BMW-Aktie: Das müsste doch Rückenwind geben!?
Die BMW-Aktie klebt dieser Tage an der Kursmarke von 90 €. Warum geben ihr diese Nachrichten keinen neuen Schwung und was sollten Anleger nun tun?
Rechtswidrige Zölle
Man kann es durchaus als politischen Paukenschlag bezeichnen. Am Freitag erklärt dar US Supreme Court die durch die US-Regierung im vergangenen Jahr eingeführten Zusatzzölle für rechtswidrig. Die Richter des Obersten Gerichtshofes des USA kamen zum Schluss, dass die Regierung damit ihre Befugnisse überschritten und den Kongress zu Unrecht umgangen habe.
Doch Donald Trump wäre nicht Donald Trump, wenn er nicht postwendend einen neuen Hasen aus dem Hut gezaubert hätte. Er berief sich auf ein anderes Gesetzt und führte mit Wirkung ab Dienstag neue Zölle in Höhe von 15% ein. Diese sind allerdings auf 150 Tage befristet.
Die aktuelle Rechtsunsicherheit ist trotzdem gewaltig. Niemand weiß, wie hoch in Zukunft die von den USA erhobenen Zölle sein werden. Man muss davon ausgeben, dass der US-Präsident nach Ablauf dieser Frist eine weitere Idee für die Fortsetzung seiner protektionistischen Handelspolitik präsentieren wird.
Völlig unklar ist auch, wie es mit dem letztes Jahr abgeschlossenen Handelsabkommen zwischen den USA und der Europäischen Union weitergehen wird. Aufgrund der politischen Spannung um Grönland hat das Europäische Parlament die formelle Ratifizierung dieses Handelsdeals im Januar 2026 ausgesetzt. Man wird sehen müssen, ob der Deal nun überhaupt noch Bestand hat.
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Was bedeutet das für BMW?
Für BMW bedeutet das weiterhin völlige Unklarheit in Bezug auf die zukünftige Zollhöhe in den USA. Nicht gut für die Bayern, denn obwohl sie ein großes Werk in South Carolina besitzen, importieren sie rund 40% der in den USA verkauften Fahrzeuge aus anderen Staaten, vorwiegend aus Deutschland. Dazu zählen beispielsweise die 5er- und die 7er-Reihe sowie die E-Modelle i4 und i7.
Erschwerend kommt hinzu, dass die US-Zölle auch für den Import von Fahrzeugteilen aus Kanada und Mexiko gelten. Viele im US-Werk von BMW verbauten Teile stammen aus den beiden Nachbarstaaten.
Weiter seitwärts
Die BMW-Aktie findet seit Wochen keine klare Richtung mehr. Seit über drei Monaten pendelt sie zwischen 84 und 97 € auf und ab. Angesichts der handelspolitischen Unsicherheit gehe ich von einer Fortsetzung dieses Seitwärtstrends aus.
Kein weiteres Upside
Das Urteil des US Supreme Courts bedeutet, dass die von Importeuren in den letzten Monaten entrichteten Zölle zu Unrecht gezahlt wurden. Sie können diese nun grundsätzlich von der US-Regierung zurückfordern.
Wie das allerdings in der Praxis ablaufen soll, weiß noch niemand. Ich gehe davon aus, dass es zu jahrelangen Auseinandersetzungen vor Gericht kommen wird, bevor es Klarheit in dieser Angelegenheit gibt.
Mit einem Geldregen für BMW würde ich deshalb vorerst nicht rechnen. Die sehr verhaltene Reaktion der BMW-Aktie zeigt deutlich, dass die Börse sich derzeit nichts von der neuen US-Zollpolitik verspricht.
Ich sehe derzeit kein weiteres Upside für die BMW-Aktie. Zu unsicher ist mir die aktuelle Situation auf dem US- und auch dem chinesischen Markt.
Das sehen übrigens auch die meisten Analysten so. Das durchschnittliche Kursziel der BMW-Aktie liegt mit 92 € nur minimal über dem aktuellen Kursniveau. Rund die Hälfte der Analysten empfiehlt die Aktie zum Kauf. Die andere Hälfte ist aber neutral bis negativ eingestellt.
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ℹ️ BMW in Kürze
- Die BMW AG (WKN: 519000) baut Automobile und Motorräder im Premiumbereich. Neben der Stammmarke BMW gehören auch die Marken Mini und Rolls-Royce zum Autokonzern aus München.
- Mit rund 2,5 Millionen abgesetzten Fahrzeugen (2024) zählt BMW zu den 15 größten Autoherstellern der Welt.
- BMW ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Mit einem Börsenwert von ca. 55 Milliarden € ist der Autobauer eines der zehn wertvollsten Unternehmen Deutschlands.