BYD-Aktie: Kann man sie jetzt am Boden kaufen?
Die BYD-Aktie hält sich seit einem Monat mit Mühe über der Marke von 10 €, aber ein Aufschwung ist ihr in den letzten Wochen auch nicht gelungen. Warum gelingt dem Elektroautoprimus aus China nicht mehr die Trendwende und könnte dieses Event der BYD-Aktie neuen Schwung geben?
Desaströse Absatzentwicklung
Dass die BYD-Aktie derzeit keine Trendwende an der Börse hinbekommt, hat primär mit der Absatzentwicklung in den beiden ersten Monaten des neuen Jahres zu tun. Sie war schlichtweg desaströs.
Im Januar sanken die Verkäufe des chinesischen Autobauers um 30% gegenüber dem Vorjahr auf ca. 206.000 Fahrzeuge. Im Februar beschleunigte sich der Absatzrückgang sogar auf ein Minus von 41% im Jahresvergleich auf 190.000 Autos.
Nun muss man der guten Ordnung halber in diesem Zusammenhang erwähnen, dass dieses Jahr der chinesische Neujahrsurlaub länger als sonst war. Das hat zu einer deutlichen Drosselung von Autoproduktion und -handel geführt. Traditionell ist der Jahresbeginn auch nicht die Zeit für die Chinesen, Autos zu kaufen.
Trotzdem ist die Absatzentwicklung von BYD in dieser Größenordnung absolut besorgniserregend. Im Februar verkaufte der Konzern den sechsten Monat in Folge weniger Autos als im Vormonat. Zudem war der Absatzrückgang der stärkste seit Februar 2020.
Gründe für die miserable Entwicklung sind die nach wie vor schwächelnden Inlandsnachfrage in China sowie der zunehmende Wettbewerb. Konkurrenten wie Geely, Leapmotor und Xiaomi agieren technologisch und preislich auf Augenhöhe mit BYD und machen dem Marktführer das Leben schwer.
Wie ernst die Lage für Build Your Dreams ist, zeigen die Finanzierungsangebote, die der Konzern seinen Kunden seit einigen Tagen anbietet. Sie bekommen auf viele Modelle eine Null-Prozent-Finanzierung für drei Jahre. Sogar Kredite mit bis zu sieben Jahren Laufzeit stehen zur Verfügung.
Ein disruptives Event?
Am Donnerstag dürfte es jedoch spannend werden. An einem Tech Day will BYD neue Technologien vorstellen, die durchaus das Zeug dazu haben könnten, als Katalysator für die BYD-Aktie zu dienen. Das Unternehmens selbst spricht von „disruptiven Technologien“.
Experten gehen davon aus, dass der Autokonzern neue Ladesäulen vorstellen wird, die mit bis zu 1.500 kW Leistung Autos innerhalb von fünf Minuten auf 400 Kilometer Reichweite laden können. Aber auch die Vorstellung eines neues Fahrassistenzsystems einschließlich Lidar-Sensoren ist denkbar.
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Den Abwärtstrend gestoppt
Der monatelange Abwärtstrend der BYD-Aktie scheint fürs Erste gestoppt zu sein. Seit vier Wochen hält sich der Kurs über der Marke von 10 €. Aber für eine Trendwende nach oben sind derzeit keine Kurskatalysatoren in Sicht.
Das wird nicht reichen
Ich glaube nicht, dass der Tech Day am Donnerstag der BYD-Aktie neuen Schub geben wird. Zu schlecht ist die wirtschaftliche Entwicklung des Autokonzerns — und das schon seit Monaten.
Das Geschäft im Ausland entwickelt sich zwar hervorragend. Aber noch ist BYD außerhalb Chinas zu klein, um den Verlust von Marktanteilen auf dem Heimatmarkt kompensieren zu können.
Meiner Meinung nach werden die Bäume BYDs im Ausland auch nicht in den Himmel wachsen. Zu groß ist vor allem in Europa der Wettbewerb mit den etablierten europäischen Herstellern.
Hinzu kommt, dass die Finanzierungsrabatte auf dem chinesischen Markt die Marge von BYD belasten werden. Anleger werden sich in den kommenden Quartalen auf schwache Ergebnisse einstellen müssen. Vor diesem Hintergrund sehe ich derzeit kein weiteres Potenzial in der BYD-Aktie.
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ℹ️ BYD in Kürze
- BYD („Build your dreams“) (WKN: A0M4W9) ist ein chinesischer Mischkonzern, der vor allem im Bereich der Herstellung von Akkumulatoren und Automobilen tätig ist.
- Der im chinesischen Shenzhen ansässige Konzern stieg 2023 zum weltgrößten Hersteller von Elektroautos auf.
- Mit einer Marktkapitalisierung von rund 101 Milliarden € zählt BYD zu den wertvollsten Konzernen Chinas.