Konzern alles aus einer Hand an.
  • Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bonn ist weltweit in 50 Ländern tätig. Mit der Tochter T-Mobile US gehört es zu den führenden Telekommunikationsanbietern in den USA.
  • Die Marktkapitalisierung der im DAX und im EuroStoxx 50 gelisteten Aktie beträgt rund 119 Milliarden €.

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Fazit

Meiner Meinung nach ist der aktuelle Absturz der Deutsche Telekom-Aktie in seiner Höhe ungerechtfertigt. SpaceX sehe ich nicht als Konkurrenz zum deutschen Telekomriesen und durch die vollständige Übernahme von T-Mobile US sehe ich auch keine gravierenden negativen Auswirkungen.

Ganz im Gegenteil! Die höhere Wachstumsdynamik der US-Tochter könnte der Deutsche Telekom-Aktie sogar mehr Wachstums- und Bewertungsfantasie geben. Anleger sollten meiner Meinung nach die Gelegenheit für einen Kauf der T-Aktie nutzen.