Deutsche Bank-Aktie: 2026 – auf zu neuen Ufern?
Die Deutsche Bank-Aktie kommt seit dem Anstieg im August auf knapp 32 € nicht mehr voran. Am Freitag verliert sie aktuell leicht und steht bei rund 33 €. Im Vergleich zu anderen europäischen Großbanken ist sie günstig bewertet. Startet sie 2026 durch?
Ehrgeizige Ziele
Die Deutsche Bank lässt die schwierigen Zeiten hinter sich und blickt sehr zuversichtlich in die Zukunft. In den letzten Jahren trimmte der CEO Christian Sewing das Institut auf steigende Profitabilität. Das war verbunden mit einem hohen Stellenabbau
Für das laufende Geschäftsjahr wird ein Ertrag von 32 Milliarden € angestrebt, davon wurden bereits 24,4 Milliarden € in den ersten neun Monaten erreicht. Während dieses Zeitraums lag der Gewinn nach Steuern mit 5,6 Milliarden € bereits deutlich über dem Gewinn des gesamten Vorjahres mit 3,5 Milliarden €. Das vierte Quartal dürfte ebenfalls sehr profitabel ausfallen.
Bei der Aufwands-Ertrags-Relation wird ein Wert unterhalb von 65 angestrebt, Ende September lag er bei 63%.
Die gesetzten Ziele für 2025 dürften eher konservativ sein, es kann sogar zu einem Überschreiten einzelner Werte kommen.
Bis 2028 soll das Wachstum bei Gewinn und Ertrag nochmals gesteigert werden. Dann soll die Aufwands-Ertrags-Relation unter 60 liegen sowie die Erträge auf 37 Milliarden € anwachsen.
Das zeigt, dass die Frankfurter Großbank wieder zurück in der Erfolgsspur ist und zum Aufbruch zu neuen Ufern bereit ist.
Der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing, kommentiert die Ziele so:
Wir wollen als Globale Hausbank wachsen, indem wir auf unserer Position als Marktführerin in Deutschland und als europäische Alternative im globalen Bankgeschäft aufbauen. Langfristig wollen wir der europäische Champion sein.
Übernahme wäre vorteilhaft
Die Übernahme der Postbank erwies sich im Nachhinein als ein Flop und war mit hohen Kosten verbunden. Um der europäische Champion zu werden, bedarf es jedoch einer Übernahme im europäischen Raum. Die finanziellen Mittel sollten dafür vorhanden sein.
Eine Übernahme der Commerzbank ergibt keinen Sinn, da beide Institute auf dem gleichen Markt tätig sind. Die ABN Amro Bank in den Niederlanden wäre ein geeigneter Kandidat. Eine mittelgroße Bank in Großbritannien würde ebenfalls gut ins Portfolio passen. Aufstrebende Märkte befinden sich in Osteuropa, hier dürfte großes Wachstumspotenzial bestehen. Eine Bankübernahme in dieser Region würde langfristig für ein deutliches Wachstum sorgen.
Wichtig ist, dass eine Übernahme einen Mehrwert ergibt. Momentan gibt es jedoch keine Hinweise, dass die Deutsche Bank eine Übernahme vorbereitet.
Potenzial vorhanden
Trotz des starken Kursanstieges seit Anfang des letzten Jahres ist die Deutsche Bank-Aktie im Vergleich zu anderen europäischen Bankaktien günstig bewertet. Vergleichbare Banken wie die UBS oder UniCredit sind deutlich höher bewertet.
Meiner Meinung nach besitzt die Aktie weiteres Potenzial, ein fairer Wert dürfte bei 40 € liegen. JP Morgan kommt in ihrer Analyse zu dem gleichen Ergebnis. Barclays mit ihrem Zielwert von 39 € und RBC mit 38 € sehen das ähnlich. Goldman Sachs ist mit 35 € etwas vorsichtiger.
Was für die Aktie spricht, ist das Bekenntnis, die Aktionäre am Gewinn zu beteiligen. So sollen 60% des Nettogewinns ausgeschüttet werden. Die letzte Dividende von 0,65 € entspricht aktuell einer Rendite von rund 2%, hier ist jedoch eine Anhebung für 2025 zu erwarten.
Mein Fazit: Das jetzige Niveau bietet gute Einstiegschancen.
Ergänzend dazu: Für Anleger, die im neuen Jahr passives Einkommen aufbauen möchten, bietet Top 10 Dividenden Picks 2026 wertvolle Einblicke in zehn Aktien mit attraktiven Ausschüttungen und Kurschancen.
ℹ️ Deutsche Bank in Kürze
- Die Deutsche Bank (WKN: 514000) ist die größte Bank in Deutschland und gehört zu den führenden Geldhäusern in Europa. Als Universalbank bietet sie alle üblichen Leistungen an.
- Neben dem Hauptsitz in Frankfurt unterhält die Bank an allen wichtigen Handelsplätzen Niederlassungen.
- Die Aktie ist im deutschen Leitindex DAX gelistet und der Börsenwert beträgt aktuell 62 Milliarden €.