BMW-Aktie: Buy the dip now?
Mit einem Kursverlust von über -4% ist die BMW-Aktie zum Wochenbeginn einer der schwächsten Werte im DAX. Seit Jahresanfang summieren sich die Kursverluste des bayerischen Autobauers bereits auf -9%. Was bremst BMW momentan aus und sollten Anleger den Kursrückgang für einen Kauf nutzen?
Neue Zölle aus den USA
Es sind gleich zwei Entwicklungen, die BMW aktuell stark belasten. Zum Ersten ist es mal wieder die Zollpolitik von US-Präsident Trump.
Als wütende Gegenreaktion auf die Weigerung Dänemarks und seiner europäischen Verbündeten, Grönland an die USA zu verkaufen, kündigte Trump einmal mehr Strafzölle an, darunter auch für Produkte aus Deutschland. Ab Anfang Februar sollen diese mit einem Zusatzzoll von 10% belegt werden. Sollte Grönland bis Ende Mai nicht zu den USA gehören, will Trump den Strafzoll auf 25% erhöhen.
A propos US-Außenpolitik: Nach der US-Intervention in Venezuela findet ihr in unserem Venezuela-Investment-Atlas 2026 die großen Profiteure dieser Entwicklung.
Nun hat BMW zwar ein Werk im US-Bundesstaat South Carolina, aber in diesem werden nur rund 60% des US-Absatzes produziert. Die restlichen 40% der BWM-Fahrzeuge (ca. 170.000 Einheiten) werden in die USA importiert, vorwiegend aus Deutschland. Zusatzzölle sind für die Bayern vor diesem Hintergrund richtig schmerzhaft.
Absatzeinbruch in China
Zum Zweiten gibt es auch sehr schlechte Nachrichten aus China, dem weltweit wichtigsten Absatzmarkt von BMW. Im Schlussquartal des vergangenen Jahres brach der Absatz der Münchner in der Volksrepublik um 16% ein. Selbst bei Elektroautos lag das Verkaufsminus bei knapp über 10%.
Auch BMW hat das massive Problem, dass chinesische Wettbewerber immer aggressiver in den Premiummarkt vordringen. Während die Bayern sich diesen lukrativen Markt bis vor wenigen Jahren noch weitgehend mit Audi und Mercedes-Benz aufteilten, geraten sie nun immer stärker unter Druck.
Die Folge: BMW muss seine Preise drastisch senken. Auf über 30 Modelle geben die Münchner inzwischen Rabatte von bis 24%. Diese Preisnachlässe werden zweifellos negative Folgen für die Marge haben.
Das 3-Monatstief in Sichtweite
Nachdem die BMW-Aktie es zum Jahresbeginn nicht geschafft hatte, auf ein neues Allzeithoch zu klettern, ging es mit dem Autotitel stark bergab. Die 50-Tage-Linie wurde inzwischen nach unten durchbrochen und das 3-Monatstief bei 80 € ist gefährlich nahegerückt.
Bedenkliche Entwicklungen
Angesichts dieser bedenklichen charttechnischen und fundamentalen Entwicklungen in China und den USA würde ich derzeit nicht in die BMW-Aktie investieren. Zwar gehe ich davon aus, dass die Neue Klasse an Elektroautos auf dem europäischen und amerikanischen Markt gut ankommen wird. Aber neue US-Zölle könnten das Ergebnis der Bayern signifikant belasten.
Besonders große Sorgen bereitet mir die Entwicklung auf dem chinesischen Markt. Die Neue Klasse ist meiner Meinung nach einfach zu teuer, um mit der heimischen Konkurrenz mithalten zu können. BMW wird seine neuen Elektroautos in der Volksrepublik erheblich billiger anbieten müssen als hierzulande (wo über 60.000 € fällig sind). Das dürfte der Gewinnmarge der Münchner nicht guttun.
Mit meiner negativen Einschätzung der BMW-Aktie bin ich übrigens nicht alleine. Auch die Berenberg Bank und die Barclays-Bank stuften die den DAX-Titel zum Wochenauftakt auf „Halten“ bzw. „Untergewichten“ ab.
Abschließend: Wer Aktien nicht nur mit einer guten Dividendenrendite, sondern auch mit einem deutliches Aufwärtspotenzial sucht: Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten für das Jahr 2026.
ℹ️ BMW in Kürze
- Die BMW AG (WKN: 519000) baut Automobile und Motorräder im Premiumbereich. Neben der Stammmarke BMW gehören auch die Marken Mini und Rolls-Royce zum Autokonzern aus München.
- Mit rund 2,5 Millionen abgesetzten Fahrzeugen (2024) zählt BMW zu den 15 größten Autoherstellern der Welt.
- BMW ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Mit einem Börsenwert von ca. 52,3 Milliarden € ist der Autobauer eines der zehn wertvollsten Unternehmen Deutschlands.