Commerzbank-Aktie: Entscheidet sich 2026 die Übernahme?
Die Commerzbank-Aktie ist zuletzt wieder stark gestiegen und notiert am Dienstag aktuell bei 36,10 €. Der Abwehrkampf der Commerzbank läuft schon mehr als ein Jahr und es ist noch kein Ende in Sicht. Ist 2026 das Schicksalsjahr der Frankfurter Großbank?
Was spricht für eine Übernahme?
Ein Blick auf die Bankenlandschaft in Europa und darüber hinaus zeigt, dass die Commerzbank im internationalen Vergleich unbedeutend ist. Mit ihrer Strategie versteht sie sich als Geschäftspartnerin für Unternehmen, insbesondere in Deutschland. Das ist mittelfristig zu wenig; hier konkurriert sie mit Landesbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Auch die Deutsche Bank ist in diesem Segment ein bedeutender Konkurrent. Ohne eigene größere Ambitionen bleibt sie ein Spielball großer Bankkonzerne.
Die UniCredit gibt die Übernahmepläne noch nicht auf, hält sich jedoch mit ihren Kommentaren deutlich zurück. Mit ihrem Anteil von 29,99% (direkte Beteiligung plus Finanzderivate) ist sie die größte Aktionärin vor Deutschland mit 12%.
Bei einem Überschreiten der Grenze von 30% ist ein Übernahmeangebot zwingend. Die italienische Großbank achtet bisher darauf, dass diese Grenze nicht überschritten wird.
Sollte sich UniCredit zurückziehen, dürfte eine andere Großbank Interesse an einer Übernahme bekommen. Für amerikanische Großbanken wäre sie eine gute Ergänzung zu ihrem Engagement in Deutschland.
Was spricht gegen eine Übernahme?
Dass die Übernahme noch nicht kam, liegt an zwei wesentlichen Faktoren: Diese sind der Staat Deutschland sowie die Commerzbank selber. Deutschland ist mit rund 12% der zweitgrößte Anteilseigner. Die Bundesregierung sprach sich zuletzt sehr stark gegen eine Übernahme aus. Trotz einer liberalen Wirtschaftspolitik hält sie die Commerzbank für wichtig und besteht auf deren Eigenständigkeit.
Die Commerzbank selber sowie die Gewerkschaften lehnen eine Übernahme vehement ab. Das Management um die CEO Bettina Orlopp trimmt die Bank auf eine hohe Profitabilität. Hierzu gehört auch ein deutlicher Personalabbau. Damit will sie Aktionäre überzeugen, dass ein Investment in eine eigenständige Bank vorteilhafter ist, als ihre Aktien der UniCredit anzudienen.
Die Gewerkschaft ist auf Seite der Frankfurter Bank und stimmte dem Stellenabbau bisher zu. Deren Befürchtungen sind, dass im Fall einer Übernahme ein noch höherer Stellenabbau zu befürchten ist.
Was bedeutet das für die Aktie?
Der aktuelle Kurs liegt nur knapp unter dem langfristigen Allzeithoch im Oktober mit rund 37 €. Aus meiner Sicht gehen die Aktionäre noch immer von einer Übernahme aus und erwarten ein deutlich höheres Übernahmeangebot.
Mit jedem weiteren Kursanstieg wird die Übernahme für UniCredit jedoch uninteressanter. Übernahmen machen nur dann Sinn, wenn die mittelfristigen Kosteneinsparungen die Übernahmekosten überdecken. Hier dürfte die Schmerzgrenze fast erreicht sein, vielleicht sogar schon überschritten.
Eine Alternative für die UniCredit ist, dass sie die Beteiligung als Finanzanlage einstuft und die Übernahme erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt wieder in Angriff nimmt. Der größte Bremsklotz ist jedoch Deutschland; eine Übernahme gegen staatliche Interessen ist wenig ratsam.
Insgesamt halte ich die Aktie für sehr hoch bewertet und sehe kaum noch Potenzial. Sollte die Übernahme abgesagt werden, ist mit einer deutlichen Kurskorrektur zu rechnen. Die aktuelle Dividendenrendite ist zwar noch akzeptabel, aber nicht besonders hoch. Hier kann es dazu kommen, dass die letzte Dividende von 0,65 € erhöht wird.
Mein Fazit: Eine Übernahme ist kurzfristig nicht zu erwarten.
Ergänzend dazu: Manche Dividenden-Titel werden derzeit vom Markt unterschätzt und bieten dadurch attraktive Einstiegschancen. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten, die sowohl durch Ausschüttungen als auch durch Kurspotenzial überzeugen könnten.
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ℹ️ Commerzbank in Kürze
- Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
- Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
- Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit rund 41 Milliarden € bewertet.