Commerzbank-Aktie: Zieht sich UniCredit zurück?
Um die Commerzbank-Aktie ist es zuletzt ruhig geworden. Nachdem der Kurs auf 30 € gesunken war, befindet er sich momentan wieder im Aufwärtstrend. Am Montag gewinnt sie leicht und steht bei 34,60 €. Gibt es hier eine Überraschung?
Der Ball liegt bei UniCredit
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp äußerte sich zu einer Übernahme so:
Eine Transaktion ist kein Selbstzweck, sie muss für Aktionäre, Kunden und Mitarbeitende Sinn ergeben und Wert schaffen. Das sehen wir auf dem aktuellen Bewertungsniveau nicht. Das Engagement bei uns hat sich wegen der hohen Kursgewinne sehr gelohnt. Und technisch könnte Unicredit genauso kursschonend gehen, wie sie gekommen sind. Die Aktie der Commerzbank hat sich im laufenden Jahr mehr als verdoppelt.
Diese Aussage könnte darauf hindeuten, dass die Commerzbank nicht mehr von einer feindlichen Übernahme ausgeht. In den letzten Wochen ist sehr ruhig um die Commerzbank sowie die UniCredit geworden. Zuletzt sorgte das Treffen des ehemaligen CEO Knof mit dem Chef von UniCredit Orcel für Furore. Angeblich soll dies rein privat gewesen sein.
Anteil weiterhin unter der Grenze von 30%
Das italienische Institut hält weiterhin eine direkte Beteiligung von 26% sowie weitere Finanzderivate. In der Summe liegt der Anteil knapp unter 30%. Diese Grenze ist sehr wichtig, dass bei Erreichen dieser Grenze ein Übernahmeangebot vorgelegt werden muss.
Durch die Aktienrückkäufe der Commerzbank könnte die Situation entstehen, dass die 30%-Grenze überschritten würde. Um dies zu vermeiden, wird UniCredit seine Finanzderivate entsprechend reduzieren.
Was bedeutet das für die Aktie?
Zuletzt wurde die Aktie durch neue Aktienbewertungen seitens der Analysten getrieben. RBC sieht den fairen Wert bei 36 € und die Deutsche Bank bei 37 €. Lediglich Warburg Research sieht den fairen Wert bei 30,70 €.
Sollte sich UniCredit wie von Orlopp zurückziehen, fällt die Fantasie einer Übernahme weg. Die Folge dürfte sein, dass der Kurs fällt. Für die italienische Großbank bestehen drei Möglichkeiten: Sie hält an der Übernahme fest und verfolgt den Weg des langen Atems. Solange die deutsche Bundesregierung gegen eine Übernahme ist, macht eine unerwünschte Übernahme wenig Sinn. Hier könnte sich jedoch ein Sinneswandel ergeben. Die zweite Möglichkeit ist, dass die direkte Beteiligung bestehen bleibt. Somit wäre es für UniCredit eine Finanzanlage; gleichzeitig kann sie Einfluss auf das Management nehmen. Die dritte Variante ist, dass sie die Anteile abgibt. Ein Verkauf über die Börse ist unwahrscheinlich, das würde zu einem deutlichen Kursrückgang führen. Die Anteile könnten an institutionelle Anleger abgegeben werden.
Mittelfristig sehe ich die Commerzbank jedoch weiterhin als Übernahmekandidat. Für eine amerikanische Großbank wäre sie die optimale Lösung. Der Name würde bestehen bleiben und sie würde weiterhin das deutsche und europäische Geschäft bedienen. Gleichzeitig wäre die amerikanische Bank ein bedeutender Player auf dem deutschen Bankenmarkt. Morgan Stanley erhöhte zuletzt ihren Anteil auf über 5% und Citibank hält via Derivate 4,5%.
Was noch für die Aktie spricht ist die aktuelle Dividendenrendite von 1,8%. Es gibt jedoch bessere Alternativen.
Mein Fazit: UniCredit dürfte sich vorerst weiter zurückhalten. Das Kurspotenzial halte ich bei dem jetzigen Kursniveau für begrenzt.
3 Top-Picks für 2026
Hier sei erwähnt: Unser brandneuer Report „3 Top-Picks 2026“ enthüllt drei Technologie-Aktien, die durch ihre First-Mover-Position in Robotik, Quantencomputing und KI-Cloud außergewöhnliches Wachstum im neuen Jahr versprechen.
ℹ️ Commerzbank in Kürze
- Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
- Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
- Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit rund 39 Milliarden € bewertet.