Chevron-Aktie +10%: Ist der Kurssprung wirklich gerechtfertigt?
Mit einem Kurssprung von über +10% ist die Chevron-Aktie am Montagmorgen mit großem Abstand der Spitzenreiter im Dow Jones-Index. Was steckt hinter dem ungewöhnlich hohen Kursplus des amerikanischen Öl- und Gaskonzerns und ist der starke Start ins neue Jahr ein gutes Omen für 2026?
Trump greift in Venezuela ein
Auslöser des gewaltigen Kurssprungs der Chevron-Aktie ist selbstverständlich die jüngste politische Entwicklung in Venezuela. Nachdem US-Präsident Trump bereits seit Wochen militärischen Druck auf das südamerikanische Land ausgeübt hatte, nahmen US-Elitetruppen am Wochenende den venezolanischen Präsidenten Maduro in einer Kommandoaktion fest und brachten ihn in die USA. Dort erwartet Maduro ein Prozess wegen Drogenhandels.
Das ist die offizielle Version der US-Regierung. Die inoffizielle ist natürlich, dass es Trump auf das Öl von Venezuela abgesehen hat. Der südamerikanische Staat ist das Land mit den größten Ölreserven der Welt.
Was die USA Venezuela bis heute nie verziehen haben, ist die Verstaatlichung der Ölindustrie in den 1970er-Jahren. Damals wurden die zuvor dort tätigen US-Ölkozerne entschädigungslos aus dem Geschäft gedrängt. Dies will Donald Trump nun rückgängig machen, indem er den US-Ölmultis die Tür zum venezuelanischen Ölmarkt neu öffnet.
Doch das dürfte leichter gesagt sein als getan. Noch ist völlig unklar, wie es in Venezuela politisch weitergeht. Die neue Übergangspräsidentin Rodriguez äußerte sich bislang sehr verhalten zur politisch-militärischen Intervention der USA. Auch die restliche Führungsmannschaft des Maduro-Regimes ist noch in Amt und Würden. Von einem erfolgreichen Regimewechsel kann man deshalb meiner Meinung nach noch lange nicht sprechen.
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Was bedeutet das für den Ölsektor?
Zudem ist völlig unklar, welche Rolle die US-Ölkonzerne in Zukunft in Venezuela spielen werden. Der große Kursplus der Chevron-Aktie, das deutlich über dem Kursgewinn von ExxonMobil liegt, ist der Tatsache geschuldet, dass Chevron zuletzt als einziger großer US-Ölkonzern noch operativ in Venezuela tätig war.
US-Präsident Trump kündigte (wie immer) mit breiter Brust an, dass US-Konzerne in den kommenden Monaten Milliardensummen in den Wiederaufbau der venezolanischen Ölwirtschaft investieren und die marode Infrastruktur reparieren werden. Das ist auch dringend notwendig, denn der Ölsektor des südamerikanischen Landes befindet sich in einem desolaten Zustand.
In den 1990er-Jahren gehörte Venezuela mit einer Tagesförderung von 3,5 Millionen Barrel noch zu den großen Ölförderländern der Welt. Aufgrund jahrelanger Misswirtschaft, Korruption und ausgebliebener Investitionen sank die Förderung in den letzten Jahrzehnten auf nur noch 800.000 Barrel pro Tag.
Neues 2-Jahreshoch
Charttechnisch hätte der Start der Chevron-Aktie ins neue Jahr nicht besser ausfallen können. Der Dow Jones-Titel überspringt zum Jahresauftakt mit einem Satz das 2-Jahreshoch bei 169 US$. Nun gerät sogar das Allzeithoch bei 188 US$ ins Blickfeld.
Noch viele Fragen offen
Erstaunlicherweise reagierte der Ölpreis kaum auf die US-Intervention in Venezuela. Offenbar rechnen die Finanzmärkte nicht damit, dass es zu einer schnellen Angebotsausweitung auf dem internationalen Ölmarkt kommen wird.
Diese ist meiner Meinung nach auch nicht wahrscheinlich. Es wird Jahre dauern und Milliardenbeträge kosten, um die venezuelanische Ölwirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen. Zudem ist völlig unklar, ob die großen US-Ölkonzerne wie Chevron überhaupt willens sind, diese Milliarden aufzubringen.
US-Präsident Trump erklärte, dass die Konzerne für ihre Investitionen entschädigt werden könnten. Wie das genau funktionieren soll, weiß Trump wahrscheinlich selbst noch nicht.
Nicht zu euphorisch werden
Vor diesem Hintergrund rate ich Anlegern, in Bezug auf die Chevron-Aktie nicht zu euphorisch zu werden. Dass die Ölkonzerne schnell und einfach an das Öl Venezuelas kommen werden, ist meiner Ansicht nach noch lange nicht ausgemacht.
Lediglich für Dividendenanleger ist die Chevron-Aktie ein jederzeit empfehlenswertes Investment. Der Ölkonzern gehört als Dividendenaristokrat zu den solidesten Gewinnausschüttern der Welt. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei attraktiven 4,3% und das langjährige Dividendenwachstum bei ca. 5%.
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ℹ️ Chevron in Kürze
- Die Chevron Corporation (WKN: 852552) mit Sitz in San Ramon im US-Bundesstaat Kalifornien ist ein weltweit operierender Energiekonzern.
- Chevron gehört zu den weltgrößten Förderunternehmen für Öl und Gas.
- Neben der Förderung fossiler Brennstoffe ist der Konzern in den Bereichen Transport, Vertrieb und chemische Fertigung aktiv.
- Chevron notiert an der New York Stock Exchange und ist Mitglied im US-Leitindex Dow Jones Industrial. Der Börsenwert beträgt aktuell ca. 314 Milliarden US$.