CleanSpark-Aktie: Bitcoin-Miner vor Comeback?

Einstiegschance
Redaktion

Die Aktie von CleanSpark steht nach einer ausgeprägten Korrektur über die letzten Monate im Spannungsfeld zwischen Kryptomarkt und technologischer Neuausrichtung. Trotz der erhöhten Volatilität rücken Bewertung, Kostenstruktur und strategische Entscheidungen stärker in den Mittelpunkt der Anleger.

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Zwar belastete die zuletzt schwache Stimmung rund um künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechenzentren die Fantasie vieler Investoren, doch ausschlaggebend für den Kursrückgang der CleanSpark-Aktie im Herbst war vor allem die Volatilität von Bitcoin. Da der gesamte Umsatz weiterhin aus dem Mining-Geschäft stammt, folgt die Aktie kurzfristig nahezu zwangsläufig den Bewegungen des Kryptopreises. Einnahmen aus dem Ausbau der KI-Aktivitäten sind mittelfristig nicht zu erwarten, da der Aufbau entsprechender Kapazitäten Zeit und Vorfinanzierung erfordert.

Unveränderte Perspektiven trotz scharfer Korrektur

Am übergeordneten Bild hat sich hingegen wenig geändert. Auf dem aktuellen Kursniveau erscheint die Bewertung weiterhin attraktiv. CleanSpark wurde jüngst mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 11,6 gehandelt und liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen. Die strategische Diversifikation in Richtung KI und Hochleistungsrechnen ist langfristig angelegt und ergänzt das Kerngeschäft sinnvoll. Mit Grenzkosten von etwa 43.000 US-Dollar pro geschürftem Bitcoin verfügt das Unternehmen zudem über eine Kostenbasis, die selbst bei einer erneuten Schwächephase am Kryptomarkt Widerstandskraft verspricht.

Wandelanleihe statt Verwässerung

Die Unternehmensführung hält an ihrer Linie fest, auf Aktienverwässerungen über laufende Kapitalerhöhungen zu verzichten. Sowohl Mining als auch KI-Infrastruktur sind kapitalintensiv, dennoch setzt CleanSpark auf Wandelanleihen als Finanzierungsinstrument. Kürzlich platzierte das Unternehmen eine Anleihe über rund 1,15 Milliarden US-Dollar mit null Prozent Kupon und einer Laufzeit bis 2032. Parallel dazu wurden eigene Aktien zurückgekauft, was den ausstehenden Bestand um rund elf Prozent reduzierte und einen erheblichen Wert an die Aktionäre zurückführte. Dieser Schritt stärkt das Vertrauen in das Management und wirkt sich potenziell positiv auf das Ergebnis je Aktie aus.

Ambitionen im Energie- und Rechenzentrumsmarkt

Als etablierter Miner verfolgt CleanSpark das Ziel, sich zu einem Anbieter von Energie- und Recheninfrastruktur zu entwickeln. Der weltweite Markt für KI-Rechenzentren soll in den kommenden Jahren stark wachsen und ein Volumen von über 90 Milliarden US-Dollar erreichen. CleanSpark bleibt dabei zweigleisig aufgestellt und kombiniert das Bitcoin-Mining mit dem schrittweisen Aufbau von KI-Kapazitäten. Im Gegensatz zu Wettbewerbern wie Iris Energy, die sich vollständig neu ausgerichtet haben, reduziert dieser Ansatz die Abhängigkeit von einzelnen Märkten. Für den Ausbau wählte das Unternehmen Texas, sicherte sich einen Standort sowie Stromabnahmeverträge über 285 Megawatt und schafft damit die Grundlage für skalierbare KI- und Cloud-Dienste.

Solide Bilanz trotz moderater Verschuldung

Die Kapitalstruktur weist zwar eine gewisse Verschuldung auf, doch die laufenden Zinskosten fallen vergleichsweise gering aus. Die jährlichen Aufwendungen liegen deutlich unter der Inflationsrate und werden teilweise durch Zinserträge aus liquiden Mitteln kompensiert. Dadurch bleibt dem Management finanzieller Spielraum, ohne auf eine Entspannung der Geldpolitik angewiesen zu sein.

Starkes Geschäftsjahr als Fundament

Das Geschäftsjahr 2025 markierte einen deutlichen Leistungssprung. Der Umsatz verdoppelte sich auf rund 766 Millionen US-Dollar, während der Konzern einen kräftigen Gewinn ausweisen konnte. Die Hashrate stieg auf 50 Exahash pro Sekunde, und die Produktionskosten blieben niedrig. Selbst bei einem deutlichen Rückgang des Bitcoin-Preises auf langfristige Durchschnittsniveaus würde das Mining-Geschäft nach dieser Kostenstruktur weiterhin profitabel arbeiten. Zudem verfügt CleanSpark über erhebliche Bitcoin-Bestände, die einen Großteil der Verbindlichkeiten abdecken könnten.

Bewertungsabschlag im Branchenvergleich

Im Vergleich zu anderen Unternehmen aus dem Mining- und KI-Umfeld wird CleanSpark mit einem deutlichen Abschlag gehandelt. Wettbewerber wie Cipher Mining oder MARA Holdings weisen erheblich höhere Bewertungskennzahlen auf. Auch beim Verhältnis von Kurs zu Buchwert liegt CleanSpark unter dem Branchendurchschnitt, was darauf hindeutet, dass der Markt den Ausbau der KI-Aktivitäten bislang nur unzureichend berücksichtigt. Hinzu kommen überdurchschnittliche Margen, die die operative Stärke unterstreichen.

Risiken zwischen Kryptomarkt und KI-Ausbau

Ein anhaltender Abschwung am Kryptomarkt bleibt das zentrale Risiko. Ein deutlicher Preisverfall würde die Stimmung belasten und kurzfristig auch den Aktienkurs drücken. Gleichzeitig ist der Erfolg im KI-Segment von der Fähigkeit abhängig, langfristige Verträge abzuschließen und die Infrastruktur effizient zu skalieren. Verzögerungen oder ein Einbruch der Investitionsbereitschaft großer Kunden könnten die Erwartungen dämpfen.

Attraktives Chancen-Risiko-Verhältnis

Trotz hoher Volatilität bietet die Aktie aus heutiger Sicht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag. Die niedrigen Produktionskosten, die solide Bilanz und der deutliche Bewertungsabschlag gegenüber vergleichbaren Unternehmen sprechen für Aufholpotenzial. Sollten operative Fortschritte anhalten, dürfte der Markt die Aktie neu bewerten. Zahlreiche Analysten sehen deutlich höhere Kursziele und unterstreichen damit die positive Einschätzung.

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