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Commerzbank-Aktie: Reicht das für eine Übernahme?

Übernahmeangebot vorgelegt

Die UniCredit will den Sack schließen und unterbreitet am 16. März ein Übernahmeangebot für die Commerzbank. Die Commerzbank-Aktie reagiert aktuell mit einem Anstieg von rund +4% und steht bei 30,80 €. Wie geht es jetzt weiter?

Commerzbank
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Übernahmeangebot vorgelegt

Zuletzt sah es so aus, als ob die UniCredit auf Zeit spielte und vorerst von einem Übernahmeangebot absah. Der CEO der UniCredit, Andrea Orcel, betonte immer wieder, dass keine Eile besteht und die Anteile an dem Frankfurter Institut als Finanzanlage dienen.

Somit kam das Übernahmeangebot überraschend. Laut der italienischen Großbank liefen verschiedene regulatorische Fristen ab. Dadurch wurde eine Transaktion durch einen Aktientausch möglich.

Das Tauschangebot lautet: Für eine Commerzbank-Aktie erhalten Anteilseigner 0,485 neu Stammaktien von UniCredit.

Die Presseerklärung für das Angebot lautet so:

Vorbehaltlich der Angebotsbedingungen in der Angebotsunterlage beabsichtigt die Bieterin, die nach deutschem Recht vorgeschriebene Mindestgegenleistung anzubieten, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht endgültig festgelegt wird und die nach Erwartung der Bieterin voraussichtlich 0,485 neue Stammaktien von UniCredit für jede angediente Commerzbank-Aktie betragen wird.

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Regulatorische Genehmigungen erforderlich

Damit die Übernahme stattfinden kann, sind viele Genehmigungen erforderlich. Zunächst bedarf es der Genehmigung der Hauptversammlung der UniCredit. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung, diese soll im April oder spätestens Anfang Mai stattfinden. An der Kapitalerhöhung können ausschließlich Aktionäre der Commerzbank teilnehmen.

Darüber hinaus ist die Zustimmung der EZB erforderlich. Die EZB ist für die europäischen Großbanken zuständig. Aber auch die deutsche Bankenaufsicht BaFin muss der Übernahme zustimmen. Als Letzte ist die Genehmigung nach Fusions- und Investitionskontrollrecht erforderlich.

Die Kapitalerhöhung auf der Hauptversammlung der italienischen Bank dürfte kein Problem sein. Auch die EZB dürfte zustimmen, bereits in den Vormonaten signalisierte sie, dass es keine Gründe gegen eine Übernahme gebe. Bei den restlichen Genehmigungen ist ebenfalls wenig Widerstand zu rechnen.

Annahme der Aktionäre fraglich

Hier ist zu unterscheiden zwischen dem staatlichen Großaktionär des deutschen Staates mit rund 12%, privaten und institutionellen Großaktionären sowie den Kleinaktionären. Entscheidend wird das Verhalten des deutschen Staates. Er kündigte in der Vergangenheit an, dass er an der Eigenständigkeit der Commerzbank festhalte. Kleinaktionäre und institutionelle Aktionäre entscheiden oftmals aufgrund der Übernahmekonditionen.

Was bedeutet das für die Aktie?

Bei einem aktuellen Kurs von rund 63 € der UniCredit-Aktie ergibt sich für die Übernahme der Commerzbank-Aktie ein Wert von 30,60 €. Das ist in Bezug auf die Kurse der Commerzbank in der jüngsten Vergangenheit mit rund 35 € kein attraktives Angebot. Hier hatten sich viele Aktionäre der Commerzbank deutlich mehr vorgestellt.

Die Commerzbank um die Chefin Bettina Orlopp machte immer wieder deutlich, dass die Eigenständigkeit der Commerzbank ein besseres Investment für die Aktionäre bietet. Die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr wurde von 0,65 € auf 1,10 € angehoben. Perspektivisch sollten die Ausschüttungen an die Aktionäre durch Dividendenzahlungen sowie Aktienrückkäufe gesteigert werden.

Wie hoch die Andienung ausfällt, bleibt abzuwarten. Hier werden wahrscheinlich viele Aktionäre enttäuscht sein, demzufolge kann das Interesse gering sein. Eine Mindestannahmegrenze wurde nicht genannt. Das kann dafür sprechen, dass die UniCredit ein geringes Interesse einkalkulierte.

Insgesamt halte ich das Übernahmeangebot für enttäuschend. Jetzt wird es spannend, wie die Großaktionäre auf das Angebot reagieren. Vielleicht kann der Übernahmepreis zu einem späteren Zeitpunkt erhöht werden.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.

ℹ️ Commerzbank in Kürze

  • Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
  • Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit rund 34,8 Milliarden € bewertet.
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